Willicks Haushaltshelden – mit Yvonne Willicks, Lisa Kestel und Daniel Aßmann

Willicks Haushaltshelden – mit Yvonne Willicks, Lisa Kestel und Daniel Aßmann WDR 24.06.2020 01:28:46 Std. UT Verfügbar bis 24.06.2021 WDR

Willicks Haushaltshelden – mit Yvonne Willicks, Lisa Kestel und Daniel Aßmann

Von Melissa Bakowsky

Was hat sich alles verändert in nur drei Monaten? Waren die Medien zuletzt gespickt mit Themen zu Arbeitslosigkeit, Kurzarbeit, Depression und Pleitewellen, ist ganz tief in unserer Gesellschaft auch etwas anderes passiert.

Kaum ein Wort hat solche Konjunktur erfahren, wie der Begriff der „Held*innen“ in diesen schweren Zeiten. Hilfsbereitschaft und Solidarität haben in den vergangenen Wochen deutlich an Stellenwert gewonnen.

In „Willicks Haushaltshelden“ machen sich die drei WDR-Moderator*innen Yvonne Willicks, Lisa Kestel und Daniel Aßmann auf die Suche nach den wahren Held*innen im Westen.

Wertschätzung von Lebensmitteln

Das Bild zeigt eine Gemüse-Auslage.

Sinnvolle Vorratshaltung

Bei einigen von uns sind die Vorratsschränke inzwischen sehr gut gefüllt. Es wurde gehamstert in Deutschland aus Angst vor Engpässen. Doch nicht immer war der Vorrat sinnvoll angelegt. Yvonne Willicks empfiehlt den Verbraucher*innen, einen ganzjährigen Vorrat anzulegen. Wichtig dabei: nicht einfach nur horten! Die Mengen sollen an die individuellen Bedürfnisse angepasst sein. Die folgende Liste ist hier nur eine Empfehlung als Grundlage.

Der Vorrat sollte sich nach der Anzahl der Personen im Haushalt richten und in regelmäßigen Abständen aufgefüllt werden. Der individuelle Geschmack und die Ernährungsweise sind wichtig. Auch Lebensmittel, die aufgrund ihres Einmachverfahrens lange haltbar gemacht werden, können durch Lieblingskräuter- und Gewürze schnell geschmacklich aufpoliert werden.

Das Bild zeigt verschiedene Vorratsbehälter mit Lebensmitteln.

Der Vorrat lässt sich gut in Gläsern mit Deckel, Plastikbehältern oder Keramikgefäßen aufbewahren. Ein Vorratskeller- oder Schrank ist nicht nötig. Wichtig ist, dass sie an einem dunklen und trockenen Ort aufbewahrt werden. Die Vorratsbehälter sollten sich gut verschließen lassen.

Falls sich trotz richtiger Lagerung Lebensmittelmotten oder andere ungewünschte Mitbewohner in den Vorrat eingenistet haben, müssen die befallenen Lebensmittel entsorgt werden. Überprüfen Sie zur Sicherheit auch die anderen Lebensmittel im Schrank. Wenn Sie Ihre Vorräte in Gläsern aufbewahren, sind ungewünschte Mitbewohner leichter zu erkennen.

Bei der Umfüllung in einen Vorratsbehälter sollten Sie sich das Mindesthaltbarkeitsdatum des Produkts auf einen Zettel notieren und diesen an das Vorratsglas befestigen. Das Mindesthaltbarkeitsdatum ist allerdings nur eine Empfehlung des Herstellers. Sie können zusätzlich das Datum der Abfüllung notieren und sich an diesem orientieren. Um Lebensmittel auf ihre Haltbarkeit zu überprüfen, gilt weiterhin die Geschmacks- und Geruchsprobe. Erscheint Ihnen das Lebensmittel nicht mehr genießbar zu sein, empfiehlt sich die Entsorgung. In einem Großteil der Fälle schmeißen wir in Deutschland aber Lebensmittel auch dann weg, wenn sie noch gut sind. So landen jährlich 12 Millionen Tonnen noch genießbare Lebensmittel im Müll. Experten gehen davon aus, dass diese Zahl nach der Krise ansteigt.

Das Bild zeigt Yvonne Willicks in einem Unverpackt-Laden mit der Geschäftsführerin.

