Konsumtempel oder Lieferwagen – Wie und wo kaufen wir in Zukunft ein?

Der Haushaltscheck 03.11.2021 44:15 Min. UT Verfügbar bis 03.11.2022 WDR

Der Haushalts-Check mit Yvonne Willicks

Konsumtempel oder Lieferwagen – Wie und wo kaufen wir in Zukunft ein?

Stand: 03.11.2021, 10:45 Uhr

Unser Einkaufsverhalten verändert sich – nicht erst seit der Pandemie. Helle Konzeptsupermärkte, Kochboxen, Lieferdienste – Einkaufen wird zum Erlebnis. 140 Milliarden Euro gaben die Deutschen vergangenes Jahr im Lebensmitteleinzelhandel aus. Dabei tauschen wir den Einkaufswagen immer häufiger gegen den Lieferwagen. Corona hat den Trend zum Lebensmittellieferdienst und Kochboxen beschleunigt.

Von Simone Mandt

Neue Marktkonzepte

Das Bild zeigt einen Supermarkt mit einem neuen Konzept von innen.

Auch in 2021 ist der Kunde immer noch König. Er soll seine Einkäufe schnell erledigen können und sich in den Märkten wohl fühlen. Darauf reagieren nicht nur die Supermärkte, sondern auch die Discounter. Penny setzt auf Einkaufsbuchten und Konzeptmärkte, die das Thema Nachbarschaft in den Mittelpunkt rücken. So gibt es auf der Hamburger Reeperbahn einen „Kiez- Penny“, der die Szene ansprechen soll.

Auch im Lebensmittelhandel steht das Thema Nachhaltigkeit im Fokus. Aldi verbannt bis 2030 die Haltungsformen 1 und 2 aus seinem Frischfleischsortiment, LIDL bietet Fleisch mit Bioland- und Naturlandsiegel an.

Rewe probiert sich an neuen Konzeptmärkten mit eigener Basilikumzucht auf dem Dach. Das Wasser kommt aus der hauseigenen Barschzucht, die sich ebenfalls auf dem Dach befindet. Die Fische landen anschließend in der Frischetheke.

Lieferdienste

Das Bild zeigt einen Lieferwagen des Lieferdienstes Picnic.

Während die Lebensmittel-Lieferdienste in Deutschland im Jahr 2019 noch rund 1,6 Milliarden Euro umgesetzt haben, ist die Zahl im Coronajahr 2020 auf 2,7 Milliarden hochgeschnellt. Die Deutschen sind im europäischen Vergleich zurückhaltender. Spitzenreiter bei der Onlinebestellung von Lebensmitteln sind Großbritannien, Spanien und Schweden.

Das Problem: Die Lieferdienste unterscheiden sich stark. Nicht nur der Preis, auch die Liefergebiete, die Auswahl der Produkte und das Zeitfenster der Lieferung unterscheiden sich.

REWE Lieferdienst

  • Nutzt seit Beginn das bestehende Filialnetz für seine Lieferung
  • Liefergebiet: in den meisten Großstädten
  • Lieferzeit:Mo-Sa, 7-22 Uhr
  • Lieferfenster: 2- oder 4-stündig
  • Same-Day-Delivery: ja, in der Regel möglich
  • Mindestbestellwert: 50,00 EUR, exkl. Pfand und Liefergebühr
  • Liefergebühr: 0,00 EUR - 5,99 EUR je nach Zeitfenster; entfällt bei Erstbestellung
  • Pfandabwicklung: ja
  • Besonderheit: in vielen deutschen Städten verfügbar

Picnic

  • Liefergebiet: mehrere Städte in Nordrhein-Westfalen, darunter Düsseldorf, Neuss, Mönchengladbach, Krefeld und Gelsenkirchen
  • Lieferzeit: Mo-So
  • Lieferfenster: 20-30 Minuten
  • Same-Day-Delivery: nein, aber am Folgetag bei Bestellungen bis 22 Uhr
  • Mindestbestellwert: 35 EUR
  • Liefergebühr: keine
  • Pfandabwicklung: ja, auch Getränkekisten
  • Besonderheit: kostenfreie Lieferung mit Elektrowagen

Amazon Fresh

  • Liefergebiet: Berlin, Potsdam, Hamburg & München
  • Lieferzeit: Mo-Sa, 6-22 Uhr
  • Lieferfenster: 2-stündig
  • Same-Day-Delivery: ja, i.d.R. möglich
  • Mindestbestellwert: keinen
  • Liefergebühr: 3,99 EUR - 4,99 EUR je nach Mitgliedschaft; entfällt ab 40,00 EUR Bestellwert für Amazon Fresh Mitglieder bzw. 100,00 EUR für Prime Mitglieder (ohne zusätzliches Amazon Fresh Abo)
  • Pfandabwicklung: ja
  • Besonderheit: großes Sortiment und Produkte von lokalen Feinkosthändlern

Kochboxen im Test

Familie Zeldis aus Hückeswagen hat sich drei Wochen lang nur aus der Kiste ernährt. Drei Kochboxen wurden getestet. Welche hat überzeugt?

Hello Fresh

Das Bild zeigt eine Kochbox von Hello Fresh.

Preis: Hier lagen Supermarkt und Kochboxportion nur 41 Cent auseinander. Eine Portion aus der Kochbox kostet 3,98 Euro. Wenn die Zutaten einzeln im Supermarkt gekauft werden liegt die Portion bei 3,57 Euro.

Fazit der Familie: Der Marktführer ist der subjektive Testsieger. Einfache Rezepte und alle Gerichte haben auch den Kindern geschmeckt. Dazu gibt’s ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis und die Rezepte sind auch auf kochende Küchenmaschinen anwendbar.

Marley Spoon

Preis: Eine Marley Spoon-Portion liegt bei 4,50 Euro. Im Supermarkt zahlt man für die einzelnen Zutaten nur 2,91 Euro.

Das Bild zeigt eine Kochbox von Marley Spoon.

Fazit der Familie: Leckere Gerichte zum guten Preis, aber für die Kinder etwas zu exotisch. Ein kleiner Punktabzug für den zweitgrößten Anbieter auf dem Markt.

Tischline

Preis: In der Box kostet ein Tischline-Gericht 5,21 Euro. Im Supermarkt wären es 2,85 Euro gewesen.

Das Bild zeigt eine Kochbox von Tischline.

Fazit der Familie: Der kleine Anbieter aus Hamburg bietet zusätzlich noch leckere Desserts. Die gehen aber leider nicht nur auf die Hüften, sondern auch ins Geld. 8 Euro pro Portion ist etwas happig. Außerdem waren die Sojasprossen bereits verdorben. Ärgerlich.

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