Abgelaufene Kosmetika

Abgelaufene Kosmetika Hier und heute 30.04.2021 06:43 Min. Verfügbar bis 30.04.2022 WDR

Abgelaufene Kosmetika

In den meisten Badezimmerschränken stapeln sich die Cremetöpfe, Tiegel, Fläschchen und Dosen. Einmal angebrochen halten jedoch auch Kosmetika nicht ewig. Wie lange wir sie problemlos verwenden können, erklärt uns Hautärztin Dr. Yael Adler.

Einmal geöffnete Cremes können schimmeln, auch wenn wir das nicht sehen, weiß Dr. Yael Adler. Wenn Fett enthalten ist, kann Kosmetik außerdem ranzig werden. Der entsprechende Geruch ist ein erster Indikator. „Dann weg damit“, rät die Expertin. Auf den Packungen sind außerdem ein Mindesthaltbarkeitsdatum aufgedruckt oder ein Zeichen (offener Tiegel plus Zahl).

Ab öffnen läuft MHD

Die Haltbarkeit läuft ab, sobald wir einen Tiegel öffnen. Besonders entscheidend ist das auch bei Cremes mit Lichtschutzfaktor. Denn: „Der chemische Filter ändert sich, die Wirksamkeit nimmt ab.“ Und der Schutz ist somit nicht mehr gewährleistet. Bei physikalischen Sonnenschutzmitteln (das sind jene, die einen weißen Film auf der Haut hinterlassen nach dem Eincremen) halte der Schutz dagegen länger.

Gefährliche Inhaltsstoffe

Das Bild zeigt Inhaltsstoffe eines kosmetischen Produkts laut INCI-Liste

Achten Sie auf die Inhaltsstoffe Ihres Produkts!

Doch bei Sonnenschutzmitteln gibt es noch eine andere Gefahr. Der Stoff Octocrylen, der in vielen dieser Cremes mit Lichtschutzfaktor enthalten ist, wandelt sich nach zwölf Monaten um in Benzophenon. Dieses wiederum wird abgebaut zu Formaldehyd, das Allergien auslösen kann und als krebserregend gilt.

Es steht in Verdacht, Leber- und Lymphdrüsenkrebs auszulösen.

Auch abgelaufene Sonnenschutz-Produkte, die kein Octocrylen enthalten, können Hautreizungen wie Akne, Kontakt- oder Sonnenallergien auslösen, so Dr. Yael Adler. „Nicht lebensbedrohlich, aber unangenehm.“

Richtige Lagerung

Angebrochene Kosmetika sollten kühl und dunkel gelagert werden. „Am besten nicht in offenen Töpfchen, sondern in geschlossenen Spendern“, empfiehlt die Hautärztin. Sind es doch Töpfchen, dann nicht mit dem Finger hineingehen, sondern mit einem Spatel. Auch bei Naturkosmetik, die oft keine Konservierungsstoffe enthalten, gilt – Packungsangaben beachten.

Expertinnen-Tipps:

  • Nach dem Öffnen ein Zettelchen mit dem Datum draufkleben, damit Sie nachhalten können, wie lange Sie das Produkt schon benutzen.
  • Wer Naturkosmetik selbstmacht: nur kleine Mengen, im Kühlschrank aufbewahren und schnell verbrauchen.

Unproblematisch

Seife dagegen ist relativ unproblematisch, da sie antibakteriell wirkt. Deos sollten Sie genauso behandeln wie andere Produkte. „Aluminium im Deo ist übrigens nicht gefährlich, das hat man lange Zeit gedacht, hat sich aber als falsch erwiesen“, stellt Dr. Yael Adler klar. „Aluminium kann gefährlich werden, wenn man es isst, aber nicht im Deo.“

Und wie viel Hautkosmetik brauchen wir überhaupt? Für Yael Adler steht fest: „Weniger ist mehr. Gesunde Haut braucht gar nichts. Nicht einmal Sonnenschutzmittel, wenn Sie nördlich des Schwarzwaldes sind und sich im Schatten aufhalten.“ Zur Reinigung reicht ihrer Meinung nach eine gute PH-neutrale Seife.