Winterfester Garten

Laub als Winterschutz Hier und heute 26.10.2020 05:54 Min. Verfügbar bis 26.10.2021 WDR

Winterfester Garten

Es wird merklich kühler – bald kommt der erste Frost. Hier finden Sie Tipps unserer Gartenexperten Gabriele Seelbach und Markus Phlippen wie Sie Ihre Pflanzen erfolgreich durch die kältere Jahreszeit bringen.

Laub als Winterschutz

Gelbes Herbstlaub, das auf einer steinernen Treppe liegt

Sammeln statt wegkehren: Laub schützt Stauden vor Frost

Jedes Jahr werfen Bäume und Sträucher ihre Blätter ab und sorgen so für jede Menge Arbeit im Garten. Harken, kehren, einsammeln und wieder von vorn - so sieht der herbstliche Alltag vieler Gärtnerinnen und Gärtner gerade aus – unser Gartenexperte rät: Laub sammeln und weiterverwenden. Denn Laub ist nicht nur eine Last im Garten, sondern auch ein ganz toller natürlicher Rohstoff für Kompost und Winterschutz für den Garten. Schützen Sie jetzt empfindliche Stauden mit einer Laubschicht vor drohenden Kahlfrösten, wenn in Ihrer Gegend Frost angesagt ist.

Auch empfindliche Pflanzen im Kübel lassen sich mit Laub schützen, wenn man den Kübel nicht ausräumen möchte.

Winterschutz bei Gräsern Hier und heute 26.10.2020 05:39 Min. Verfügbar bis 26.10.2021 WDR

Korb mit Kaninchendraht und Laubbefüllung

Nicht ganz winterharte Staudenkombination kann man mit einem Korb aus Kaninchendraht schützen, in den Laub gefüllt wird. Das ist ein idealer natürlicher Frostschutz. Denn zwischen den Blättern entstehen luftige Hohlräume, die optimal isolieren. Gut ist es also, wenn das Laub nicht so schnell zersetzt wird und vernässt. Eichenlaub und Nussbaumlaub zersetzen sich nur sehr langsam. Für diesen Zweck also ideal.

Laubkompost herstellen

Wer Laubkompost herstellen  möchte – ideal zum Beispiel für Waldrandstauden, sollte auf Eichenlaub und Nussbaumlaub verzichten, denn diese enthalten Gerbsäuren, die das Pflanzenwachstum hemmen. Will man einen fruchtbaren Laubkompost zur Verbesserung der Gartenerde – dann sollten dieses Laub aussortiert werden.

Winterschutz bei Gräsern

Der Herbst ist eine gute Pflanzzeit für Gräser. Das japanische Blutgras aus Asien hat schön gefärbte rote Spitzen. Deshalb muss man hier zwei Dinge beachten: in stark frostgefährdeten Lagen am besten mit einer Laubdecke schützen und im Laufe der Saison die Ausläufer im Auge behalten und gegebenenfalls jäten.

Bei großen Gräsern ist Winterschutz angesagt. Pampasgras ist winterhart und kommt mit Minustemperaturen gut zurecht. Was ihm wirklich zu schaffen macht, ist die Nässe, die im Winter herrscht. Wird das Pampasgras regelrecht durchfeuchtet, ist es für den Wurzelballen gefährlich - er beginnt zu faulen. Deshalb muss er zusammengebunden werden. Zum Zusammenbinden empfiehlt sich Kokosstrick, weil das ein schönes Naturmaterial ist und zudem recht widerstandsfähig und langlebig ist.

Frostschutz für Blumen und Bäume

Winterfester Garten Hier und heute 05.10.2020 13:20 Min. Verfügbar bis 05.10.2021 WDR

Gabriele Seelbach pflanzt bienenfreundliche Rosen in den „Hier und heute“-Garten am Funkhaus Düsseldorf. Der Herbst ist dafür eine gute Zeit, weil die Pflanzen vor dem ersten Frost noch ausreichend Zeit zum Anwurzeln haben. Ein weiterer Vorteil gegenüber dem Frühjahr: Die Rosen, die wir jetzt pflanzen haben einen Entwicklungsvorsprung.

Um das Rosenbeet winterfest zu machen entfernen Sie zunächst alte Blätter und Blüten und häufen Erde um die Rosen an, um Wurzeln und frostempfindliche Veredlungsstellen zu schützen. Zusätzlichen Frostschutz bieten Tannenreisig, Wintervlies oder Jutegewebe. Damit können Sie die Pflanzen abdecken.

Wichtig: Triebe jetzt nicht radikal zurückschneiden. Damit bis zum Frühjahr warten, andernfalls könnten eventuelle Frostschäden vergrößert werden.

