Nebenkosten-Check

Hier und heute 28.12.2021 06:15 Min. Verfügbar bis 28.12.2022 WDR

Nebenkosten-Check

Stand: 28.12.2021, 06:00 Uhr

In diesen Wochen liegen sie wieder in den Briefkästen: die Nebenkosten-Abrechnungen. Doch: Rund jede zweite Nebenkosten-Abrechnung ist falsch, sagen Mieterschützer. Wie Sie Ihre Abrechnung selbst prüfen, erklärt André Juffern vom Mieterbund NRW.

Die meisten Mieter werden inzwischen eine Nebenkostenabrechnung für das Jahr 2020 bekommen haben. Denn: „Vermieter rechnen die Nebenkosten in der Regel über ein Kalenderjahr ab“, sagt André Juffern vom Mieterbund NRW. Das bedeutet: Die Abrechnung für 2020 muss spätestens bis zum 31. Dezember 2021 zugestellt werden.

Keine Abrechnung bekommen?

Wer bis dahin keine Nebenkostenabrechnung bekommen hat, kann sich freuen. „Dann brauche ich keine Nebenkosten nachzuzahlen“, sagt Juffern. In diesem Fall verliert der Vermieter das Recht, diese zu verlangen.

Die gute Nachricht für Mieter: Ihr Recht auf eine eventuelle Rückzahlung verfällt dagegen nicht.

Höhere Wohnnebenkosten durch steigende Energiepreise

WDR 5 Profit - aktuell 30.11.2021 05:41 Min. Verfügbar bis 30.11.2022 WDR 5


Download

Fehlerhafte Abrechnung

Wer in diesen Wochen allerdings eine Nebenkosten-Abrechnung bekommen hat, sollte unbedingt genau hinsehen, rät Rechtsanwalt André Juffern. Insbesondere dann, wenn eine Nachzahlung droht. Denn: Rund 50 Prozent der Nebenkostenabrechnungen sind falsch, sagen Mietervereine. Juffern glaubt, dass es noch mehr sind.

Tipps für Mieter und Vermieter

Zunächst sollte man natürlich wissen, was überhaupt in eine Nebenkosten-Abrechnung reingehört – und was nicht. „Zu den Nebenkosten zählen grundsätzlich alle Kosten, die mit dem Haus oder der Wohnung verbunden sind“, sagt Juffern. Wie zum Beispiel: Wasser, Straßenreinigung, Müllabfuhr, die Gartenpflege oder Hausreinigung.

Aber auch Kosten für Gebäude-Versicherungen oder die Grundsteuer können Vermieter über die Nebenkosten auf die Mieter umlegen.

„Da kämpfen wir als Mieterbund zwar schon lange gegen“, sagt Juffern. Doch bisher sei es zulässig.

Häufig würden Vermieter aber auch Dinge in der Nebenkosten-Abrechnung auflisten, die sie gar nicht auf die Mieter umlegen dürften. Das gilt etwa für Reparaturkosten oder Instandhaltungen. Regelmäßige Wartungsarbeiten wie etwa der Heizungsanlage hingegen sind „umlagefähig“.

Ist die Nebenkosten-Abrechnung korrekt?

Das Bild zeigt eine Kostenabrechnung mit Geldscheinen.

Die Nebenkosten-Abrechnung scheint zunächst kompliziert, lässt sich aber auf den zweiten Blick leicht aufschlüsseln.

Ob etwas mit der Nebenkosten-Abrechnung nicht stimmt, kann jeder relativ einfach selbst herausfinden: „Zunächst sollte man in seinen Mietvertrag schauen“, rät Juffern. Darin sind in der Regel alle Nebenkosten aufgelistet, die der Mieter tragen muss. Diese sollten die gleichen sein, die in der Nebenkosten-Abrechnung stehen.

Außerdem sollte man die aktuelle Nebenkosten-Abrechnung mit der aus dem Vorjahr vergleichen. „Wenn ich dann zum Beispiel feststelle, dass ich für den Winterdienst immer 30 Euro bezahlt habe, und jetzt auf einmal 200 Euro anfallen – dann ist das ein Zeichen, dass da irgendetwas nicht stimmen kann.“

Klar, so eine Nebenkosten-Abrechnung wirke auf den ersten Blick für Laien kaum verständlich. „Davon sollte man sich aber nicht abschrecken lassen“, sagt Juffern. „Wenn man die in Ruhe Zeile für Zeile durchgeht, dann findet man relativ schnell selber raus, wenn irgendetwas komisch ist.“

Zunächst sollte man dann das Gespräch mit dem Vermieter suchen. Denn in den allermeisten Fällen seien diese Fehler keine böse Absicht. Findet man dann keine gemeinsame Lösung, sollte man sich professionelle Hilfe holen, rät Juffern. Zum Beispiel bei einem der Mietervereine. Denn die hätten mit dem Thema reichlich Erfahrung: „Die machen in diesen Wochen nichts anderes.“

Weitere Themen