Insektenstich versucht Juckreiz.

Insektenstiche richtig behandeln

Stand: 24.06.2022, 06:00 Uhr

Autsch - was piekt denn da? Dermatologin Dr. Irene Konlechner erklärt uns, woran man erkennt, von welchem Insekt man gestochen wurde. Außerdem erklärt sie, womit wir uns schnell selbst Linderung verschaffen und wann wir tatsächlich lieber zum Arzt gehen sollten.

Mücken, Fliegen, Bienen, Wespen oder Hummeln: Im Sommer haben alle möglichen Insekten Hochsaison. Viele davon haben es auf unser Blut abgesehen, andere stechen nur zur Abwehr. Bedingt durch den Klimawandel und wärmere Temperaturen breiten sich in Deutschland zunehmend Insekten aus, die neue Krankheiten übertragen können. Sie können auch bei der Rückkehr von einer Reise eingeschleppt werden.

Bienen, Hummeln, Wespen

Quaddel auf der Haut nach einem Wespenstich.

Rote Quaddel nach einem Wespenstich.

Stiche sind - von den Schmerzen abgesehen - in der Regel harmlos. Für Insektengift-Allergiker besteht allerdings Lebensgefahr. Üblicherweise entwickelt sich für eine gewisse Zeit rund um die Einstichstelle eine brennende rote Quaddel. Für normal empfindliche Menschen sind Insektenstiche lediglich im tiefen Rachenraum bedrohlich, da Schwellungen dort zum Tod durch Ersticken führen können.

Ein Insektengift-Allergiker reagiert innerhalb kürzester Zeit mit Hautausschlag, Schweißausbrüchen, Schwindel, Übelkeit und Erbrechen. Im schlimmsten Fall kommt es zu einem allergischen Schock mit Bewusstlosigkeit sowie Atem- und Kreislaufstillstand. Bei beginnenden allergischen Reaktionen nach einem Insektenstich muss daher sofort ein Notarzt gerufen werden. Außerdem sollten Menschen, die gegen Bienen- oder Wespenstiche allergisch sind, immer ein Notfallset mit sich führen, dass vom Arzt verschrieben wird.

Tipp: Bienen und Wespen stechen nur dann, wenn sie sich bedroht fühlen. Daher niemals um sich schlagen, das macht die Insekten aggressiv. Wichtig ist es, Ruhe zu bewahren und sich langsam zu bewegen.

Zeckenbiss und Mückenstich – Wie schützen vor FSME und Co.?

Frag Dich fit 10.06.2022 33:40 Min. Verfügbar bis 11.06.2032 WDR 2


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Mücken

Mückenstich

Eine Mücke sticht zu.

Es gibt rund 1.500 Mückenarten, nur 130 davon stechen. Es sind nur die  Weibchen, die uns belästigen. Manchmal reagiert der Körper sehr empfindlich auf ihre Stiche. Die Stelle des Einstiches schwillt an, schmerzt und pocht. Die Einstichstelle rötet sich stark und das Ganze ist auch nicht nach ein paar Stunden vorbei. In dem Fall kann eine bakterielle Infektion vorliegen, aufgrund derer sogar eine Blutvergiftung möglich ist. Anhaltende und außergewöhnlich starke Schwellungen sollten unbedingt ernst genommen und vom Arzt untersucht werden. Oft handelt es sich jedoch nur um eine Überempfindlichkeitsreaktion des Körpers.

In den Tropen können Stechmücken Malaria, Gelbfieber, die Schlafkrankheit und andere Seuchen übertragen. Aber auch bei uns kommen tropische Mückenarten wie die Asiatische Tigermücke, die Sandmücke oder die Kriebelmücke gelegentlich vor. Sie sind teilweise auch am Tage aktiv und können gefährliche Viruserkrankungen wie das Zikavirus, das West-Nil-Virus oder Denguefieber übertragen.

Tipp: Duschen Sie Körperschweiß weg und verzichten Sie auf stark parfümierte Duschgels. Mückenschutzmittel, so genannte Repellents, verhindern, dass sich Insekten auf die unbedeckte Haut setzen. Wichtig ist allerdings der bestimmungsgemäße Gebrauch! Wenn Sie in Urlaub sind, kontrollieren sie vor Antritt der Rückreise Kleidung und Koffer auf „blinde Passagiere“, die sich gerne in dunklen Ecken verstecken. So vermeiden Sie das Einschleppen von Parasiten wie Mücken, Zecken, Bettwanzen und anderen ungebetenen Gästen.

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