Unverpacktläden haben zu Beginn der Pandemie ein wahres Hoch erfahren. Neben dem positiven Effekt Verpackungsmüll zu sparen, sind die Lebensmittel überwiegend fair produziert und biologisch angebaut. Der Dortmunder Unverpacktladen „Frau Lose“ bietet neben Trockenprodukten unter anderem auch Öle und Gewürze. Zudem beherbergt der Laden, aufgrund seines Kühlhauses, die einzige Foodsharing-Station in der Gegend.

Wer mehr über nachhaltiges Leben wissen möchte, kann an Workshops zu unterschiedlichen Themen teilnehmen.

Leckere Rezeptideen mit gehamsterten Lebensmitteln

Die „Hamsterküche“: Dabei geht es nicht um Hauptspeisen für niedliche Nagetiere, sondern um tolle Rezeptideen mit Lebensmitteln, die in (zu) großer Menge eingekauft wurden. Teigwaren und Mehl stehen an erster Stelle.

Im digitalen-Kochworkshop stehen deshalb ein Sommerbrot und Nudelnester auf dem Plan.

Die Restlos-Glücklich-Kochkurse finden ab Juli 2020 noch ein bis zweimal im Monat digital statt. Zeitgleich sollen die Kurse wieder persönlich stattfinden, natürlich unter Einhaltung der Sicherheitsmaßnahmen.

Aktuelle Termine zu den Kursen finden Sie auf:

Oder auf den Social-Media-Kanälen des Vereins.

Engagement gegen Lebensmittelverschwendung: Beispiele und Anlaufstellen

Die Initiative Foodsharing ist 2012 in Berlin entstanden. Das Netzwerk der Foodsharer wächst deutschlandweit täglich. Die Mitgliedschaft ist kostenlos und alle Beteiligten arbeiten unentgeltlich und ehrenamtlich.

Seit ihrer Gründung arbeitet die Initiative in vielen Städten auch stark mit den örtlichen Tafeln zusammen. Die Tafel ist eine der Institutionen, die besonders stark von der Corona-Pandemie betroffen waren. Mehr als die Hälfte der Tafeln in Deutschland mussten schließen.

Foodsharing in Remscheid

Das Bild zeigt Mitarbeiter der Initiative Foodsharing Remscheid bei der Essensausgabe.

Die im Bergischen Land liegende Stadt Remscheid ist seit Anfang des Jahres die erste Foodsharing Stadt Deutschlands. Grundlage ist ein Motivationsschreiben. In diesem verpflichten sich Foodsharing und die Verantwortlichen der Stadt zur Zusammenarbeit und Unterstützung im Kampf gegen die Lebensmittelverschwendung.

Im Restaurant und Hotel „Villa Paulus“ wird aus geretteten Lebensmitteln der Foodsharer eine Hauptspeise und ein Nachtisch vom Koch und Inhaber Kai Paulus gezaubert. Dieses Essen wird dann kostenlos an Bedürftige in städtischen Institutionen verteilt.

Falls auch Sie sich bei Foodsharing engagieren möchten oder Lebensmittel retten möchten, unter:

finden Sie alle Informationen zur Initiative.

Bildung 2020

Das Bild zeigt ein leeres Klassenzimmer in einer Schule in Salzkotten.

Digitaler Unterricht an Schulen in NRW

Am 15. März 2020 schlossen die Schulen in NRW, um die Ausbreitung des Corona- Virus zu stoppen. Ein Großteil der 5518 Schulen in unserem Land hatten bis dahin als digitale Maßnahme lediglich einen Computerraum. Jetzt sollten die Schülerinnen und Schüler ihren Lehrplan digital abarbeiten. Das Lehrpersonal stellt Lerninhalte per Mail oder Cloud zur Verfügung. Den Schulen blieb für die Umstellung nur wenige Tage Zeit. Bei vielen klappte die Umstellung besser auf dem Papier als in der Realität.

Das Bild zeigt Moderator Daniel Aßmann mit einem Lehrer in einer Schule in Salzkotten.

Einer, der seinen Schüler*innen auch in dieser Zeit die bestmögliche Unterstützung bietet, ist Gunnar Klinge. Er ist seit 2 Jahren Oberstufenleiter an der Gesamtschule Salzkotten und hat seine Schule fast komplett digitalisiert.  Ein voller Erfolg, der nicht zuletzt durch Gunnar Klinges Engagement die Gesamtschule Salzkotten gut durch die Krise bringt.

