Gestresste Augen durch Homeoffice und Co.

Gestresste Augen durch Homeoffice und Co Hier und heute 15.02.2021 05:55 Min. Verfügbar bis 15.02.2022 WDR

Gestresste Augen durch Homeoffice und Co.

Wir alle verbringen winter- und coronabedingt viel Zeit zu Hause mit trockener Heizungsluft, oft am Bildschirm. Das reizt unsere Augen. Dr. Katja Severing Oberärztin der Augenklinik am Marienhospital Düsseldorf gibt Tipps, was wir dagegen tun und wie wir vorbeugen können.

Sind die Augen gereizt, fühlt sich das meist an, als hätten wir ein Sandkorn im Auge – es ist gerötet oder tränt. Das liegt daran, dass es zu wenig Tränenflüssigkeit produziert, weil wir zu wenig blinzeln, wenn wir konzentriert auf etwas schauen. Das kann der PC-Bildschirm sein, aber auch der Fernseher, das Handy oder ein Buch. „Normalerweise blinzeln wir 15 mal pro Minute, bei konzentriertem Gucken weniger“, erklärt Augenärztin Dr. Katja Severing.

Ein weiterer Grund könne sein, dass die Tränenflüssigkeit schneller verdunstet. Das passiere beispielsweise bei trockener Luft, aber auch durch den kalten Winterwind oder das Gebläse im Auto.

Rote Augen durch Entzündung?

Ursache für gerötete Augen kann jedoch auch eine Entzündung sein. Das geschieht, wenn die Zusammensetzung des Flüssigkeitsfilms, der das Auge schützt, gestört ist.

Älterer Mann sitzt vor seinem Computer. Er schaut frustriert auf den Bildschirm.

Der ständige Blick auf Displays strapaziert die Augen sehr.

„Wenn das Auge gereizt ist, wird unter Umständen nicht die richtige Konsistenz produziert“, erklärt Dr. Katja Severing. „Die Schleimschicht ist dazu da, dass das Auge glatt und glänzend aussieht und wir gut sehen können. Ist die Fettschicht nicht dick genug, wird das Auge weniger geschützt.“

Diese Fettschicht entsteht in Drüsen am Lidrand. Entzünde sich die Lidkante, könne sie diesen Schutzfilm nicht mehr ausreichend herstellen, erklärt die Ärztin. Das Auge reagiere mit einer Reizung.

Warme Kompressen können helfen

Hier helfen, laut der Expertin, warme Kompressen. „Verwenden Sie ein Wattepad oder einen Waschlappen mit warmem Wasser (nicht heiß!) und legen Sie ihn für zwei, drei Minuten auf die geschlossenen Augen.“ So könne das geschlossene Auge wieder mehr Tränenflüssigkeit produzieren.

Blinzeln Sie öfter mal

Ampulle mit Augentropfen an einem Auge

Tränenersatzmittel können Abhilfe schaffen.

Wer im Büro sitzt, könne alternativ immer mal wieder die Augen für eine Minute schließen um das fehlende Blinzeln auszugleichen. Alternativ gebe es so genannte Tränenersatzmittel rezeptfrei in der Apotheke – dünnflüssige bei leichten, dickflüssigere bei schwereren Symptomen.

„Werden die Beschwerden nicht besser, lieber zum Augenarzt gehen. Vor allem dann, wenn man auch noch schlechter sieht“, rät Dr. Katja Severing

Augenärzt*innen könnten den Augenfilm auf seine Zusammensetzung untersuchen und gezielt spezielle Tropfen oder Salben verschreiben. „Sie können die Liddrüsen, die den Fettfilm produzieren, ausdrücken, wenn sie verstopft sind oder wenn die Lidkante entzündet ist, die Tränenpünktchen mit winzigen Silikonpfropfen verschließen.“ Dadurch werde verhindert, dass Tränenflüssigkeit nach innen fließt, sie bleibe auf dem Auge.

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