Rose an einem Grabstein.

Richtig Abschied nehmen

Stand: 19.04.2022, 16:45 Uhr

Der Tod gehört zum Leben dazu – trotzdem drücken wir uns oft um dieses Thema herum. Die Psychologin Marianne Nolde erklärt, wie wir uns dem Sterben trotzdem annähern können und warum Humor dabei so eine wichtige Rolle spielt. 

Tod, Trauer, Sterben - Themen, um die die Meisten von uns gerne einen großen Bogen machen. Der Tod ist unausweichlich. Aber gerade das macht uns Angst. Die Psychologin Marianne Nolde hat sich diesem Thema gestellt. Ganz persönlich, ganz privat: Sie hat ihre 91 Jahre alte Mutter beim Sterben begleitet. Und sie hat Tagebuch geführt und daraus einen Ratgeber gemacht. Es geht um letzte Wünsche, gute Erfahrungen und die ein oder andere Überraschung. Eine Erkenntnis lautet: Humor ist wichtig. Auch oder vielleicht gerade wenn es ums Sterben geht.

Abschied nehmen

Hier und heute 19.04.2022 09:05 Min. Verfügbar bis 19.04.2023 WDR

Marianne Nolde – Elf Tage und ein Jahr - Über das Abschiednehmen von meiner Mutter

Pinguletta-Verlag, ISBN, 978-3-948063-25-2

Josefine ist 91 Jahre alt. Eine Frau, die auf ein erfülltes Leben zurückblickt, mit ihrem Mann, ihrer einzigen Tochter und im Kreise ihrer großen Familie. Eine Frau, die ihr Leben lang getragen wurde von ihrem festen Glauben. Eine Frau, die ihren Platz in der Verwandtschaft, ihrer Gemeinde und zuletzt im Altenheim hatte und die wusste, was sie wollte. Als Josefine die zunehmende Pflegebedürftigkeit gründlich leid ist, beschließt sie eines Tages, was sie jetzt am allermeisten will: sterben.

Ihre Tochter Marianne weiß das, sie akzeptiert den Wunsch ihrer Mutter. Und als sich medizinisch tatsächlich nichts mehr für sie tun lässt, begleitet sie intensiv und führt Buch. So entsteht ein Tagebuch der letzten elf Tage, in denen sie die Mutter liebe- und respektvoll betreut und die verschiedenen Phasen dieses Abschieds genau beschreibt.

Entstanden ist ein Ratgeber, changierend zwischen Biografie und Sachbuch, mit persönlichen Geständnissen und sachdienlichen Hinweisen, gut zu lesen und informativ für alle, die sich für das Thema interessieren, selbst betroffen sind oder einfach gerne gut gerüstet sein wollen.

Es ist ein hoffnungsvolles, ein tröstliches Buch – selbst wenn der Sterbeprozess nicht bei jedem so positiv und ruhig ablaufen kann wie bei Marianne Nolde und ihrer Mutter. Es ist eine Heilungsgeschichte – denn es berichtet von der sukzessiven Entspannung der Mutter-Tochter-Beziehung, die im Laufe des langen, gemeinsamen Lebens ab und zu etwas gelitten hatte. ist – und gibt Tipps, wie jeder für die Seinen und für sich selbst Vorbereitungen treffen kann.

(Quelle: Pinguletta-Verlag)

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