Corona School

Das Bild zeigt Moderator Daniel Aßmann in einem Video-Chat mit den Gründern der Corona School.

Auch die Universitäten schlossen ihre Türen. Die vier Bonner Studenten Lukas Pin, Gero Embser, Tobias Bork und Christopher Reiners reagierten sofort und riefen die Plattform „Corona-School“ ins Leben. Die Plattform richtet sich vor allem an Schüler*innen, denen beim Erlernen der Unterrichtsinhalte die nötige Unterstützung durch einen Lehrer oder eine Lehrerin fehlt.

Studierende, die sich ehrenamtlich engagieren möchten, können sich kostenlos registrieren. Inzwischen ist die Plattform ein Verein, dem weit über 12.000 Schüler*innen und über 9.000 Studierende angehören. Täglich gibt es derzeit bis zu 200 Neuregistrierungen.

Weitere Informationen finden Sie unter:

Uni Münster schult hunderte Studierende für einen Corona- Einsatz

Das Bild zeigt Moderator Daniel Aßmann in einem Corona-Kurs an der Uni Münster.

Unter der Leitung von Dr. Hendrik Friederichs wurde innerhalb von wenigen Wochen ein Hygienekurs ins Leben gerufen. Die Resonanz war überwältigend: innerhalb kurzer Zeit haben sich über 1800 Studierende gemeldet, die sich eine praktische Corona- Fortbildung wünschten. Hintergrund: auch die Universitäten mussten ihren Lehrbetrieb im März komplett einstellen.

Geschult wurden Medizin-Studierende ab dem 5. Semester in Händedesinfektion, dem richtigen An- und Ablegen der Schutzkleidung sowie dem Abstrich für den Corona-Test.

Die Schulung wurde vorerst eingestellt, da der Lehrbetrieb weitergeht. Die Uni Münster sucht aber weiterhin engagierte Studierende, die sich vorstellen können, weiterhin zu unterstützen.

Wie kaufen wir nach Corona ein? Findet eine Veränderung des Einkaufsverhaltens statt?

Das Bild zeigt das Schild eines Hofladens.

Die Helden im Supermarkt

Das Bild zeigt Moderatorin Lisa Kestel beim Regale einräumen.

Können Sie sich noch an die Zeit erinnern, als wir ohne Masken einkaufen gegangen sind? Tatsächlich ist das erst gut zwei Monate her. Doch neben dem Tragen von Masken hat sich auch im Supermarkt selbst einiges verändert und auch unser Einkaufsverhalten hat sich den Umständen angepasst.

Ca. 700.000 Beschäftigte haben in unseren Supermärkten im Westen dafür gesorgt, dass die Regale aufgefüllt wurden und es kaum Engpässe in der Versorgung gab.

Die Dankbarkeit der Kunden äußert sich in Worten, gemalten Bildern und Wertschätzung.

Saisonal und regional

Die Kunden entdeckten den Vorteil regionaler Lebensmittel und folgen damit einem Trend, der sich deutschlandweit feststellen lässt.

Das Bild zeigt Mitarbeiter eines Hofladens beim Zusammenstellen von Lebensmittelkisten.

Laut „Ernährungsreport 2020 des Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft“ ist 83 Prozent der Deutschen wichtig, dass ihre Lebensmittel regional sind. Auch der Fleischkonsum ist während der Pandemie zurückgegangen. Neben Lieferdiensten von Einzelhandelsketten, sind sogenannte Gemüse- und Obstboxen hoch im Kurs. Diese können Interessierte übers Internet bestellen. Inzwischen bieten immer mehr Landwirt*innen die Boxen und Kisten an und liefern sie aus.

Die Vorteile von regionalen und saisonalen Lebensmitteln, überwiegen für viele Verbraucher*innen. Die kurzen Transportwege und die Unterstützung der lokalen Händler überzeugen die Kund*innen. Das Bewusstsein für Lebensmittel und die Wertschätzung hat sich bei vielen von uns sicherlich durch die Pandemie verändert.

Ernährungsgewohnheiten in Deutschland: Der Ernährungsreport des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) zeigt, wie Ernährung, Einkauf und Kochen in den modernen Arbeits- und Lebensalltag integriert sind.

Stand: 26.06.2020, 16:52

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