Igelhaus selbst bauen

Igelhaus selbst bauen Hier und heute 10.10.2019 10:59 Min. Verfügbar bis 10.10.2020 WDR

Igelhaus selbst bauen

Für unsere heimischen Igel ist es jetzt höchste Zeit, sich auf die kalte Jahreszeit vorzubereiten. Wer die Winterschläfer unterstützen möchte, kann ihnen ein Haus bauen und es im Garten aufstellen. WDR-Gartenexpertin Anja Koenzen hat die Anleitung und weiß, wie Sie Ihren Garten sonst noch igel- und winterfit machen.

Eine Igelfamilie im Garten.

Diese Vier suchen einen Unterschlupf...

Igel sind Insektenfresser. Im Winter finden daher sie zu wenig Nahrung in der Natur. Um die kalte Jahreszeit zu überstehen, halten sie Winterschlaf. Ihre Körpertemperatur sinkt, sie atmen langsamer und ihr Herz schlägt weniger schnell.

Die Igel beginnen ab ca. Mitte Oktober damit, einen Unterschlupf für den Winter zu suchen, von Mitte November bis März/April schlafen sie und wachen erst auf, wenn es bereits einige Tage lang um die zehn Grad Celsius ist.

Wo leben Igel in der freien Natur?

Ein Igel versteckt sich in einem Blätterhaufen.

Schon liegengebliebendes Laub hilft Igeln beim Überwintern.

Igel suchen sich natürliche Verstecke, in denen sie ungestört sind. Das sind alte Baumstümpfe, dichte Hecken, Laub- und Reisighaufen. In Wohngebieten müssen wir meist nachhelfen, damit die Tiere einen Unterschlupf finden.

Welche Gefahren gibt es für Igel (im Winter)?

Kellerfenster, Schächte und Gruben, Gartenteiche, Pools oder Regentonnen, die kein flaches Ufer oder einen geschützten Rand haben, sind oft Fallen für Igel. Deshalb  Schächte abdecken, Rettungsplanken an Teichen und Wasserbecken anbringen.

Chemische Pflanzenschutzmittel oder Dünger sind eine Gefahr für viele Tiere, auch für den Igel, am besten verzichten Sie darauf. Eine weitere Gefahr: Rasenmäher, Mähroboter, Laubsauger oder Feuer. Wenn ein Igel im Garten Quartier bezieht, sollte man in seiner Nähe nicht mehr werkeln.

Wie verhalte ich mich, wenn ich (im Winter) einen kleinen, unterernährten Igel finde?

  • Wer einen kranken, verletzten oder verwaisten Igel findet, sollte sich am besten direkt an einen Igelschutzverein in der Nähe wenden. Igelstationen bieten professionelle Hilfe an und nehmen die Tiere auf.
  • Den Igel auf keinen Fall mit bloßen Händen berühren. Nur mit Handschuhen oder einem dicken Handtuch.

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Anleitung – Bau eines Igelhäuschens

Material für ein Igelhaus

Das benötigen Sie.

Material

  • Holzbretter (ca. 2 cm dick)
  • (Siebdruckplatte/Dachpappe)
  • Dachlatten (mit Öko-Siegel)
  • Leinöl/Ökolasur
  • Bio-Heu
  • Schreinerwinkel, Maßband, Lineal
  • Bleistift
  • Stichsäge mit Sägeblättern
  • Akkuschrauber
  • Holzbohrer
  • Holzfeile/Schmirgelpapier
  • Holzschrauben 3,5 x 40 mm (14x) 3,5 x 30 mm (4x), Pinsel

Maße in cm: 

  • Rückwand 40 x26
  • Seitenteil 2 mal 26/24x30 (abschrägen, damit das Dach nicht eben aufliegt und Regen ablaufen kann)
  • Trennwand 24/25x17 (abgeschrägt, die Trennwand sorgt für verwinkelten Eingangsbereich, wodurch der Igel vor Katzen/Füchsen etc. geschützt ist)
  • Vorderwand 40x24 (Ecke auf der unteren Seite 10x10, dient als Eingang)
  • Dach 49x36

So geht’s

halbfertiges Igelhaus

Fehlt nur noch das Dach...

Maße anzeichnen Bauteile mit Stichsäge aussägen, Kanten glätten (mit Schmirgelpapier oder Holzfeile). Schraublöcher markieren und vorbohren. Bauteile zusammenschrauben.

Für das Dach: Tiefe des Innenraums ausmessen, Dachlatten entsprechend kürzen und auf dem Dach montieren. Schlafbereich mit Heu gut auspolstern. Damit das Holz länger hält, können Sie es mit Leinöl oder Öko-Lasur bestreichen.

Was es noch zu beachten gibt

Auf Styropor zur Isolierung sollten Sie verzichten, weil sich Kondenswasser bildet und das Häuschen dann feucht wird und fault. Als Dach eignet sich auch eine Siebdruckplatte. Außerdem können Sie das Dach zusätzlich mit Dachpappe abdichten. Das Igelhaus sollte einmal im Jahr, nach dem Winterschlaf der Igel, gereinigt und mit neuem Nistmaterial ausgelegt werden. Handschuhe schützen dabei vor Parasiten.

Wo stellt man das Häuschen hin?

Stellen Sie das Häuschen erhöht im Garten auf, damit es bei starkem Regen oder Schneeschmelze nicht vollläuft.Für einen trockenen Untergrund sollte man vor dem Aufstellen die obere Bodenschicht abtragen und den Untergrund mit einem Sand/Kiesgemisch auffüllen.

Am besten steht es ruhig, z.B. in einer Hecke und bitte nicht in der Senke aufstellen, sonst bekommt der Igel nasse Füße. Ein großer Stein auf dem Dach kann vorm Wegwehen schützen.

Was gibt es noch zu beachten, wenn sich ein Igel im Häuschen angesiedelt hat?

Zusätzlich sollten Sie das Laub im Garten nicht auf den Kompost werfen, sondern es in einer ruhigen Ecke zusammentragen und dort zusammen mit Holzschnitt aufschichten.

Was kann man im Garten sonst noch für Igel tun?

Ein Igel ruht sich aus im Garten.

Wenn das kleine Wildtier erst mal schlummert, bitte nicht mehr stören!

Wer aus Versehen einen Igel weckt, muss ihn sofort wieder schlafen legen. Feinmaschige Zäune verhindern ein freies Fortbewegen der Igel, verzichten Sie daher möglichst darauf. Frisches Trinkwasser anbieten, zum Beispiel in einem Vogelbad. Nicht abdeckbare Gruben auf Igel kontrollieren.

Wichtig: Den Unterschlupf im Lauf des Winters nicht mehr bewegen oder aufwirbeln!

Darf man Igel füttern?

Ein Igel trinkt Wasser an einer Tränke.

Futtern vor dem Winterschlaf.

Vor dem Winterschlaf müssen sich die Tiere ausreichend Reserven bis zum Frühjahr anfuttern. Wenn Sie einem Igel einen Platz für den Winterschlaf geben, dürfen Sie vorher jeden Abend Futter hinstellen. Zum Beispiel eine 400-Gramm-Dose Katzenfutter (mit viel Fleischanteil) und etwas Haferflocken. Tagsüber genügen Katzen-Trockenfutter und eine Schüssel Wasser.

Achtung: Igel sind Laktose intolerant, sie vertragen daher keine Milchprodukte. Auch rohe Eier und Igelfutter aus der Tierhandlung sind nicht hilfreich.

Stand: 10.10.2019, 06:00

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