Gelassenheit statt Stress im Alltag

Gelassenheit statt Stress im Alltag

Im Alltag endlich gelassener werden – wer wünscht sich das nicht. Gerade in anstrengenden Corona- Zeiten. Kinderärztin Dr. Karella Easwaran aus Köln behauptet: Das kann wirklich jeder lernen. Sie hat eine neue Methode entwickelt, das „Beneficial Thinking“.

"Wenn man gestresst ist, kann man nicht denken", sagt Dr. Karella Easwaran. Zudem macht Stress krank. Mit dem "Beneficial Thinking - vorteilhaft Denken" lassen sich Wahrnehmung und unmittelbare Handlungen einfach und nachhaltig ändern.  

Vorteilhaft Denken hilft gegen Stress

Weiter sagt sie: "Das Leben besteht nicht nur aus wunderbaren Stunden, sondern auch aus Herausforderungen. Wenn wir unser Gehirn besser verstehen, können wir es besser benutzen. Dann bringen uns diese Herausforderungen nicht in die Bredouille, sondern wir finden Lösungen dafür."

Stress macht krank

Eine Frau rauft sich gestresst die Haare.

Stress sorgt für mehr Cortison, das für höheren Blutdruck und Übergewicht

Wenn wir uns aufregen und Stress haben, werden wir krank. Unser Körper produziert immer mehr Stress-Hormone. Jeder negative Gedanke, verursacht immer eine Cortison-Ausschüttung. Dadurch verstopfen die Gefäße, wir werden übergewichtig, der Blutdruck geht hoch, Herz-Kreislauf- Krankheiten entstehen.

Deshalb hat sie Denkstrategien entwickelt, wie wir besser durch den Alltag kommen und in Stresssituationen einen kühlen Kopf bewahren.

Wie geht das?

Richtig Atmen

Wenn wir etwas sehen, schmecken, riechen oder hören, das uns bedroht, meldet der Körper Gefahr. Deshalb ist es wichtig, einen Moment innezuhalten und nachzudenken. Tief einatmen hilft dabei. Denn der Nerv, der für die Atmung zuständig ist, ist auch zum Beruhigen da. So stoppt der Körper alle Negativ-Vorgänge und man wird wieder ruhiger.  

Rauskommen aus dem Kampfmodus

Wir haben uns angewöhnt zu schimpfen, wenn uns etwas nicht passt. Und kommen dann leicht in eine Art Kampfmodus, dem „Krokodil-Verhalten“. Besser ist aber die Fragestellung:
A: Was bedeutet das für mich?
B: Welche sonstige Lösung habe ich eigentlich?     

An etwas Schönes denken

Wenn ich weiß, das gleich eine Situation kommt, die mich stresst, sollte ich schon vorher an etwas Schönes denken. Beispielsweise an ein gutes Essen, das mir schmeckt. So wird die Ausschüttung des schädlichen Stresshormons gestoppt.

Zur Person

Kinderärztin und Autorin Dr. Karella Easwaran aus Köln ist in Äthiopien geboren und aufgewachsen. Schon als kleines Mädchen wollte sie Ärztin werden. Durch den Bürgerkrieg in Äthiopien hat die Familie vieles verloren und sie verließ als 16-Jährige ihre Heimat. In Ungarn bekam sie ein Stipendium und studierte Medizin. Durch den Bürgerkrieg gab es keinen Weg zurück nach Afrika. Über einen Freund kam sie ins Rheinland und entdeckte anfangs das Modeln und verdiente so ihr erstes Geld. An der Uni-Klinik Köln absolvierte sie dann eine Ausbildung zur Fachärztin für Kinder - und Jugendmedizin. Seit fast 20 Jahren ist sie nun Kinderärztin in Köln.

Was hilft auf Dauer gegen den Stress? Planet Wissen 07.05.2020 06:29 Min. UT Verfügbar bis 06.06.2024 WDR Von Oliver Wittkowski

Stand: 23.10.2020, 06:00