Mediterrane Pflanzen für Balkon und Terrasse

Hier und heute 01.08.2022 06:16 Min. Verfügbar bis 01.08.2023 WDR

Mediterrane Pflanzen für Balkon und Terrasse

Stand: 01.08.2022, 06:00 Uhr

Knorrige Olivenbäume, üppig blühender Oleander und duftender Lorbeer: Da kommt Urlaubsstimmung auf. Gartenexperte Dominic Lindenberg zeigt, wie Sie mit diesen Pflanzen mediterranes Flair auf den Balkon und die Terrasse holen. Außerdem gibt er Pflegetipps.

Oleander

Oleander ist eine der beliebtesten mediterranen Kübelpflanzen. Heimisch ist er im Mittelmeerraum. Ausgewachsen kann er bis zu vier Meter hoch werden.

Oleander gibt es inzwischen in über 400 Sorten und vielen Farben: von hellrosa bis rot. Damit Oleander richtig blüht, braucht er einen warmen, sonnigen Standort, aber auch regelmäßig Wasser. Vor starkem Regen sollten Sie ihn allerdings schützen, da sonst die Erde zu sauer wird und die Blüten durchnässt werden. 

Oleander

Oleander blüht von hellrosa bis rot.

Oleander wächst am besten in einem mineralischen, kalkhaltigen Substrat mit hohem Ton- oder Lehmanteil. Kalkhaltiges Leitungswasser ist daher Trumpf. Ist das Gießwasser angewärmt, fördert das die Blütenbildung. Gießen Sie am besten nicht von oben, sondern immer am Boden gießen, da Nässe von oben die Blüten beschädigt und die Entstehung von Oleanderkrebs fördern kann. Für eine langanhaltende Blüte sollten Sie Ihre Pflanze regelmäßig düngen.

Oleander ist nur bis zu minus fünf Grad winterhart und sollte deshalb im Winter drinnen stehen – am besten ist ein kühler Standort, wo er keinen Frost abbekommt – ein Gewächshaus, ein kalter Wintergarten oder Keller. In milderen Regionen kann der Oleander auch mit einem Vlies gut geschützt überwintern.

Lorbeer

Lorbeerpflanze

Der Lorbeer fühlt sich an einem sonnigen Standort besonders wohl.

Der Lorbeer ist im gesamten Mittelmeerraum zu Hause. Der echte Lorbeer kann in der Natur eine Höhe von bis zu zwölf Metern erreichen. Die Blätter des Lorbeer können Sie frisch oder getrocknet als Gewürz verwenden. Der Lorbeer ist immergrün, er behält also auch im Winter seine Blätter.

Er ist zwar relativ anspruchslos, fühlt sich aber an einem sonnigen Standort am wohlsten. Der Lorbeer braucht wenig Wasser und kommt sehr gut mit Trockenheit zurecht.

Es reicht, wenn Sie den Lorbeer einmal im Jahr (im Frühjahr) düngen. Der Echte Lorbeer verträgt frostige Temperaturen bis etwa minus acht Grad Celsius. Sie können ihn daher in milden Regionen auch in den Garten pflanzen.

Im Winter sollten Sie sein immergrünes Laub dann allerdings mit einem Wintervlies schützen und den Wurzelbereich mit einer dicken Schicht Laub mulchen.

Olive

Die Olive ist der Inbegriff des Südens und seit Jahren schon eine der beliebtesten Kübelpflanzen überhaupt. Sie gehört zur Familie der Ölbaumgewächse (Oleaceae) und wird bereits seit dem vierten Jahrtausend vor Christus kultiviert.

Olivenbäumchen vor einer gelben Wand.

Olivenbäumchen - der Inbegriff des Südens.

Der Olivenbaum wächst sehr langsam, kann aber in seiner Heimat bis zu 20 Meter hoch werden und bis zu 100 Jahre alt werden. Im Kübel schafft der Olivenbaum allerdings nur bis zu 1,50 Meter Höhe.

Die Früchte des Olivenbaums verfärben sich je nach Reife von grün bis braun. Olivenbäume lieben es heiß, sonnig und trocken. Deshalb eignen sie sich besonders gut für einen Balkon oder eine Terrasse mit Südlage. Da die Olive nur langsam wächst, passt sie auch wunderbar auf einen kleinen Balkon. Die Olive ist ansonsten absolut anspruchslos und braucht nur wenig Wasser. Allerdings sollte man in denTopf eine Drainage mit Tonkügelchen legen, da sie auf Staunässe empfindlich reagiert.

Im milden Rheintalklima kann die Olive auch einzeln direkt in den Garten gesetzt werden – sie  verträgt Frost bis minus fünf °C. Allerdings reagiert sie auf raue Winter sehr empfindlich und selbst alte Bäume können langanhaltenden Frost nicht vertragen. Deshalb sollte man sie dann im Winter reinholen, an einen trockenen, kühlen Standort, z.B. in den Hausflur oder in einen unbeheizten Wintergarten.

Wichtig: Nicht bei mehr als zehn Grad überwintern, da sonst die Blüten- und Fruchtbildung leidet. Sie können Ihre Olive auch im Keller dunkel überwintern, allerdings wirft sie dann alle Blätter ab – treibt aber im Frühjahr wieder aus. Gegossen werden Oliven im Winter immer nur gerade so, dass der Ballen nicht austrocknet.Große, ausgepflanzte Bäume benötigen einen kompletten Winterschutz. Dafür die Pflanze von der Baumkrone bis zum Stamm in mehrere Schichten Vlies eingepacken und die Wurzeln mit Laub oder Reisig abdecken.          

Bei Kübelpflanzen Staunässe vermeiden

Staunässe ist ein großes Problem für Kübelpflanzen. Bei Staunässe werden die Poren in der Erde geflutet und die Wurzeln nicht mehr mit Sauerstoff versorgt – das führt zum Absterben der Pflanze.

Tongranulat

Als Drainage eignet sich Tongranulat, Kies oder Bimskies.

Der Blumentopf muss deshalb auf jeden Fall ein Loch im Boden zum Ablaufen des Wassers haben. Eine gute Drainageschicht sorgt dafür, dass das Ablaufloch nicht mit Erde verstopft. Für die Drainageschicht eignen sich Kies, Tongranulat oder Bimskies. Sand ist eher ungeeignet, weil er nicht ausreichend große Hohlräume bildet, durch die das Wasser ablaufen kann. Die Drainageschicht sollten Sie mind. zwei cm dick auffüllen, darauf können Sie noch ein Vlies legen.  Es muss allerdings wasser- und luftdurchlässig sein. Das Vlies dient als Filter und schützt die Drainageschicht vor der Erde. Darauf füllt man dann die Pflanzerde.

Wahl des Blumenkübels

Blumenkübel

Der Blumenkübel sollte mindestens einen Durchmesser von 50cm haben.

Bei der Wahl des Kübels darauf achten, dass er mindestens einen Durchmesser von 50 cm hat. Beim Material und bei der Farbe des Kübel gerne mal etwas wagen, nicht unbedingt den grauen schmucklosen Topf wählen. Nicht nur die Optik, sondern auch das Gewicht spielt eine Rolle: Je größer das Pflanzvolumen, desto mehr wiegt die Erde, aber auch das Gefäß selbst. Um den Topf auch bepflanzt noch gut bewegen zu können, können Sie ihn dauerhaft auf ein Rollbrett stellen.

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