Bewegung als Corona-Schutz

Bewegung zum Schutz vor Corona: Tipps vom Sportwissenschaftler Hier und heute 07.05.2021 06:41 Min. Verfügbar bis 07.05.2022 WDR

Bewegung als Corona-Schutz

Wer sich regelmäßig bewegt, schützt sich vor einem schweren Covid-Verlauf – so das Ergebnis einer US-amerikanischen Studie. Was dran ist und was wir tatsächlich prophylaktisch tun können, erklärt Sportwissenschaftler Ingo Froböse von der Sporthochschule Köln.

Froböse bestätigt, dass es zahlreiche Studien über die Effekte von Sport auf das Immunsystem gibt. „Menschen, die Sport treiben, haben ein geringeres Risiko, sich mit Erkältungs- oder Grippevieren zu infizieren.“

Professor Dr. Ingo Froböse

Sportwissenschaftler Ingo Froböse.

Darüber hinaus verbessere Bewegung das Herz-Kreislauf-System und vor allem die Lungenfunktion. Sport reduziere zudem Entzündungen und Gerinnungsstörungen. „Was ja bei Covid-19 von Bedeutung ist“, so der Experte.

Froböse geht noch einen Schritt weiter: „Sport kommt in meinen Augen einer Mini-Impfung gleich.“ Auch für eine tatsächlich bevorstehende Impfung sei Bewegung sinnvoll. „Eine Runde Sport bevor Sie zum Impfzentrum fahren, hilft dem Körper.“

Spaziergehen und Gartenarbeit

Alle gehen gerade spazieren. Doch es müsse schon ein flotter Spaziergang sein, damit er hilft, erklärt der Sportwissenschaftler. „Ich sage immer: Laufen ohne Schnaufen.“ Der Herzschlag müsse sich erhöhen.

Praktischer Tipp: Wenn Sie auf vier Schritten einmal ein- und dann auf vier Schritten ausatmen, ist es das richtige Tempo. Als Ergänzung unbedingt etwas Muskeltraining zwischendurch machen, empfiehlt Froböse.

Eine ältere Frau joggt auf einem Landweg.

Um fit zu bleiben, sollten Sie mehrmals pro Woche Sport treiben.

Ein bisschen Unkraut zupfen zähle nicht unbedingt. Wer bei der Gartenarbeit aber außer Atem komme, der tut was für seine Fitness. Laut Weltgesundheitsorganisation sollten wir alle 150 Minuten pro Woche Sport machen. Das sind auf fünf Tage gerechnet je 30 Minuten.

Übergewicht im Zusammenhang mit Covid-19 sei nicht ein so großer Faktor wie zunächst angenommen, so Ingo Froböse. „Wenn es um Covid geht, musst du nur aktiv sein. Lieber moppelig und fit, als dünn und unfit. Es kommt nicht auf die Waage an.“ Viele Menschen tun sich aktuell mit Sport schwer. Fitnessstudios sind seit Monaten geschlossen und auch sonst ist Freizeitsport stark reglementiert.

Ein kleines Kind fährt Tret-Fahrrad.

Besonders Kindern fehlt momentan die Bewegung.

Die Situation sei aktuell dramatisch, betont Froböse. „Wir produzieren – wenn ich das drastisch formulieren darf – gerade eine Bewegungsmangel Pandemie.“ Besonders Kindern fehle der Sport, der enorm wichtig sei, sowohl fürs Mentale als auch für kognitive Entwicklung. Bei den älteren kommt es durch den Bewegungsmangel zu Mobilitäts- und Selbstständigkeitsproblemen.

Aufholen und Nachholen seien die Stichworte. „Eine tägliche Sportstunde in der Schule. Auch online möglich. Vereine, Fitnessstudios und auch Hallenbäder unter den bekannten Hygiene-Bedingungen öffnen. Tennisplätze auch öffnen, ebenso wie Outdoor Sportplätze“, fordert der Experte.

Tipps für den Homeoffice- und Homeschooling-Alltag Suchen Sie sich Bewegungspunkte: Nehmen Sie die Treppe statt den Fahrstuhl. Räumen Sie das Wohnzimmer frei um eine Runde mit den Kindern zu toben, zu tanzen oder auch zu raufen. Holen Sie das alte Gummitwist raus. Machen Sie Kniebeugen zwischendurch. Drehen Sie eine Feierabend-Runde. Das alles hilft der Fitness!

Wie viel bewegen Sie sich seit der Pandemie?

mehr
37,3 %
weniger
46,7 %
unverändert
16,0 %
Hinweise:
Das Ergebnis dieser Umfrage ist nicht repräsentativ. Rundungsbedingt kann es zu Abweichungen kommen.

Stand: 07.05.2021, 06:00