Gehen ist gesund

Gehen ist gesund

Spazierengehen ist weitaus mehr als ein Ründchen an der frischen Luft. Wie sich regelmäßiges Gehen positiv auf unsere gesamte Gesundheit auswirkt und warum jeder Schritt zählt, weiß Dr. Wiebke Kohl, Ärztin an der Klinik für Naturheilkunde Essen-Mitte.

Bewegung hat positive Auswirkungen auf unseren Körper

Herz-Kreislauf-System: Bewegung ist Training für das Herz. Sie ist gut für die Herzkranzgefäße, unsere Herzfrequenz geht hoch. Das Herz wird belastbarer und man kommt nicht so schnell außer Atem. Spazierengehen ist gut gegen zu hohen Blutdruck und die Thrombosegefahr sinkt.

Beine: Wenn wir gehen, hat das eine positive Wirkung bei Arteriellen Verschlusskrankheiten, beispielsweise  Arteriosklerose. Die Muskelpumpe in den Beinen wird aktiviert, es bilden sich neue Gefäße. Regelmäßiges Gehtraining ist dabei ganz entscheidend

Gefäße: Gehen ist wirksam gegen Entzündungsprozesse in den Gefäßen.   

Verdauungssystem: Bewegung sorgt für eine bessere Durchblutung. Der Darm hat im Stehen mehr Platz, mehr Bewegungsfreiheit als wenn wir auf dem Sofa sitzen und unsere Eingeweide einquetschen. 
Bewegung ist auch gut bei Fettstoffwechselstörungen sowie hilfreich als Vorbeugung gegen Diabetes.

Außerdem stärkt Bewegung an der frischen Luft das Immunsystem.

Spielt Bewegung als Vorbeugung gegen Krebs eine Rolle?

Das Bild zeigt einen Mann und eine Frau, die joggen.

Bewegung begünstigt auch den Krankheitsverlauf.

Heidelberger Krebsforscher haben herausgefunden, dass sich durch körperliche Aktivität das Risiko an Dickdarmkrebs und Brustkrebs zu erkranken um 20 bis 30 Prozent verringert. Vermutlich – hier sind die Studienergebnisse noch nicht ganz sicher – beugt Bewegung auch dem Krebs der Gebärmutter, der Prostata, der Lunge und der Bauchspeicheldrüse vor. Auch der Krankheitsverlauf wird durch ausreichende Bewegung ebenfalls günstig beeinflusst.

Hilft regelmäßiges Spazierengehen Stress abzubauen?

Es ist nachgewiesen  dass das Vegetative Nervensystem sehr gut auf Bewegung reagiert. Das Vegetative Nervensystem kontrolliert die Körperfunktionen. Die sogenannten Stresshormone, wie Adrenalin, werden durch regelmäßige Bewegung abgebaut. Wir werden ruhiger, die Herzfrequenz geht wieder runter und der Blutdruck sinkt.

Wie und wie oft sollte man spazieren gehen, damit es einen Effekt hat?

Alles ist besser als nur zu sitzen. Optimal wäre, drei bis fünf Mal die Woche 30 Minuten zu gehen. Zwischendurch ruhig auch mal ein bisschen flotter gehen, um den Puls auf 100 bis 130 zu beschleunigen.

Angeblich soll man 10.000 Schritten pro Tag.  Was hat es damit auf sich?

Das Bild zeigt eine Person mit einem Fitness Tracker.

Täglich 3000 Schritte senken schon Risiken.

Das ist willkürlich gewählt, es gibt Untersuchungen, dass schon 3000 Schritte täglich mehr genügen, um das Risiko für Herzinfarkt und Schlaganfall erheblich zu reduzieren.

Hier finden Sie viele Anregungen für Ihren nächsten Spaziergang

Stand: 20.05.2020, 06:00