Gefahr durch E-Bike-Akkus 

Stand: 10.03.2021, 06:00 Uhr

Es ist schon wieder passiert: Vor wenigen Tagen ist in Bochum erneut ein E-Bike-Akku explodiert und hat einen Brand ausgelöst. Woran das liegt und wie sich so etwas vermeiden lässt, darüber sprechen wir mit dem Sachverständigen der Dekra, Jochen Hof.

So etwas könne leider immer wieder mal vorkommen, sagt Jochen Hof. Wird so ein Lithium-Ionen-Akku etwa beschädigt oder zu heiß, könne es darin zum Kurzschluss kommen. „Dieser löst dann eine Kettenreaktion aus“, so Hof. Die Folge: Der Akku fängt Feuer oder explodiert. 

Das Bild zeigt ein brennendes Smartphone.

Die Brandgefahr bei E-Bike-Akkus ist genauso niedrig wie bei Handy-Akkus.

Die gute Nachricht: „Gemessen an der großen Zahl an E-Bike-Akkus passiert das sehr selten“, sagt der Fahrrad-Experte der Dekra. „Das kommt nicht häufiger vor als bei Handys.“ Das Problem bei den E-Bike-Akkus sei aber: Sie speichern extrem viel Energie. Und dementsprechend heftig können dann auch die Folgen einer solchen Kettenreaktion sein. 

Außerdem droht bei beschädigten Akkus nicht nur Brand -und Explosionsgefahr. Es können auch Flüssigkeiten aus dem Akkus austreten, die zu Hautreizungen führen können. Wer aber einige Dinge beachtet – der kann das Risiko, das von E-Bike-Akkus ausgeht, erheblich senken. 

So beugen Sie vor 

Zunächst sollte so ein E-Bike-Akku richtig gelagert werden, sagt Jochen Hof. Bedeutet: In einem trockenen Raum mit einer Temperatur zwischen zehn und 20 Grad, möglichst auf Fliesen oder Steinboden und mit einem Ladestand zwischen 30 und 70 Prozent. 

Grundsätzlich könne man einen E-Bike-Akku auch in der Garage lagern – allerdings nicht im Winter bei Minusgraden. Und in jedem Fall sollte der Lagerraum mit einem Rauchmelder ausgestattet sein. 

Wichtig sei darüber hinaus, mögliche Warnzeichen zu erkennen: „Aufpassen muss man immer dann, wenn der Akku starke Schrammen, Dellen oder Brüche hat“, sagt Jochen Hof. Oder auch, wenn am Ladegerät das Kabel beschädigt ist. Und ganz besondere Vorsicht gilt, wenn sich der Akku aufbläht. 

Beschädigte Akkus sollte man nicht im Haus oder in der Garage, sondern möglichst auf einem Steinboden im Freien aufbewahren. Zudem sollte man sie nicht mehr benutzen und möglichst schnell fachgerecht entsorgen. Um beschädigte Akkus sicher transportieren zu können, gibt es spezielle Boxen

Laden Sie die Akkus nach Möglichkeit nur, wenn Sie zu Hause sind und notfalls eingreifen können. Und besser im Keller oder Abstellraum laden.

Auch die Qualität der Akkus spielt eine entscheidende Rolle. Jochen Hof empfiehlt, E-Bikes grundsätzlich im Fachhandel zu kaufen. Von Schnäppchen aus dem Internet rät er ab. Und auch zu Ladegeräten und Ersatzakkus solle man sich am besten im Fachhandel beraten lassen. 

 

Was tun wenn‘s doch passiert

„Sobald es anfängt zu kokeln, immer die Feuerwehr anrufen“, sagt Jochen Hof. Wenn möglich, selbst versuchen, das Feuer zu löschen – mit Wasser, einer Decke oder Sand. 

Unnötig lange sollte man sich aber nicht in der Nähe eines brennendes Akkus aufhalten. Nicht nur wegen der Explosionsgefahr. Durch die Flammen entstünden hochgiftige Gase, die man nach Möglichkeit nicht einatmen sollte. Also in sicherer Entfernung in Deckung gehen und auf die Feuerwehr warten.