Gemüse im Hochbeet gärtnern

Gemüse im Hochbeet gärtnern Hier und heute 26.04.2021 12:57 Min. Verfügbar bis 26.04.2022 WDR

Gemüse im Hochbeet gärtnern

Reiche Gemüse-Ernte auf kleinem Raum, Arbeiten ohne zu bücken. Gärtner Markus Phlippen gibt Tipps für ertragreiches Gärtnern im Hochbeet.

Die Vorteile eines Hochbeets

Eigenes Gemüse anbauen sind erste Schritte in Richtung Selbstversorgung. Das passende Beet dazu ist das Hochbeet. Die Arbeitshöhe ist optimal, man muss sich nicht so viel bücken.

Ein Hochbeet kann man an jedem Platz aufstellen, Hauptsache es ist sonnig. Durch die richtige Schichtung im Inneren des Hochbeets – unten Reisig und grobes Kompostmaterial und oben gute Pflanzerde – entsteht Bodenwärme und das Gemüse wächst schneller.

Schädlinge haben es schwieriger an die Gemüsepflänzchen heranzukommen.

Das kann man anpflanzen

Möhren-Saat

Keimtemperatur: 6 bis 10 C°
Keimdauer: 21 bis 28 Tage
Saattiefe: 1-2 cm

Mit der Möhren-Aussaat kann man im Rheinland im Februar loslegen, im Bergischen wahrscheinlich erst im April. Immer mehrere Samenkörner (drei bis vier) hineinlegen, denn Möhren gehen oft nicht auf.

Möhren können nur direkt gesät werden. Wegen der Pfahlwurzel soll man sie nicht vorziehen und umpflanzen. Idealerweise wird der Boden mit Sand verbessert. Denn zu dichter Boden ist schwierig für Wurzelgemüse. Die Möhrensämlinge sollte man unbedingt vor Nacktschnecken schützen.

Zwiebeln setzen

Das Bild zeigt lauter braune Zwiebeln.

Zwiebeln sollten mit einem Abstand von 20 Zentimetern angepflanzt werden.

Ein guter Pflanz-Partner für Möhren sind Zwiebeln. Steckzwiebeln werden so tief in die Erde gesteckt, dass ein kleiner Teil der Spitze noch herausschaut. Der Abstand zwischen den Zwiebeln sollte etwa eine Handlänge betragen, der Reihenabstand etwa 20 Zentimeter. Sie benötigen etwa einen Monat weniger bis zur Ernte als ausgesäte Zwiebeln.

Man vermutet, dass die Kombination Zwiebeln und Möhren gegenseitig vor Schädlingen schützt. Auch der durchlässig-humose Boden ist für Möhren und Zwiebeln gleichermaßen geeignet.

Erbsen und Zuckerschoten

Erbsen und Zuckerschoten passen gut als vorgezogene Pflänzchen neben die Zwiebeln und Möhren. Je nach Größe des Beets kann man vier bis fünf Pflanzen in eine Reihe setzen. Sie wachsen in die Höhe und brauchen deshalb eine kleine Kletterhilfe, zum Beispiel in Form eines Reisig-Zweiges. Hülsenfrüchte reichern Stickstoff im Boden an – damit kann der Boden verbessert werden.

Geeignete Erde

Als Erde eignet sich eine humusreiche lockere Pflanzerde. Sie sollte mindestens die oberen 20 - 30 cm abdecken. Verwenden Sie alte Erde nicht wieder, tragen Sie lieber etwa 30 cm ab und geben neue Erde drauf. Bei Frost muss das Gemüse mit einem Vlies abgedeckt werden. Ein feines Gemüsenetz schützt vor fliegenden Schädlingen.

Kohlrabi

Ein Kohlrabi wird auf einem Holzbrett in Viertel geschnitten.

Ab Mitte April kann man Kohlrabi ernten.

