So überleben die Pflanzen Ihren Urlaub!

Stand: 03.07.2019, 06:00 Uhr

Sie fahren in den Urlaub und haben niemanden, der Ihre Pflanzen gießt? Gartenbloggerin Anja Klein aus Köln hat die Tipps, damit Sie sich auch nach den Ferien noch über Ihr Grün auf dem Balkon und im Wohnzimmer freuen können.

Anja Klein rät, die selbstgebaute Urlaubsbewässerung am besten vor den Ferien einmal auszuprobieren, denn jeder Standort ist anders. Und wie lange Sie mit diesen Bewässerungstipps in den Urlaub fahren können, lässt sich nicht genau festlegen. Ein Schattenbalkon kann auf diese Weise etwa zwei Wochen versorgt werden. Ein Sonnenbalkon eher nur ein Wochenende.

Selbstgebautes Wasserreservoir

Da Balkonkübel mit integrierter Bewässerung nicht ganz preiswert sind, zeigt Anja Klein uns eine günstige Alternative zum Selbermachen: Hierfür eignen sich Pflanzgefäße mit einer Höhe von etwa 25 Zentimetern. Dichten Sie eventuell vorhandene Wasserabzugslöcher ab, beispielsweise mit Silikon.
Tipp: Reinigen Sie das Gefäß vorher gründlich, sonst hält das Silikon nicht.
Jetzt das Behältnis zu einem Drittel mit Blähton, Split oder zerbrochenen Tontopfscherben füllen. Diese Schicht mit einem zurechtgeschnittenen wasserdurchlässigen Gemüsevlies bedecken (alternativ Zeitungspapier). Genau dort, wo die Blähton-, Split-, oder Tonscherbenschicht endet, mit einem Akkubohrer oder Ähnlichem ein bis zwei Löcher (etwa acht Millimeter Durchmesser) in die Gefäßwand bohren.
Nun das Gefäß mit Erde füllen, bepflanzen und vorsichtig angießen bis Wasser aus dem gebohrten Überlauf dringt und so anzeigt, dass das Reservoir gut gefüllt ist.

Unsere Expertin Anja Klein

So ein Garten macht viel Freude, aber auch jede Menge Arbeit. In Anlehnung an das Musical „Der kleine Horrorladen“ und ihre gierig wuchernden Kürbis- und Zucchinipflanzen hat Anja Klein ihren Gartenblog daher „Der kleine Horrorgarten“ genannt. Bereits als Kind schlug ihr Herz fürs Grün. Vom Fensterbrett hat sie ihre wild sprießende Leidenschaft mittlerweile in einen Schrebergarten verlegt und bloggt sozusagen direkt aus dem Beet.

Bewässerung mit PET-Flaschen

Kleinere Töpfe oder Kästen lassen sich gut durch ein selbstgemachtes und nahezu kostenloses Bewässerungssystem versorgen. Dazu benötigen Sie einige leere PET-Flaschen, Korkverschlüsse, einen Korkenzieher, alternativ einen Nagel in Länge der Korkverschlüsse sowie einen Hammer. Durchbohren Sie die Korken mit einem Korkenzieher oder einem langen dünnen Nagel an mehreren Stellen. Füllen Sie dann die PET-Flasche zu zwei Dritteln mit Wasser, verschließen Sie sie gut mit dem Korken und stecken Sie sie kopfüber so in den Pflanztopf stecken, dass die Sonne darauf scheint. Die Sonnenstrahlung erwärmt die Luft in der Flasche und drängt so das Wasser durch die kleine Öffnung nach außen. Am Abend oder bei schlechtem Wetter kühlt die Luft in der Flasche ab und erzeugt so einen Unterdruck. Das Wasser bleibt in der Flasche. Statt Korken können Sie alternativ Tonkegel verwenden, die auf die PET-Flasche geschraubt werden. Sie sind in gut sortierten Gartencenter erhältlich.

Hochbeet-Bewässung mit Tongefäßen

Gemüse im Hochbeet ist sehr durstig und muss regelmäßig gewässert werden. Anja Kleins Idee: Ein Gefäß aus unlasierten, offenporigen Tonübertöpfen, das in der Hochbeet-Erde vergraben wird. Nur der obere Teil schaut dann später aus dem Beet heraus. Dieses Gefäß wird durch das obere Abzugsloch mit Wasser gefüllt. Das Wasser darin diffundiert von innen nach außen und wird langsam und stetig an die Umgebung abgegeben. So verteilt es sich und gibt den Wurzeln die nötige Feuchtigkeit. Geeignet sind nur dünnwandige, unlasierte und offenporige Tontöpfe, denn nur so diffundiert das Wasser wirklich.