Wie hilfreich ist „Dr. Google“?

Stand: 18.05.2020, 06:00 Uhr

Husten, Kratzen im Hals, Kopfschmerzen? Viele Menschen suchen lieber im Internet nach Ursachen für ihr Leiden als zum Arzt zu gehen. Über den richtigen Umgang mit „Dr. Google“, sprechen wir mit dem Allgemeinmediziner Prof. Klaus Weckbecker aus Bad Honnef.

Einer Studie der Bertelsmann-Stiftung zufolge sind 52 Prozent der Patienten, die das Internet bei Gesundheitsfragen nutzen, mit dem Ergebnis zufrieden. Gleichzeitig geben aber auch viele der Befragten an, dass die Ergebnisse der Internetsuche beängstigend und verwirrend seien.

Tipps für die Gesundheitsrecherche im Internet

Bei Suchbegriffen wie „Kopfschmerzen“ oder „Husten“ landen viele Nutzer schnell bei beängstigenden Suchtreffern und Diagnosen wie beispielsweise Krebs. Solche Infos finden sich häufig auf unseriösen und interessengetriebenen Seiten, sagt Allgemeinmediziner Prof. Klaus Weckbecker Wichtig sei deswegen der Blick ins Impressum. Dort lasse sich schnell erkennen, ob die Informationen von einem unabhängigen Anbieter stammen – beispielsweise einem wissenschaftlichen Institut, wie einem Krankenhaus oder einer Universität. Oder ob ein kommerzieller Anbieter dahintersteckt, wie beispielsweise ein Pharmaunternehmen.

Der Austausch in speziellen Foren kann zwar helfen, da aber jeder Krankheitsverlauf anders und individuell ist, sollten Nutzer nicht vom Schicksal anderer auf das eigene schließen, sagt der Mediziner. Außerdem können sich auch hier Pharmavertreter unter dem Deckmäntelchen des guten Ratgebers herumtreiben.

„Bei akuten oder länger anhaltenden Beschwerden sollten Sie lieber für eine Untersuchung und eine Diagnose zum Arzt gehen“, so Prof. Weckbecker.

Alternative zur Netzsuche

Immer mehr Ärzte und Praxen bieten alternativ auch digitale Sprechstunden an. So können viele Symptome schnell und ohne Gang in die Praxis abgeklärt werden.

Häufig treten medizinische Notfälle nachts oder am Wochenende auf, wenn die Praxen geschlossen sind. Medizinische Beratung erhalten Sie rund um die Uhr am Telefon des ärztlichen Bereitschaftsdiensts unter der kostenfreien Nummer 116 117. Dort gibt es schnelle Hilfe und Infos zu Bereitschaftsärzten in der Nähe. Und in Notfällen unbedingt die 112 wählen!

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