Ein aufgeschnittener Christstollen

Weihnachtsstollen im Test

Stand: 21.11.2022, 06:00 Uhr

Weihnachtszeit ist Stollenzeit. Kann der günstige Marzipan-Stollen mit dem teuren Desdner-Stollen mithalten? Stiftung Warentest hat eine Auswahl der Produkte unter die Lupe genommen. Wir sprechen mit Produkttesterin Sara Waldau über die Ergebnisse.

Was und wie wurde getestet?

Die Warentester haben 18 Rosinen-Stollen getestet, von denen vier auch mit Marzipan gefüllt waren. Getestet haben sie die Stollen unter anderem in den Kategorien Geschmack, Schadstoffe und Kennzeichnung. Dabei beurteilten geschulte Prüfpersonen die anonymisierten Produkte nach Aussehen, Geruch, Geschmack, Mundgefühl und Nachgeschmack. Zudem wurden alle Produkte auf Schadstoffe untersucht und geschaut, ob die Angaben auf den Verpackungen vollständig und richtig sind.

Grundsätzlich ist das Ergebnis des Tests erfreulich: Sieben Stollen sind im Gesamturteil gut, neun befriedigend und zwei ausreichend.

Weihnachtsstollen im Test

Hier und heute 21.11.2022 05:08 Min. Verfügbar bis 28.11.2023 WDR

Preisunterschiede

Die Preisspanne lag zwischen rund vier Euro pro Kilogramm für den günstigsten Weihnachtsstollen und etwa 30 Euro pro Kilogramm für den teuersten. Und auch beim Geschmack reichten die Urteile von „sehr gut“ bis „ausreichend“.

Welcher schmeckt am besten?

Eine Servierplatte mit aufgeschnittenem Christstollen, rundherum Weihnachtsdekoration

Der Christstollen ist untrennbar mit Weihnachten verbunden.

Grundsätzlich gilt: „Der Stollen muss ausgewogen nach Rosinen, Orangeat und Zitronat schmecken“, sagt Waldau. „Noten von Rum, Mandel und Vanille können das Ganze abrunden.“ Außerdem muss das Innere kräftig locker und eher mürbe sein. Beim Geschmack punkten können vor allem die sogenannten Dresdner Stollen. Für diese Bezeichnung müssen genaue Vorgaben erfüllt sein. Dresdner Stollen müssen mindestens 650 Gramm Rosinen sowie 500 Gramm Butter, 150 Gramm Mandeln sowie 200 Gramm Zitronat und Orangeat pro Kilogramm Mehl haben. Außerdem darf er nur in Dresden und in den zwölf angrenzenden Ortschaften hergestellt sein.

Alle fünf Dresdner Stollen im Test erreichen ein "gut". Besonders erfreulich: Der günstigste Dresdner Stollen ist auch der beste: Der Dresdner Christstollen von Dr Quent. Beim Geschmack bekam er eine glatte Eins. Mit neun Euro pro Kilogramm kostet er zudem nur etwa halb so viel wie die Dresdner Stollen von Emil Reimann und der Stollenbäckerei Krause – die ebenfalls geschmacklich „sehr gut“ abschneiden.

Welche Produkte haben nicht so gut abgeschnitten?

Geschmacklich eher nicht überzeugen, konnten die günstigen Stollen für vier bis fünf Euro pro Kilogramm von Aldi, Edeka, Kuchenmeister und Netto-Marken-Discount. Das schlechteste Urteil beim Geschmack bekommt der Butterstollen von Edeka, „weil er nach alter Butter riecht“. Und bei den Marzipan-Stollen schneidet nur der Stollen von Bahlsen für elf Euro pro Kilo „gut“ ab.

Test auf Schadstoffe

Schadstoffe fanden die Warentester in den Weihnachtsstollen nur in geringen bis sehr geringen Mengen. Man kann also alle getesteten Produkte unbeschwert genießen. Aber Achtung: In einem Weihnachtsstollen stecken mitunter bis zu 39 Prozent Zucker und jede Menge Fett.

Christstollen im Test - Stiftung Warentest