Gärtnern auf der Fensterbank

Gärtnern auf der Fensterbank Hier und heute 15.03.2021 14:40 Min. Verfügbar bis 15.03.2022 WDR

Gärtnern auf der Fensterbank

Jetzt ist die perfekte Zeit, um Gemüsepflanzen und Blumen vorzuziehen. Und das geht auf jeder Fensterbank. Unsere Gartenexpertin Anja Klein aus Köln zeigt, worauf Sie dabei achten sollten. Sie hat die Tipps – vom richtigen Blumentopf, über die passende Erde bis zum Säen.

Am Anfang steht der richtige Pflanztopf. Diese Töpfe eignen sich, laut Gartenbloggerin Anja Klein, bestens zum Vorziehen von Saatgut:

Kokosquelltöpfe

Kokosquelltöpfe bestehen aus Kokosfasern, einem Naturprodukt, das bei der Kokosnuss-Ernte gewonnen wird. In der Handhabung sind sie sauber und unkompliziert.

Zwei Schaufel und ein nachhaltiger Blumentopf mit Setzling befinden sich auf einem Holztisch.

Vorziehen: Der richtige Topf ist entscheidend.

Kokos-Quelltabletten besitzen alles, was Samenkörner, Stecklinge oder Sämlinge zum gesunden Wachstum benötigen. Übergießt man die Tablette mit warmem Wasser, quillt sie schnell auf. Anschließend, ist der Substratballen bereit zur Aussaat oder zum Pikieren kleiner Sämlinge und Stecklinge.

Das feine Vlies ist so flexibel, dass Wurzeln ungehindert hindurch wachsen können. Nach dem Keimen und der Wurzelbildung wird die junge Pflanze mitsamt Wurzelballen an den gewünschten Platz gesetzt.

Topf aus Klopapierrolle

Eine leere Klopapierrolle auf einer Toilette

Leere Klopapierrollen nicht direkt wegschmeißen!

Klopapierrollen mit torffreier Anzuchterde (gut andrücken) füllen und eng nebeneinander in ein höheres Kästchen stellen. Wer will, kann vorher ca. zwei Zentimeter Blähton oder feinen Kies in das Kästchen füllen. Das verhindert nasse Füße und gibt den Wurzeln, falls der Umzug ins Beet sich verzögert, mehr Raum.

Bitte darauf achten, dass es nicht zu feucht ist, sonst könnte es anfangen zu schimmeln.

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Root-Trainer (spezielle Töpfe für Tiefwurzler): Erde in die aufklappbaren Anzuchtzellen geben, die Samen leicht hineindrücken und befeuchten. Das überschüssige Wasser staut sich in der Auffangschale und sorgt für eine optimale Bewässerung von unten. Durch den Deckel entsteht ein optimales Keimklima. Root-Trainer eignen sich vor allem für flachwurzelnde Gemüse, Kräuter und Beetpflanzen, wie z.B. Bohnen.

Gewächshäuser

Recyceltes Mini-Gewächshaus

Hierfür eignet sich perfekt die Plastik-Schale, in der Beeren verkauft werden. Doppelt gut: Die Löcher sind schon drin. So kann das Wasser ablaufen. Füllen Sie einfach Erde hinein und dann die Saat. Die Wurzeln brauchen Sauerstoff, damit sie nicht faulen.

Gewächshaus aus Kunststoff: Gibt’s ab ca. 20 Euro im Baumarkt oder Online.

Gewächshaus mit Licht: Diese Gewächshäuser sind teuer in der Anschaffung und im Stromverbrauch.

Tipps zum richtigen Säen:

Zwei Schüsseln Erde

Keine normale Erde verwenden!

Verwenden Sie am besten Aussaaterde oder Vermiculite (für Anzucht geeignetes mineralisches Substrat). Normale Erde hat zu viele Nährstoffe. Bei Kulturen, die lange drinnen bleiben, wie Tomaten, können Sie zwei Drittel normale Erde verwenden und obenauf ein Drittel Aussaaterde geben.

Dann bilden sich am Anfang kräftige Wurzeln, die nach Nährstoffen suchen. Sind sie lang genug, finden sie ausreichend Nahrung.

Generell gilt: Säen Sie das Saatgut nur so tief, wie auf der Packung empfohlen. Pflanzen haben unterschiedliche Bedürfnisse.

Die Bedürfnisse des Saatguts

Alle Pflanzen brauchen Licht zum Wachsen, nur beim Keimen unterscheiden sie sich. Es gibt hier zwei Sorten:

Kopfsalat

Kopfsalat braucht besonders viel Licht!

Lichtkeimer brauchen, wie der Name schon sagt, besonders viel Licht, um gut zu wachsen. Bedecken Sie die Samen daher nur mit einer hauchdünnen Schicht Erde. Beispiele für Lichtkeimer sind Kopfsalat, Römischer Salat, Sellerie und Tomaten.

Dunkelkeimer sollten dicker mit Erde bedeckt werden. Sie keimen lieber im Dunkeln. Beispiele für Dunkelkeimer sind Aubergine, Feldsalat und Gurke.