Richtig gießen bei Sommerhitze

Gießkanne bewässert Blumen

Richtig gießen bei Sommerhitze

Bei hohen Temperaturen und Trockenheit brauchen unsere Pflanzen jede Menge Wasser. Mit diesen Tipps vertrocknet Nichts im Garten oder auf dem Balkon.

Gießen Sie Ihre Pflanzen nicht der prallen Sonne. Am besten morgens vor sieben oder abends erst nach 21 Uhr.

Pflanzen von unten gießen:Wassertropfen könnten sonst wie ein Brennglas wirken.

Rasen nicht zu kurz mähen: kurzes Gras verbrennt schneller.

Den Rasen lang genug bewässern, damit genügend Wasser in den Boden versickern kann.

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Auch dieser Sommer ist wieder deutlich zu trocken. Darunter leiden die Bäume  - vor allem in den Städten. In Köln wird erneut aufgerufen, zu gießen.

So spart man Wasser in heißen Sommern

Standortgerecht pflanzen — technische und mechanische Lösungen helfen, Wasser zu sparen. Wir stellen die Maßnahmen im Lehrgarten des Stadtverbands Essen der Kleingärtner vor.

Markus Buick befüllt einen Wassersack für einen jungen Kirschbaum

Der 54-jährige Gärtnermeister Markus Buick unterstützt als Honorarkraft den Stadtverband Essen der Kleingärtner. Im Lehrgarten gibt er, in Kooperation mit der VHS, auch Kurse zum Ökologischen Gärtnern. Wegen des Corona-Virus‘ fiel auch der zum richtigen Wässern aus. WDR 4 bringt die Inhalte über Radio und Internet zu den Kleingärtnerinnen und Kleingärtnern. Markus Buicks erster Tipp: Wassersäcke für jung gepflanzte Bäume wie diese drei Jahre alte Kirsche.

Der 54-jährige Gärtnermeister Markus Buick unterstützt als Honorarkraft den Stadtverband Essen der Kleingärtner. Im Lehrgarten gibt er, in Kooperation mit der VHS, auch Kurse zum Ökologischen Gärtnern. Wegen des Corona-Virus‘ fiel auch der zum richtigen Wässern aus. WDR 4 bringt die Inhalte über Radio und Internet zu den Kleingärtnerinnen und Kleingärtnern. Markus Buicks erster Tipp: Wassersäcke für jung gepflanzte Bäume wie diese drei Jahre alte Kirsche.

Eingeführt wird der Schlauch durch ein Loch in der Außenseite des Wassersacks. Solche Wassersäcke kosten, je nach Hersteller, zwischen 20 und 40 Euro. Sie helfen aber auch Wasser und Kosten zu sparen: "Wenn der einmal gefüllt ist, gibt er in einem Zeitraum zwischen fünf und acht Stunden regelmäßig und langsam das Wasser an den Erdboden ab, sodass das Wasser vom Baum optimal genutzt werden kann", erklärt der Gärtnermeister.

Angebracht ist der Sack schnell: Ein Reißverschluss an der Rückseite macht's möglich. Der Gärtner spart so auch Zeit: "In heißen Sommern muss ich nur jeden dritten Tag den Sack befüllen, statt ständig den Baum zu wässern." Der abgebildete Sack besteht aus reißfestem PVC. PVC kann gesundheitsschädliche Weichmacher enthalten. Ob das hier der Fall ist, geht aus dem Datenblatt des Herstellers nicht hervor.

Rechts neben der kleinen Obstwiese wachsen Stauden an einem sonnigen Hang. "Auf den haben wir trockenheitsverträgliche Stauden gesetzt", so Buick. Standortgerecht zu pflanzen spart auch Wasser. Es gibt wunderschöne Stauden, die es heiß und trocken lieben und dabei noch duften, wie zum Beispiel der Lavendel. An der Trockenmauer fühlt er sich besonders wohl.

Auch der Thymian auf dem Hang verströmt einen herrlich frischen Duft. Die Polster mit den kleinen Blüten sehen schön aus und sind wahre Insektenmagneten.

Hinter dem Thymian wächst die Fetthenne. "Da kann man schon an den fleischigen Blättern erkennen, dass sie die Trockenheit gut verträgt. Und im Herbst blüht sie rosafarben und gibt den Bienen noch letzte Nahrung." Mit seiner Wahl beschert der Gärtnermeister dem Verband einen lebendigen Lehrgarten.

Oben am Staudenhang hat der Verband kürzlich eine Anlage zur Tröpfchenbewässerung installiert: "Wenn ich am Hang mit einer normalen Brause das Wasser ausgieße, dann schießt viel Wasser hinunter und wird von den Pflanzen nicht genutzt. Daher ist ein Tropfensystem sinnvoll: Der Boden saugt sich langsam voll wie ein Schwamm und versorgt die Wurzeln mit Wasser", begründet Markus Buick seine Empfehlung.