Laub ist ein natürlicher kostenloser Frostschutz. Es schützt die Stauden, die mit ihrem Wurzelstock im Boden überdauern. Besonders empfindliche Stauden, z.B. bestimmte Gräser, kann man leicht mit einem Kaninchendraht, Bambusstäben und Laub schützen. Das trockene Gestrüpp von Gräsern und Stauden schneidet man übrigens erst im Frühjahr zurück und lässt es über den Winter stehen - ein natürlicher Überwinterungsplatz für Insekten.

Hortensien

Auch bei den Garten-Hortensien zunächst alte Blätter und verblühte Stände entfernen. Danach ein kurzer Check-Up, ob die Pflanze eventuell mit Schädlingen befallen ist. Dann schützen Sie die Pflanze am besten mit Winterflies vor Frost. Das Material isoliert die Hortensie, lässt sie aber auch weiterhin atmen. Ähnlich wie bei den Rosen können Sie den Boden zusätzlich mit Tannenreisig bedecken. Kübel-Hortensien umwickeln Sie am besten mit Jute und stellen den Topf auf ein Stück Styropor oder ein dickes Holzbrett. So ist die die Pflanze gegen Bodenkälte gewappnet. In wintermilden Regionen brauchen Hortensien in der Regel keinen Winterschutz. Ist es für die Pflanze der erste Winter, ist ein entsprechender Frostschutz grundsätzlich sinnvoll.

Geranien

Geranien pflegen

Vorbereitung für den Winter: Geranien zurückschneiden.

Einfachste Methode um Geranien winterfest zu machen, laut unserer Gärtnerin Gabriele Seelbach: Alle Triebe auf eine Länge von etwa zehn Zentimetern zurückschneiden und samt Behältnis (z.B. Blumenkasten) ins Winterquartier stellen. Im Idealfall ist das ein heller Ort mit Temperaturen von fünf bis zehn °C.

Ist es zu warm, treiben die Pflanzen frühzeitig aus. Grundsätzlich gilt: Je lichtärmer das Winterquartier, desto kühler sollten die Temperaturen sein.

Tipp: Das Schnittgut nicht wegwerfen. Das können Sie nutzen um Ihre Geranien durch Stecklinge zu vermehren.

Mehr Informationen über Geranien

Kübelpflanzen schützen

Olivenbaum oder Oleander im Kübel sind nicht frosthart und sollten nach Lehrbuch eigentlich drinnen, frostfrei und hell überwintert werden. Im Rheinland kann man aber durchaus versuchen, sie draußen in einer geschützten Ecke zu lassen, da unsere Winter immer milder werden.

Bei mehreren Tagen mit -5°C benötigen sie aber Schutz:

Dazu den Topf mit Noppenfolie schützen (kann man viele Jahre verwenden) und mit einem Jute-Sack umwickeln. Den Topf auf ein Styroporstück oder Holzbrett stellen. Wichtig ist, dass die Wurzeln nicht einfrieren. Den oberirdischen Teil mit Vlies abdecken und zusammenbinden. An warmen, sonnigen Wintertagen kann man den Schutz lockern und öffnen, damit die Pflanzen Luft bekommen und Feuchtigkeit entweichen kann.

Kalkanstrich bei Obstgehölzen – von der Birke abgeguckt!

Die Birke ist der Laubbaum mit der größten Frosttoleranz, unter anderem, weil er eine weiße Rinde hat. Denn die weiße Farbe reflektiert das Sonnenlicht im Winter, so dass sich der Stamm tagsüber nicht zu stark auf der Sonnenseite erwärmt - denn das würde den Baum im wahrsten Sinne des Wortes „auf eine Zerreißprobe“ stellen und Frostrisse könnten entstehen. Über solche Risse können Krankheitserreger, Pilze und Schädlinge in den Stamm gelangen. Mit einem Kalkanstrich kann man gerade bei jungen Obstbäumen, aber auch bei Ziergehölzen, genau diesen Effekt ausnutzen und verhindern, dass die Rinde Frostrisse bekommt. Außerdem schützt Kalk vor Bissschäden durch Wild. Weiterer Vorteil: Der Baum treibt im Frühjahr später aus, so dass Schäden an der Blüte durch Spätfröste vermieden oder verringert werden können. Einfach erst die Rinde abbürsten, dann anstreichen.

Winterhärtezonen

Weltweit von der Arktis bin zu den Tropen werden alle Pflanzen in 13 Winterhärtezonen eingeteilt - Z1 bis Z13. Dadurch können Gärtner einschätzen, ob eine Pflanze auch irgendwo anders in der Welt den Winter aushält. Deutschland liegt in den Zonen Z6, Z7 und Z8.