Steuererklärung

Stand: 25.02.2021, 06:00 Uhr

Homeoffice, Kurzarbeitergeld, Kinder- und Coronabonus – durch die Pandemie war 2020 vieles anders und neu. Das hat auch Auswirkungen auf unsere Einkommensteuererklärung. Was sich geändert hat, erklärt Sabina Zickel vom Bund der Steuerzahler NRW.

Steuererklärung für das Corona-Jahr 

Das Bild zeigt das Ausfüllen des Steuererklärungsformulars.

Wer Kurzarbeitergeld bekommen hat, macht für 2020 eine Steuererklärung

Viele Arbeitnehmer müssen in diesem Jahr zum ersten Mal eine Steuererklärung abgeben – nämlich alle, die wegen der Pandemie 2020 Kurzarbeitergeld bekommen haben. Das heißt aber nicht, dass sie auch zwangsläufig Steuern nachzahlen müssen. Das Kurzarbeitergeld selbst ist steuerfrei. Es unterliegt aber dem sogenannten Progressionsvorbehalt. Dadurch erhöht sich der Steuersatz für die übrigen Einkünfte. Da in der Regel aber zu viel Lohnsteuer bezahlt wird, werden die meisten wohl eine Erstattung bekommen. 

Es kann allerdings auch sein, dass Steuern nachgezahlt werden müssen. Wenn möglich, sollte man sich daher vorsorglich etwas Geld zur Seite legen, rät Sabina Zickel vom Bund der Steuerzahler NRW. 

Mehr Steuern auf die Rente

Auch immer mehr Senioren müssen eine Einkommenssteuererklärung abgeben – da Renten seit 2005 stärker besteuert werden. Entscheidend dabei ist die Höhe der Bruttorente und das Jahr des Rentenbeginns. 

Für das Jahr 2020 hat sich der steuerpflichtige Rentenanteil von 78 auf 80 Prozent erhöht. Bedeutet: Es bleiben nur noch 20 Prozent der ersten vollen Bruttojahresrente steuerfrei. Das gilt allerdings nur für Rentner, die 2020 neu in Rente gegangen sind. Für alle anderen bleibt der bisherige steuerfreie Rentenanteil bestehen. 

Das hat sich geändert

Neu hinzugekommen ist außerdem die Anlage „Corona-Hilfen“. Dabei handelt es sich um ein Formular, das Selbstständige und Unternehmer ausfüllen müssen, die Corona-Hilfen bekommen haben. Denn diese gelten als Betriebseinnahmen und müssen entsprechend versteuert werden. Die Anlage „Energetische Maßnahmen“ ist ebenfalls neu. Sie macht es möglich, energetische Sanierungen geltend zu machen. Voraussetzung: Diese erfolgten für die selbstbewohnte Immobilie, nach dem 1. Januar 2020 und wurden nicht mit KfW-Mitteln gefördert.

Arbeiten zu Hause

Änderungen gibt es auch beim Thema „Homeoffice“: Durch die neue Homeoffice-Pauschale kommen nun auch diejenigen auf ihre Kosten, die kein eigenes Arbeitszimmer haben. 

Homeoffice: Eine Frau arbeitet vor einem Notebook

Wer zu Hause arbeitet, kann die Kosten mit der Homeoffice-Pauschale absetzen

So kann auch wer lediglich eine Arbeitsecke im Wohn- oder Schlafzimmer eingerichtet hat oder am Küchen- oder Esstisch arbeitet für das Jahr 2020 und 2021 für jeden Arbeitstag zu Hause pauschal fünf Euro, maximal 600 Euro im Jahr absetzen. Und auch wer ein separates Arbeitszimmer hat, kann die Homeoffice-Pauschale nutzen – wenn er oder sie etwa keine Einzelnachweise für die Kosten einreichen will. 

Für alle gilt: Die Kosten für Arbeitsmittel wie Computer oder Schreibtisch können ebenfalls abgesetzt werden. Wichtig außerdem: Für Tage, an denen Arbeitnehmer zur Arbeitsstelle gefahren sind, entfällt die Homeoffice-Pauschale.

Wichtig für Paare: Seit 2020 ist ein Steuerklassenwechsel mehrmals im Jahr möglich. Das macht es für sie einfacher, auf neue Umstände wie etwa Gehaltserhöhungen, Arbeitslosigkeit oder Kurzarbeit zu reagieren. Und auch bei der Umzugspauschale gibt es einige Verbesserungen.

Und schließlich hat sich die Abgabefrist geändert: Wer eine Steuererklärung abgeben muss, hat dazu bis zum 31. Juli 2021 Zeit. 

Checkliste zur Steuererklärung 2020

Folgende Broschüren können Sie beim Bund der Steuerzahler per Mail unter info@steuerzahler-nrw.de anfordern

  •  „Checkliste Einkommensteuer“
  • Steuererklärung für Senioren
  • Steuererklärung für Arbeitnehmer
  • Meine erste Steuererklärung
  • Info-Service Nr. 7 „Home Office und Steuern“