Eismaschinen im Praxistest: Welches Gerät überzeugt?

Hier und heute 02.06.2021 06:46 Min. Verfügbar bis 02.06.2022 WDR

Eismaschinen im Test

Sommerzeit ist Eiszeit. Für die ganze Familie kann das schnell ein teurer Spaß werden. Alternative: In der Eismaschine einfach selbst machen. Stiftung Warentest hat 20 Eismaschinen getestet, Roman Schukies stellt die Ergebnisse vor.

Gleichzeitig kühlen und rühren – das ist das Geheimnis von Eismaschinen. Grundsätzlich lässt sich Eis nämlich auch einfach mit der Hand zubereiten. In der Eismaschine wird es jedoch besonders cremig. Das Rühren verhindert, dass sich Eiskristalle bilden. Zudem wird dadurch Luft in die Masse geschlagen. Und ohne das gleichzeitige Kühlen würde die Eismasse zu flüssig.

Zwei verschiedene Systeme

Es gibt zwei verschiedene Systeme: aktive und passive Geräte. Die aktiven haben einen Kompressor, der den Eisbehälter ständig kühlt. Bei der passiven Variante muss man den Behälter zwölf Stunden lang im Gefrierfach runterkühlen, bevor man damit Eis machen kann.

Weiterer großer Unterschied: Der Preis. Aktive Eismaschinen mit Kompressor kosten zwischen 200 und 600 Euro, die anderen sind mit 25 bis 75 Euro deutlich günstiger. Lohnt sich der Aufpreis? Das wollte die Stiftung Warentest herausfinden und hat 20 Eismaschinen getestet: Zehn mit Kompressor, zehn ohne.

Frozen Joghurt mit Karamellsoße

Frozen Joghurt ist für aktive Maschinen kein Problem.

Die Warentester haben mit jeder Maschine Vanilleeis, Zitronen-Sorbet, Frozen Joghurt sowie Eis mit Schokolade und Nüssen zubereitet. Ergebnis: „Frozen Joghurt schaffen alle aktiven Maschinen top, Vanille-Eis mindestens gut, Zitronen-Sorbet oft gut.“

Aktive Geräte sind besser

Grundsätzlich gilt: Aktive Geräte machen fast immer das bessere Eis. „Die waren fast immer eine Note besser als die passiven“, sagt Roman Schukies. Der Preis-Leistungssieger im Test die aktive Eismaschine von Medion für vergleichsweise günstige 184 Euro.

Doch auch mit den günstigen Geräten ohne Kompressor könne man gutes Eis machen, sagt Schukies. „Gerade beim Vanilleeis gab es kaum gravierende Unterschiede.“ An ihre Grenzen kommen die günstigen Geräte immer dann, wenn es aufwändiger wird: So musste das Schokoladen-Eis mit Nüssen etwa lange gerührt und gleichzeitig gekühlt werden. Dem ein oder anderen Gerät sei dann irgendwann „beim Kühlen die Luft ausgegangen“. Dann wird die Eismasse nicht fest.

Abzug für klimaschädliche Kältemittel

Zwei Maschinen im Test machen zwar durchweg gutes Eis – wurden aber trotzdem abgewertet: Die Geräte von Magimix und De'Longhi. Der Grund: Sie verwenden ein besonders klimaschädliches Kältemittel. „Das ist jetzt kein Skandal“, sagt Schukies. „Wir raten aber aus diesem Grund nicht zum Kauf.“ Inwiefern dies die Kaufentscheidung beeinflusse – das müsse aber jeder für sich selbst entscheiden.

Darauf sollte ich beim Kauf achten

Was sich jeder vor dem Kauf einer Eismaschine fragen sollte: Wann, wie oft und für wieviel Personen möchte ich Eis machen? Denn davon hänge ab, welche Eismaschine für einen sinnvoll sei.

Das Bild zeigt zwei Eistüten.

Eis kann man ganz einfach zuhause zubereiten.

Was man über die aktiven Geräte wissen müsse: „Damit kann ich jederzeit Eis zubereiten“, sagt Schukies. „Das geht spontan, ich brauche also keinen Vorlauf.“ Zudem könne man mit den Eismaschinen mit Kompressor tendenziell größere Mengen herstellen – auch über einen längeren Zeitraum. Minuspunkt: Die Geräte mit Kompressor sind in der Regel größer und nehmen mehr Platz weg.

Schukies' Fazit:

Die aktiven Geräte sind tendenziell eher etwas für Familien mit viel Platz und dem Geld, sich so etwas zu kaufen.

Wer hingegen ab und an kleinere Mengen Eis zubereiten wolle und in Kauf nehme, den Behälter immer vorher über Nacht ins Gefrierfach zu legen, könne auch durchaus mit einem der günstigen Gerät glücklich werden.