Ausmisten und online verkaufen

Ausmisten und online verkaufen Hier und heute 04.05.2020 07:55 Min. Verfügbar bis 04.05.2021 WDR

Ausmisten und online verkaufen

So aufgeräumt waren unsere Keller und Dachböden wohl noch nie. Aber wohin mit dem ganzen Zeug, das wir ausgemistet haben? Im Netz verkaufen, sagt die Expertin für Online-Verkauf, Monika Zehmisch aus Meerbusch und erklärt, wie’s geht.

Kleidung an Kleiderstange

Kleidung sollte in gutem Zustand sein

Monika Zehmisch hat ihr Geld in den 1990er Jahren mit privaten Ebay-Verkäufen verdient. Da war manches kuriose Objekt dabei. „Das schrägste war ein Wappen des Kölner Doms.“ Sie kennt sich aus im Netz und verrät uns hier ihre Griffe und Kniffe. Schwer verkäuflich ist laut Monika Zehmisch alles, was sehr gebraucht aussieht. Das gilt insbesondere für Kleidung. Gut verkäuflich sind dagegen Dinge von dauerhaftem Wert, wie Schmuck, und Uhren.

Für gebrauchte Bücher, CDs und DVDs empfiehlt Monika Zehmisch „Momox“. Für Kleidung den „Kleiderkreisel“, für Kinderklamotten den „Mamikreisel“. Elektroartikel werden Sie prima über „ZOXS“ los, alles andere bei „Ebay Kleinanzeigen“.

Die Plattformen

  • „Momox“: gratis ab zehn Euro Ankaufswert, kaum optischer Gestaltungsspielrau, dafür einfaches „tool“ um den Marktwert eines Objekts zu ermitteln
  • „Kleiderkreisel“: gratis (Käufer zahlt Gebühr), eignet sich auch als Tauschplattform
  • „ZOXS“: gratis, Ankaufportal
  • „Ebay Kleinanzeigen“: gratis (anders als bei Ebay), nur Zusatzoptionen kosten etwas, wie z.B. die prominente Platzierung Ihrer Anzeige (kostet bis zu 29,95 Euro extra)

Wert ermitteln

Bücherstapel

Buchwert über ISBN-Nummer ermitteln

Den Wert eines Buchs ermitteln Sie über die ISBN-Nummer. Die können Sie zum Beispiel bei „Momox“ eingeben. Sie erhalten dann einen realistischen Preis. Bei anderen Dingen können Sie auf der jeweiligen Plattform nach dem gleichen oder einem ähnlichen Produkt suchen und sich so orientieren.

Laut Monika Zehmisch lohnt es, sich ein Konto bei verschiedenen Plattformen anzulegen. Je nachdem, was wir verkaufen wollen. „Potenzielle Käufer machen es genauso. Und Sie bekommen für ein paar Schuhe bei ,Kleiderkreisel‘ wahrscheinlich mehr, als bei Ebay.“ Die Portale sind spezialisiert auf bestimmte Produkte. Spezialisten seien die Nutzer. „Die wissen, was wieviel wert ist und suchen sehr gezielt.“

Woran erkenne ich eine seriöse Verkaufsplattform?

Eine seriöse Plattform erkennen Sie schon am Impressum. Hier müssen stehen: Anschrift, Namen und Telefonnummer. Wer unsicher ist, schaut sich die Kommentare anderer Nutzer im Netz an.

Fehler bei Fotos vermeiden

Saxophon auf Notenblättern

Produkt von Hintergrund abheben

Achten Sie bei den Fotos darauf, dass sie scharf und gut ausgeleuchtet sind. Es sollte nicht auf dem Kopf stehen. Produkt und Bildhintergrund sollten sich gut voneinander abheben. Außerdem sollte das Produkt auf mehreren Fotos von allen Seiten, von oben und von unten zu sehen sein. Kleidung sollten Sie am besten angezogen an einem Menschen fotografieren.

Zeigen Sie ansonsten Dinge ihrer Funktion gemäß. So kann es sich optisch lohnen, ein Musikinstrument, wie eine Flöte oder ein Saxophon an einem Nylonfaden so aufzuhängen, wie das Instrument auch im Gebrauch hängen würde, statt im Instrumentenkoffer liegend zu abzu lichten

Profi-Tipp: Vieles muss ich gar nicht selbst fotografieren, ebay bietet einen Fotopool für gängige Produkte an.

Anzeigentext

Schreiben Sie, was man auf den Fotos nicht sieht. Wo das Objekt herkommt, wie alt es ist. Das darf ruhig emotional sein. Grund für Verkauf angeben und wichtig: Artikelüberschrift: Viele Synonyme erhöhen die Wahrscheinlichkeit, gefunden zu werden

Was ist wichtiger: Foto oder Text?

Beides ist laut unserer Expertin wichtig. Das Foto zieht den Kunden in die Anzeige und zum Text. Ist der schlecht, hilft das beste Foto nichts. Angesichts dieser Reihenfolge ist auch das Foto sehr wichtig.

Tipps für den Onlineverkauf

Verkaufstext: Schreiben Sie, was die Fotos nicht zeigen

  • Saisonal verkaufen (Bsp. Keine Motorradklamotten im Winter)
  • Aussagekräftige Fotos (gutes Licht, Kleidung angezogen zeigen)
  • Anzeige „hoch halten“: Entweder durch kostenpflichtigen Sonderstatus, ganz oben zu erscheinen oder den Trick, immer wieder Kleinigkeiten an der Anzeige zu ändern, sie neu zu speichern und damit unter den „Frischesten“ zu platzieren
  • Beim Preis realistisch bleiben: Konkurrenzangebote checken

Rat und Tat bei Hier und heute

Stand: 04.05.2020, 06:00

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