Haare selbst schneiden – Frisur in Form bringen

Friseur*innen in Lockdown-Not Hier und heute 15.01.2021 12:59 Min. Verfügbar bis 15.01.2022 WDR

Haare selbst schneiden – Frisur in Form bringen

Die Friseurläden im Westen sind dicht. Jetzt wächst das Haupthaar, wie es will. Wir haben Tipps, wie Sie Ihre Frisur wieder selbst in Form bringen.

Verliert der Haarschnitt allmählich die Form, dann hat Friseurmeister Udo Luy für Frauen folgenden Tipp: Wenn es die Länge erlaubt, drehen Sie Ihre Haare auf Wickler. Wer keine Wickler hat, kann – ungelogen – Klorollen-Pappe benutzen. Entweder so, wie die Papprollen sind (bei längeren Haaren) oder zusammenknicken, bzw. aufschneiden und kleiner einrollen – Haare drumwickeln, mit einfacher Haarklammer festklammern, föhnen, fertig!

Tipp:

Die Haare nur mit Wasser besprühen (Sie können dazu Ihre Blumenspritze umfunktionieren), nicht tropfnass aufwickeln! Den Föhn auf mittlere Temperatur stellen.

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Spliss und kaputte Haare

Wer kaputte Spitzen hat, Strähne für Strähne zwischen zwei Fingern zu einer Wurst drehen und schauen, welche Haare herausschauen. Die gespaltenen, offensichtlich kaputten abschneiden. Scheren dafür gibt es inzwischen in Drogeriemärkten für um die zehn Euro. Das sollten Sie allerdings nicht zu häufig machen, sonst dünnen die Haare aus, warnt der Experte.

Ihr Pony wächst Ihnen in die Augen? Hier empfiehlt Udo Luy: „Klammer rein und zur Seite stecken, Ende der Krise abwarten und den Friseur machen lassen!“ Denn Sie können beim Schneiden nur mit einem Auge richtig gucken. Außerdem fällt im Pony schon der kleinste Fehler auf. Wer weder Angst vor Fehlern noch Geduld hat, für den gilt: Haare nass machen und sich helfen lassen.

Stufen wachsen raus?

Lieber nichts an der Länge ändern. Zopf binden, Haare flechten, auf Klorollen-Pappe drehen, aber möglichst nicht schneiden. Der Friseur kann dann hinterher im Zweifel nichts tun, als noch mehr abzuschneiden, um die Frisur zu retten und das will man ja vielleicht nicht

Die Farbe lässt nach

Frau mit noch nasser Haarfarbe, Detailaufnahme

Haare können selbst gefärbt werden.

Ebenfalls ein großes Thema, vor allem für die Frauen – die Farbe! Udo Luys dringender Rat lautet: „Kaufen Sie keine Farben im Drogeriemarkt zum Experimentieren.“
Viele Friseure verschicken oder liefern ihre Farben an die Kundinnen.

Alternativ können Sie eine Tönung wählen. Die hält zwar nicht so lange und sie müssen eventuell mehrmals tönen. „Allerdings ist es dann auch nicht so schlimm, wenn man nicht ganz so genau arbeitet, wie der Friseur und der hat dann, eine gute Chance, alles wieder zu richten, wenn Corona vorüber ist.“

Für die Männer

Typisches Männerproblem: Der fusselige Nacken. Hier zuerst mit einem kurz eingestellten Langhaarscheider drangehen, dann gegebenenfalls mit einem Nassrasierer nacharbeiten. „Das Problem sind die fehlenden Augen am Hinterkopf“, sagt Udo Luys darum entweder mit doppeltem Spiegel (einen vorne, einen hinten) arbeiten, oder sich von Familienmitgliedern beziehungsweise Mitbewohnern helfen lassen.

Wichtig:

Wer zu tief in den Ansatz reingeschnitten hat: sollte den kompletten Ansatz auf diese Länge kürzen. „Lieber etwas zu kurz, als mit Macke.“

Lassen Sie die Seiten lieber wachsen. Sie müssten sonst beim Schneiden sehr genau arbeiten, um nicht zu viele der langen oberen Haare versehentlich abzuschneiden. Wer nicht warten kann: Langhaarschneider benutzen bei trockenem Haar. Achten Sie darauf, dass der Langhaarschneider für die richtige Länge eingestellt ist und auf Gleichmäßigkeit! Lassen Sie sich auch hier am besten helfen, und halten Sie längere Haare oben mit Haarklammer zusammen.

Gel und Co

Gel und Co wirken jetzt Wunder! Mit Styling-Produkten lässt sich insbesondere bei Männer-Kurzhaarfrisuren richtig viel überbrücken. Udo Luy empfiehlt Haarwachs. Das klebt nicht so, gibt Halt und die Haare bleiben gleichzeitig modellierbar.

Stand: 15.01.2021, 11:26