Tee trinken mit Genuss

Tee trinken mit Genuss Hier und heute 21.10.2021 13:43 Min. Verfügbar bis 21.10.2022 WDR

Tee trinken mit Genuss

Ein Tee in der kalten Jahreszeit  - das ist ein Genuss. Das Angebot an Tees ist riesig - von ganz preisgünstig bis teuer. Teesommelier Daniel Mack zeigt uns die Unterschiede und welche Zubereitungsarten es gibt.

Deutschland ist eine Kaffeetrinkernation, aber auch Tee ist sehr beliebt. 68 Liter pro Kopf und Jahr trinken wir, davon etwa 40 Liter Früchte- und Kräutertees. In Norddeutschland wird mehr Schwarztee getrunken als in Süddeutschland

Schwarzer, grüner, weißer Tee

Schwarzer, Grüner und Weißer Tee abgefüllt in je eine gläserne Tee-Tasse.

Von links nach rechts: schwarzer, grüner und weißer Tee.

Alle drei Sorten stammen von der Teepflanze Camellia sinensis. Kräutertee hingegen kann aus verschiedenen Kräutern oder Pflanzen(-extrakten) gemacht werden. Er gehört deshalb per Definition eigentlich nicht zum „richtigen“ Tee.

Schwarzer Tee ist der am häufigsten getrunkene Tee. Für die Herstellung lässt man die Blätter welken. Dann werden sie gerollt, fermentiert, getrocknet und sortiert. 

Grüner Tee ist besonders in China und Japan sehr beliebt. Er ist nicht fermentiert. Wesentliche Herstellungsschritte sind das Dämpfen (japanische Methode) oder Rösten (chinesische Methode) des frischen Blatts, durch das die grüne Farbe der Blätter erhalten bleibt. Darauf folgen Rollen, Trocknen und Sortieren.

Weißer Tee wird getrocknet und nur minimal verarbeitet, so dass die Blattstruktur weitgehend erhalten bleibt. Es bleiben die feinen Härchen am Blatt, weshalb der trockene Tee ein weißliches Erscheinungsbild zeigt.

Tee trinken liegt im Trend Teil 1 Hier und heute 07.12.2020 07:27 Min. Verfügbar bis 07.12.2021 WDR

Zubereitungsarten

Tee aufgießen mit dem Zwei-Kannen-Prinzip

Man braucht

  • zwei Teekannen
  • Edelstahlfilter oder Papierfilter
  • losen Tee
  • heißes Wasser

Zubereitung

Teeblätter getrocknet zerkleinert auf zwei Händen

Die größe der Teeblätter variiert je nach Verarbeitung.

Je grober die Blätter sind, desto mehr Platz braucht der Tee. Lose Teeblätter sollten nicht gequetscht werden. Zunächst den Tee wiegen oder abmessen – mit einem Teelöffel Ein TL entspricht etwa  2 g Tee.  Diesen in die erste Kanne geben und heißes Wasser auffüllen.

Dabei gilt: Kochendes Wasser bei Schwarztee. Bei Grüntee sollte es 80 Grad heiß sein.

Tipp

80 Grad heißes Wasser

750 ml kochendes Wasser und 250 ml kaltes Wasser ergeben ein Liter 80 Grad heißes Wasser.

Nun zwei Minuten ziehen lassen (das Koffein oder Teein kommt innerhalb der ersten 90 Sekunden aus dem Tee, danach hauptsächlich Bitterstoffe).

Dann den Tee durch den Filter in die zweite Kanne umschütten. So hat man nur die Flüssigkeit und keine Blätterreste.

Die chinesische Teezubereitung

Man braucht

  • Lose Teeblätter
  • Tasse
  • heißes Wasser

Zubereitung

Lose Teeblätter in eine Tasse geben und mit heißem Wasser auffüllen, zwei Minuten ziehen lassen. Dann den Tee trinken und die Tasse mit den Teeblättern aufheben. Im Laufe des Tages kann man immer wieder Wasser auffüllen. Der Tee wird so bis zum Abend immer schwächer und enthält weniger Teein, so dass man ihn bis in den Abend hinein trinken kann.

Matchatee

Matcha ist japanisch und heißt gemahlener (Grün-)Tee. Die Teesträucher werden circa zwei bis drei Wochen vor der Pflückung beschattet. Dadurch wird die Produktion des grünen Blattfarbstoffs Chlorophyll angeregt und der Matcha erhält dadurch seine intensive grüne Farbe.

Das Bild zeigt ein Glas mit Matcha-Tee und eine Schale Matcha-Pulver

Matcha-Tee zeichnet sich durch einen intensiven, trüben Grünton aus.

Der Tee wird nach dem Trocknen nicht gerollt, sondern es werden die feinen Blattstiele und -adern entfernt. Dann wird er mit Mühlen aus schwerem Granitstein langsam zu feinstem Pulver vermahlen, das dann Matcha genannt wird. Man filtert die Teeblätter hier nicht raus, sondern trinkt sie mit; Matchatee ist sehr belebend – vergleichbar mit dem Espresso der Kaffeetrinker. Matcha ist der einzige Tee, der mitgetrunken wird.

Man braucht

  • Teeschale
  • Bambusbesen
  • gemahlenes Grünteepulver aus Japan
  • Sieb
  • heißes Wasser

Zubereitung

Der Tee wird gesiebt, weil er sich durch den Transport in Metalldose elektrisch auflädt und verklumpt. Das Sieb sollte aber grob genug sein, damit die feinen Teile des gemahlenen Tees durchfallen.

Nun einen Teelöffel Matchatee und 100 ml Wasser, 20 bis 30 Sekunden mit dem Bambusbesen schlagen, bis es schaumig ist.

Stand: 21.10.2021, 06:00

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