Videochat-Programme im Test

Videochat-Programme im Test

Ob Konferenzen mit den Kollegen, Feiern mit den Freunden oder Gespräche mit den Großeltern – trotz Corona. Möglich machen das Videochat-Programme. Aber welche davon sind gut? Was sind die Vor- und Nachteile? Und wie ist das mit dem Datenschutz? Stiftung Warentest hat zwölf Programme getestet. Darüber sprechen wir mit unserem WDR-Digitalexperten Jörg Schieb.

Testieger

Testsieger ist Microsoft Teams. Das Programm war im Test­zeitraum noch kosten­pflichtig, inzwischen gibt es auch eine Gratis-Variante, so die Warentester. Dicht gefolgt von Microsoft Skype. Den dritten Platz belegt Jitsi. Das beliebte „Zoom“ landet auf dem neunten Platz. Testkriterien waren „Bild und Ton“, „Handhabung“ sowie der „Datenschutz“.

Datenschutz 

Der Test von Stiftung Warentest zeigt: „Jitsi ist das einzige der zwölf geprüften Programme, das eine voll­ständige Nutzung sämtlicher Funk­tionen ohne Registrierung ermöglicht – ein Plus in puncto Datensparsamkeit.“ Allerdings sei klar: „In eigentlich jeder Chatsoftware gibt es Sicherheitslücken. Und insbesondere „Zoom“ ist da in den vergangenen Wochen in die Kritik geraten. Eines der Probleme war das sogenannte „Zoom-Bombing“. So konnte es zum Beispiel passieren, dass in einem Chat plötzlich eine fremde Person auftaucht. Außerdem bestand die Möglichkeit, dass Hacker durch Zoom auf die Kamera von Apple-Geräten zugreifen. 
Der Test von Stiftung Warentest zeigt aber nun: „Zoom hat Sicherheitslücken gestopft.“ Das bestätigt auch Jörg Schieb.

Technische Voraussetzungen

Grüner Whatsapp Icon

Tipp: die Software installieren.

Entweder man installiert die Software auf seinem Gerät oder man nutzt die Browser-Version. „Sicherer ist immer, die Software zu installieren“, sagt Schieb. Einmal laufe das Programm damit in der Regel besser. Und zudem sei der Browser immer auch eine Schwachstelle in Sachen Datensicherheit. 
Besondere technische Voraussetzungen brauche man als normaler Nutzer eigentlich nicht. So sei auch kein besonders schneller Internet-Anschluss nötig: „Für die gängigen Leitungen ist das kein Problem“, sagt Schieb.

Auch in Sachen Hardware käme man meist mit den verbauten Sachen zurecht. Das Mobiltelefon oder der PC muss eine Kamera und ein Mikrofon haben und mit dem Internet verbunden sein und man benötigt eine Mobiltelefonnummer. Ein Headset sei natürlich schon von Vorteil. Die Tonqualität sei damit besser.
Jörg Schieb rät außerdem: Das Licht sollte nicht von unten kommen, sondern eher von der Seite und „ein bisschen von vorn“. Außerdem sollte man sich nie direkt vor ein Fenster setzen, da man sonst im Gegenlicht sitzt. 

Videochat-Programme
WhatsApp

WhatsApp ist der am weitesen verbreitete Messenger in Deutschland mit mit mehr als 50 Millionen Nutzern täglich. Ein Videotelefonat mit dem Smartphone geht besonders einfach mit dem Messenger und ist kostenlos.

Skype

Skype ist kein soziales Netzwerk, sondern in Sachen Videotelefonie ein echter Pionier. Seit über zehn Jahren gibt es das Unternehmen, das zu Microsoft gehört. Per PC mit Webcam, am Laptop oder auch am Handy lassen sich so Videotelefonate führen.

Jitsi

Jitsi sei „nicht ganz so elegant und komfortabel“ – punkte dafür aber in Sachen „Datenschutz“, sagt Jörg Schieb

Facebook

Über  einen Computer funktioniert der Videokontakt gut über Facebook-Messenger. Dazu muss man aber bei Facebook angemeldet sein

Zoom oder Houseparty

Das Bild zeigt das Logo vom Videokonferenz-Dienst "Zoom" auf einem Smartphone-Bildschirm.

Videochat per Zoom.

Der Zugang zur App Housparty erfolgt über eine Registrierung per E-Mail oder über den Facebook- oder Snapchat-Login (bei Houseparty). Alle anderen Mitglieder müssen ebenfalls angemeldet sein, um miteinander chatten zu können.

Rat und Tat bei Hier und heute

Stand: 25.05.2020, 06:00