Rückentraining für die Bandscheibe

Gezieltes Rückentraining: So verhindern Sie Schmerzen oder Operationen Hier und heute 02.09.2020 08:07 Min. Verfügbar bis 02.09.2021 WDR

Rückentraining für die Bandscheibe

Die letzten Monate im Homeoffice machen sich bemerkbar. Die falsche Haltung und ein Mangel an Bewegung können sogar zum Bandscheibenvorfall führen. Physiotherapeut Pablo von der Gracht aus Köln zeigt, wie man mit einfachen Übungen Schmerzen und Operationen vermeiden kann.

Eine Frau sitzt an ihrem Laptop im Homeoffice mit externer Tastatur und Maus.

Externe Maus und Tastatur helfen den Rücken zu entlasten.

Immer mehr Patienten mit Verspannungen und Rückenproblemen kommen in die Praxis von Pablo von der Gracht. Die Gründe liegen sehr oft am Arbeitsplatz zuhause. Im Homeoffice arbeitet man meist nicht weniger, steht für Pausen nicht auf. Oft arbeitet man am Laptop, mit einem Trackpad statt einer Maus, immer nach innen gewandt. Außerdem wird in der falschen Höhe gearbeitet.

Rückentipps am Tisch

  • Stehen ist immer besser als Sitzen. Denn die Beine können so viel Last vom Rücken auffangen. Die Wirbelsäule wird quasi „entstaucht“. Es ist sinnvoll zwischendurch immer mal wieder aufzustehen und die Position zu ändern.
  • Nutzen Sie eine externe Maus und schließen Sie eine Tastatur an. Erhöhen Sie den Stand des Laptops. Damit kann die Position auch am Küchentisch besser eingestellt werden.
  • Auch der richtige Stuhl, passend zum Tisch und Körpergröße, ist wichtig, damit Bewegung und Blutzirkulation nicht abgeschnitten werden.

Wann sollte man zum Arzt gehen?

Wenn der Schmerz oder die Bewegungseinschränkung ein paar Tage anhält und sich nicht bessert, sollte man einen Arzt aufsuchen, um die Schmerzursache herauszufinden und um die weitere Vorgehensweise zu besprechen.

 

Die Bandscheibe

Das Modell einer Wirbelsäule, die Bandscheiben-Elemente sind gelb hervorgehoben.

Die Bandscheibe ist der "Puffer" zwischen den Knochen.

Sie fungiert als eine Art „Puffer“ zwischen den Wirbeln. Wie das Gel im Gelsattel. Bandscheiben verteilen den Druck, die Schwerkraft, gleichmäßig auf die Wirbelsäule. Diese Federung wird mit der Zeit abgenutzt. Ohne sie reiben die Knochen aufeinander. Eine flüssige und schmerzfreie Bewegung ist unmöglich.

Wann ist eine OP nötig?

Mehrere Ärzte führen eine Bandscheiben-OP in einem OP-Saal durch.

Eine OP ist der letzte Schritt bei neurologischen Schäden.

Wenn nicht nur Schmerzen und eine Entzündung, sondern tatsächlich neurologische Schäden auftreten, dann muss operiert werden. Wenn beispielsweise der Fußheber oder -senker eingeschränkt und geschwächt ist oder Taubheitsgefühle hinzukommen. Ist das aber nicht der Fall, würde eine OP ein unnötiges Risiko bergen.

Kann die Bandscheibe tatsächlich auch ohne OP „repariert“ werden?

Das ist meist sogar besser, es dauert aber länger. Der Körper reorganisiert sich, die Bandscheiben werden aber nicht nachwachsen wie Knochen. Wichtig ist die „Ernährung“ des Gewebes. Damit das Gewebe gesund bleibt oder regeneriert, muss es ernährt werden. Das passiert durch Bewegung. Oft  müssen Schmerzmittel gegeben werden, damit das möglich ist.

Wie lange muss ich trainieren, um die Bandscheibe wieder belastbar und schmerzfrei zu machen?

Die Bandscheibe braucht während der Behandlung vier bis sechs Wochen, damit der Vorfall verheilt. Dann muss wieder voll belastet werden, um Muskeln und Gewebe aufzubauen und zu stützen.

Wie kann man einen Bandscheibenvorfall verhindern?

Ein oberkörperfreier Mann macht Sportübungen mit einer Rückenrolle.

Durch Sport und regelmäßige Bewegung lässt sich ein Bandscheibenvorfall vorbeugen.

Der Rücken wird durch Sport stabiler, er macht den Körper belastbarer. Wichtig ist aber, welchen Sport man macht. Denn natürlich kann Belastung auch die Abnutzung des Knorpels beschleunigen.
Generell gilt aber, dass eine Belastung besser vertragen wird, wenn der Muskel das „Gerüst“ stützt. Zudem ist die Bandscheibe durch regelmäßige moderate Bewegung gut genährt und fit.

Stand: 02.09.2020, 06:00

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