Die Tröpfchenbewässerungs-Anlage besteht aus 50 Meter Schlauch und einem kleinen Computer. Kostenpunkt: 150 Euro. "Die beste Zeit zum Gießen ist morgens zwischen drei und fünf Uhr. So programmieren wir unsere Anlage auch. Mit der Wasseruhr drüber sparen wir die Schmutzwassergebühr: Wir haben ans Steueramt gemeldet, dass mit diesem Wasser nur Pflanzen gewässert werden. Auch Privatleute, die draußen einen Wasseranschluss zum Gießen haben, können das beim Steuerarmt beantragen und Geld sparen."

Der 64-jährige Vorstand Gerd Flocke rechnet vor: "Mit der Tröpfchenbewässerung brauchen wir 70 Prozent weniger Wasser als mit der Handdüse und durch das Programmieren spart man sich auch noch Personalkosten. Die Wasseruhren lohnen sich auch, die kosten 35 Euro das Stück. Wir haben seit ungefähr einem Monat drei davon und je Uhr 27 Euro gespart. Das heißt, die Investition hat sich nach einem Monat fast schon amortisiert."

Was das Auffangen von Regenwasser angeht, ist der Stadtverband der Essener Kleingärtner gut aufgestellt. Am Haus waren schon Regenrinnen angebracht, als der Verband es übernommen hat. Das Wasser, das darin aufgefangen wird, …

… wird unterirdisch in Erdzisternen geleitet, die oberirdisch mit Aluplatten abgedeckt sind. Von dort kann auch Gießwasser entnommen werden. "Dazu kommt, dass weiches Regenwasser für Pflanzen viel besser ist als das kalkhaltige Wasser aus dem Hahn", so Markus Buick.

Auch diese schwarze Erdzisterne unterhalb des Gartenhauses der Anlage existierte bereits. Sie fasst 2000 Liter. "Das funktioniert im Kleingarten natürlich nicht. Aus dem Aushub können Sie ein Hochbeet machen", scherzt Gerd Flocke. Hier steht sie aber auch bereit, um im Winter das Wasser von vier neu aufgestellten Wassercontainern aufnehmen zu können. Denn die Plastikbehälter müssen vor der kalten Jahreszeit abgelassen werden, damit sie nicht kaputtgehen.

Das sind die vier neu installierten Container. Sie fangen das Regenwasser vom Dach des Gartenhauses auf. "Im Moment ist das nicht viel, es war ja trocken. In den vier Containern sind aktuell vielleicht 800 Liter insgesamt", gesteht Gerd Flocke ein. Jeder Container fasst 1000 Liter. Aber der nächste Starkregen wird aufgefangen und steht dann für folgende Trockenperioden zur Verfügung.

Mulchen ist auch eine Möglichkeit, Wasser zu sparen. Rindenmulch eignet sich für Wege. "Idealerweise ist so eine Mulchschicht sieben bis zehn Zentimeter hoch. Mehr als zehn Zentimeter empfehlen sich nicht, weil dann kein Sauerstoff mehr zirkuliert und Fäulnis entstehen kann", erklärt Markus Buick. "Ansonsten verhindert das Mulchen aber, dass der Boden austrocknet oder weggespült wird und es unterdrückt Wildkräuter."

In Beeten rät Markus Buick, den Boden regelmäßig oberflächlich mit dem Kultivator, auch Dreizahn genannt, zu bearbeiten: "Dadurch breche ich die Krume auf. Im Boden sind ganz kleine Haarröhrchen, die man sich wie Strohhalme vorstellen kann. Durch diese Röhrchen wird Wasser nach oben gedrückt. Wenn ich den Boden bearbeite, unterbreche ich diese Wasserführung und das Wasser bleibt im Boden. Das sollte man etwa alle 14 Tage machen. Als Nebeneffekt jätet man dabei das Unkraut."

Der 66-jährige Vorstandsvorsitzende Holger Lemke demonstriert, dass man mit der guten alten Gießkanne gezielter wässern kann als mit dem Sprenger. Da verpufft viel Wasser in der Luft und kommt bei den Wurzeln gar nicht an. Markus Buick ergänzt, dass man beim Rasensprengen auch Wasser sparen kann, indem man ihn einfach länger wachsen lässt. Denn längere Halme, circa fünf bis zehn Zentimeter, beschatten sich gegenseitig, sodass der Rasen nicht so schnell verbrennt.

2019 konnte der Stadtverband der Essener Kleingärtner sein 100-Jähriges feiern. Das Jubiläum wirkt nachhaltig nach, denn der Vorstand hat zu diesem Anlass ein ökologisches Bildungsprogramm ins Leben gerufen. Markus Buick ist einer von vier Dozenten und Dozentinnen. Holger Lemke stört es, dass Kleingärtnern das Image der Giftspritzer anhaftet. "In meinem Umfeld spritzt niemand. Und anstatt nur ein Verbot auszusprechen, bieten wir Kurse an. Dass wir damit den Nerv der Zeit treffen zeigt, dass wir im letzten Jahr 900 Anmeldungen hatten."

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