Kohlrabi werden als Jungpflanzen gepflanzt, circa drei bis vier Stück passend in einer Reihe. Mitte April ist ein guter Zeitpunkt, da es vorher noch zu kalt ist. Die Setzlinge sollten nicht zu tief gepflanzt werden, damit sich entwickelnde Knollen nicht auf dem Boden aufliegen und zu faulen beginnen, aber auch nicht zu hoch.

Der Pflanzenabstand für frühe Sorten beträgt 25-30 cm. Man kann auch dichter pflanzen, dann aber in jüngerem Stadium ernten. Schmeckt besonders zart.

Mangold

Mangold und Möhren passen ebenfalls gut zusammen, weil Sie aus verschiedenen Pflanzenfamilien stammen. Jedoch sollten die Blätter des Mangolds die Möhren nicht zu sehr beschatten.

So baut man ein Hochbeet selbst:

Schneckenzaun

Ein Hochbeet lässt sich gut kontrollieren, wenn es um Schädlinge geht. Wenn es feucht und dunkel ist, entdeckt man Schnecken am besten. Für alle, die ihr Gemüsebeet ganz normal im Garten anlegen, empfiehlt sich ein Blech als Schneckenzaun. Das Blech steckt etwa 10 cm tief im Boden und ist nach außen doppelt abgewinkelt. Idealerweise 2 mal 30 Grad- Winkel.

Weitere Tipps zur Schneckenabwehr

Balkon-Hochbeet

Pflücksalate

Erbsen passen auch hervorragend in ein Balkon-Hochbeet. Besonders einfach zu kultivieren sind darüber hinaus Pflücksalate. Diese gibt es häufig in rot und grün. Sie heißen dann Lollo Rosso und Lollo Bianco. Bei der Pflanzung nur ein Drittel bis zur Hälfte tief setzen. Der Salat kann dann besser von unten abtrocknen. Salat mag es kühl bei der Aussaat. Sommeraussaat wird deshalb oft nichts mehr.

Asiasalate

Das Bild zeigt Salat und eine Gießkanne.

Salate eignen sich optimal für Ihr Beet zuhause.

Sie gehören zu den Kohlgewächsen. Es sind meist Blatt- und Senfkohlarten. Beliebt sind Mizuna, Komatsuna oder Pak Choi.

Vorgezogene Jungpflanzen können mit 10 bis 15 cm Abstand ins Beet. Sie lassen sich aber auch sehr leicht aussäen.

Rauke

Der nussige, leicht scharfe Geschmack der Rauke ist sehr beliebt. Sie ist leicht zu ziehen und für Anfänger geeignet. Rauke ein Kohlgewächs, kein Salat. Da die Kulturzeit sehr kurz ist, kann man mit Rauke im Gemüsegarten auch immer prima eine Zwischensaat durchführen.

Keimprobe

Wer noch altes Saatgut aus den letzten Jahren hat, für den lohnt es sich, eine so genannte Keimprobe zu machen. So kann man feststellen, ob das Saatgut noch gut funktioniert. Dafür streut man eine definierte Zahl an Samen auf feuchtes Filterpapier und stellt es in einem Minigewächshaus warm auf, damit die Keimung stattfinden kann.

Je nach Saatgut muss man auf die  empfohlene Temperatur zur Keimung achten und darauf, ob es sich um Licht- oder Dunkelkeimer handelt. Nach zehn bis 14 Tagen nachschauen, wie viele Samen aufgegangen sind. Wenn es über 70 Prozent sind, kann man das Saatgut noch verwenden. Bei unter 50 Prozent würde sich eine Aussaat nicht lohnen.

Erdbeeren

Die roten Früchte sind wunderbar für ein Balkonbeet geeignet. Im Gegensatz zu den Salaten brauchen Erdbeeren aber mehr Nährstoffe.

Kapuzinerkresse

Die Blüten sind nicht nur eine Augenweide, sie sind leicht scharf und passen auch wunderbar zum Salat.