Tomate und Kürbis selbst ziehen

Tomate und Kürbis selbst ziehen Hier und heute 10.05.2021 10:57 Min. Verfügbar bis 10.05.2022 WDR

Tomate und Kürbis selbst ziehen

Gärtnern hat Hochkonjunktur. Um selbst aktiv zu werden, brauchen Sie nicht einmal einen eigenen Garten. Es gibt noch andere Möglichkeiten, um eine reiche Ernte einzufahren. Unser Gartenexperte, der Biologe Markus Phlippen verrät, wie.

Tomaten, Paprika oder Chili mögen es warm und eignen sich ideal für Balkon oder Terrasse. Sie lassen sich gut einzeln in Töpfen ziehen oder zusammen in einem Sack Blumenerde. Hierzu den Pflanzsack kreuzförmig einschneiden und die Pflanzen direkt in die Erde setzen. Als Nachtschattengewächse brauchen Tomaten und Co sehr viele Nährstoffe, die sie in der frischen Erde finden.

Tomatenpflanzen im Garten.

Ein Stützstab sorgt für mehr Stabilität.

Wichtig: Vorher auf der Unterseite ein paar Löcher in den Sack stechen, damit das Wasser ablaufen kann. Gießwasser immer direkt an den Stängel geben. Je nach Sorte brauchen die Gemüse eventuell einen Stützstab, z.B. Bambus, damit sie stabil stehen.
Wer nicht auf den Pflanzsack gucken möchte, kann ihn zum Beispiel mit einem dekorativen Leinensack überziehen. Im Düsseldorfer Garten baut Markus Phlippen den Tomaten ein Haus. So bekommen sie keinen Regen ab. Idealerweise steht so ein Tomatenhaus an einem halbschattiger Standort am Haus oder bei Bäumen und Sträuchern, die im Sommer etwas Schatten spenden. 

Selbstgezogene Tomaten

Markus Phlippens Tipp gegen Kraut- und Braunfäule

Tomaten sollte man immer vor Kraut- und Braunfäule schützen. Die Tomaten am besten wöchentlich mit Schachtelhalmbrühe gegen diese Pilzkrankheit spritzen.

Noch ein Tipp: Pflanzen Sie etwas vor ihr Tomatenhaus, das Hummeln anlockt. z.B. Lavendel oder Katzenminze, das verbessert die Bestäubung ihrer Tomatenpflanzen.

Wildtomaten als robuste Alternative

Markus Phlippen im Hier und heute Garten.

Wild1tomaten sind oft robuster.

Wildtomaten, wie zum Beispiel die Goldperle, sind robuster als unsere Tomatensorten und resistenter gegenüber vielen Krankheiten. Sie brauchen keinen Regenschutz, sondern können einfach ins Beet oder in einen Kübel gepflanzt werden.

Die Erde bei Tomaten immer schön humos und gut gedüngt halten. Alle Sorten brauchen viel Wasser, vertragen jedoch keine Staunässe. Die Früchte der Wildtomaten sind allerdings viel kleiner aber besonders aromatisch.

Kürbis

Markus Phlippen im Hier und heute Garten.

Kürbisse brauchen viel Platz zum Wachsen.

Im Hier-und heute-Garten pflanzt Markus Phlippen den Kürbis direkt auf den Kompost. Denn der ist reich an Nährstoffen – genau das Richtige für diesen Starkzehrer. Kürbisse brauchen viel Nahrung, damit sie ihre großen Blätter und langen Ranken entwickeln können.
Idealerweise kann der Kürbis später an Sprossenwänden emporranken.

Pflege

Wenn Sie Kürbis anpflanzen, bitte daran denken: Er braucht viel Wasser, viele Nährstoffe und viel Sonne. Geerntet wird ab September. Kürbisse sind etwa vier Monate nach der Aussaat erntereif. Die Frucht sollte einen hohlen Klang haben, wenn man dagegen klopft.

Botanisch betrachtet, handelt es sich beim Kürbis übrigens um eine Beere, was immer wieder verwundert bei der Größe, die manche Früchte erreichen. Mit dem richtigen Standort und guter Düngung bringt es die Sorte „Atlantic Giant“ im Extremfall sogar auf über eine Tonne.

Wer Zucchini pflanzt, sollte beachten, das eine Pflanze genügt. Sie kann beträchtliche Ausmaße erreichen. Zucchini wachsen ebenso schnell wie Kürbisse:
Wer wenig Platz hat, pflanzt Kürbis oder Zucchini kurzerhand in einen großen Kübel oder in einen Sack mit Blumenerde. Dazu Volldünger im Gießwasser.

Stand: 10.05.2021, 06:00