Omas Zimmerpflanzen sind zurück

Stand: 09.03.2020, 06:00 Uhr

Omas Zimmerpflanzen erleben derzeit auf den Fensterbänken weltweit eine Renaissance. Gartenexperte Markus Phlippen hat die Pflegetipps für Fensterblatt, Glücksfeder, Grünlilie und Co.

Das Fensterblatt (Monstera deliciosa) stammt ursprünglich aus Mexiko und ist derzeit der Hit bei Insta-Gärtnern. Ihr Name basiert auf den „Fenstern“ in den Blättern. Diese tropische Pflanze kann bis zu sechs Meter hoch werden und ein ganzes Zimmer erobern. Dabei braucht sie allerdings ein wenig Unterstützung. Blätter sollten regelmäßig entfernt werden. Sie können ganz einfach Stecklinge in Wasser ziehen, denn die Pflanze bildet Luftwurzeln aus. Sobald die Stecklinge neue Wurzeln bilden, können sie in Erde gepflanzt werden. Wer mag, kann sie aber auch eine Zeit lang in der Vase stehen lassen. Das sieht ebenfalls schön aus.
Standort: Hell, aber keine direkte Sonneneinstrahlung. Das Fensterblatt mag hohe Luftfeuchtigkeit, daher am besten immer mal wieder mit Wasser besprühen.

Glücksfeder

Die Glücksfeder(Zamioculcas zamiifolia) auch Zamie genannt, kam aus Ostafrika zu uns und ist vielleicht die pflegeleichteste Zimmerpflanze von allen. Sie eignet sich sogar für Menschen, die Pflanzen mögen, jedoch keinen grünen Daumen haben. Die Glücksfeder überlebt selbst die dunkelsten Büroecken. Ihren wasserspeichernden, fleischigen Rhizomen im Boden kann sie Phasen längerer Trockenheit überstehen. Ein Rhizom ist ein unterirdischer Spross, keine Wurzel.
Nicht zu viel gießen, sonst reagiert die Glücksfeder mit Fäulnis. Wahrscheinlich wächst sie deshalb bei Menschen besonders gut, die sie vergessen.

Bogenhanf

Der Bogenhanf gehört zu den Spargelgewächsen und ist inzwischen die reinste Hippster-Pflanze. In der Natur gedeiht sie vor allem in Westafrika. Bei uns trägt sie den klangvollen Kosenamen: „Schwiegermutterzunge“. Es gibt über 70 verschiedene Arten und Sorten, die zum Teil besonders schön gemustert und geformt sind. Halten Sie die Erde feucht, aber nicht zu nass – weniger  ist mehr. Das gilt auch fürs Düngen. Aus einem Blatt können Sie drei- bis viermal Stecklinge machen, indem Sie es in zehn Zentimeter lange Stücke schneiden und diese in die Erde stecken.
Standort: Halbschattig, gerne hohe Luftfeuchte z.B. Badezimmer

Gummibaum (Ficus elastica)

Gummibaum (Ficus elastica)

Der Gummibaum stammt aus Südostasien und ist die Stilikone unter Omas Zimmerpflanzen. Er ist im Prinzip eine tropische Feigenart. Ficus elastica heißt übrigens „elastica“ weil man aus dem weißen Milchsaft Latex für Naturkautschuk – also Gummi – gewinnt. Für Menschen mit Latexallergie ist er daher nicht geeignet.
Die  Zimmerpflanzenerde sollte möglichst torffrei sein. (Nicht nur, dass wegen Torfabbau Moore zerstört werden, Torf enthält noch dazu Unmengen an CO2).
Standort: halbschattig, keine direkte Sonneneinstrahlung, nicht zu viel gießen – sonst Blattfall, Handschuhe beim Schnitt tragen wegen Milchsaft

Grünlilie

Eine der bekanntesten Zimmerpflanzen überhaupt ist die Grünlilie (Chlorophytum comosum). Wahrscheinlich, weil sie so pflegeleicht und unkompliziert zu vermehren ist. Sie kommt aus Süd-Ostafrika und ihre grasartigen Blätter und Ableger hängen wie ein Wasserfall herunter. Hier und da bilden sich kleine weiße Blüten.
Die Grünlilie braucht im Sommer eine andere Pflege als im Winter.
Im Sommer einmal wöchentlich gießen, am besten tauchen. Im Winter nur alle zwei bis drei Wochen gießen. Die Pflanze ist dann in einer Ruhephase. Aber regelmäßig besprühen.
Vorsicht: Wassertropfen auf den Blättern führen bei direkter Sonneneinstrahlung zu Flecken.