Wie bewegt sich der Westen? Schnell, sauber und günstig durch NRW

Wie bewegt sich der Westen? Schnell, sauber und günstig durch NRW Der Haushaltscheck 29.04.2020 44:08 Min. UT Verfügbar bis 29.04.2021 WDR

Wie bewegt sich der Westen? Schnell, sauber und günstig durch NRW

Von Maurice Kaufmann

Jeder Deutsche legt im normalen Alltag täglich rund 39 Kilometer zurück. Egal ob zu Fuß, auf dem Rad, mit dem öffentlichen Verkehrsmitteln oder mit dem Auto.

In Zeiten des Klima-wandels, Friday for Future und steigenden CO2-Werten scheint die Zeit reif für eine Verkehrswende. Aber wie kann die aussehen? 

Deutschland ist immer noch ein Autoland. In den Innenstädten dominiert das Bild von vollen Parkplätzen und verstopften Straßen. In Köln nimmt das Auto den Bürgern allein durch Parkplätze 7 km² Fläche weg, das sind fast 1.000 Fußballfelder. Oft ist man in Ballungsräumen mit den öffentlichen Verkehrsmitteln oder dem Fahrrad schneller unterwegs.

Nahverkehr neu gedacht. Umsonst und autonom durch Monheim.

Das Bild zeigt einen autonom-fahrenden Bus.

Die Mittelstadt zwischen Köln und Düsseldorf hat ihr Verkehrskonzept überdacht. Mehr Busse, die häufiger kommen, waren der Anfang. Mittlerweile fahren die Bürger kostenlos und autonom mit dem ÖPNV. Kleine Elektrobusse unterstützen die klassischen Gelenkbusse und fahren mit 20 km/h wie von Geisterhand durch die Straßen der Stadt. Jeder Bürger bekommt den so genannten Monheim Pass. Der ermöglicht nicht nur das kostenlose Busfahren, sondern auch das Ausleihen von Fahrrädern und E-Autos.

Nachgefragt – wie bewegt sich NRW in Zukunft?

Das Bild zeigt, wie ein E-Auto geladen wird.

NRW setzt auf E-Mobilität. In Aachen wird mit dem E-Go ein E-Auto made in NRW gebaut. Münster bekommt eine Batteriezellenforschungsfabrik. Das ambitionierte Ziel: Bis 2030 sollen sechs Millionen E-Autos auf deutschen Straßen unterwegs sein. Der Kauf eines E-Autos wird vom Land NRW und den Autoherstellern mit bis zu 6.000 Euro gefördert, wer eine Ladesäule installiert erhält bis zu 1.000 Euro, bei öffentlich zugänglichen Ladesäulen sogar 5.000 Euro.

E-Auto, E-Roller, E-Bike oder ÖPNV – Was ist billiger?

Mobilität ist individuell. Die Wahl des Verkehrsmittels richtet sich immer nach den Anforderungen der jeweiligen Person.

E-Auto: Hyundai Kona Electric

  • Anschaffungspreis: UVP 46.790 Euro
  • Verbrauch auf 100 km: 19,5 kWh

Wer sich ein E-Auto zulegt, fährt nicht nur emissionslos, sondern auch in den ersten zehn Jahren steuerfrei. Trotzdem ist ein E-Auto nicht automatisch klimaneutral.

Der Abbau von Lithium und Kobalt, Stoffe die für die Akkus gebraucht werden, sorgen dafür, dass die Ökobilanz eines Stromers zu Beginn schlechter ausfällt als die eines Benziners.

Wer sein Modell mit Ökostrom betankt, gleicht sie deutlich schneller aus. Schmutziger Braunkohlestrom hingegen sorgt dafür, dass das E-Auto nie zum Klimaretter wird.

Wie günstig die „Tankfüllung“ wird, richtet sich nach der Art der Ladung. Wird das Auto zuhause an der Solarstromanlage geladen, tankt man günstiger als an einer Schnellladesäule an der Autobahn.

E-Motorroller Niu NQi

  • Anschaffungspreis: UVP 2.749,00 Euro
  • Verbrauch auf 100 km: 3,1 kWh

Gerade in der Stadt kann ein E-Motorroller eine praktische und kostengünstige Alternative zum Auto sein. Der entscheidende Vorteil zum „normalen“ Motorroller: Er muss seltener repariert werden. Verschleißteile wie Vergaser und Auspuff gibt es nicht. Der zehn Kilo schwere Akku kann wie ein Handy an der Haushaltssteckdose geladen werden.

Multimodale Mobilität

Wer verschiedene Verkehrsmittel nutzt, um ans Ziel zu gelangen, ist multimodal unterwegs. So kann der Weg zum Bahnhof mit dem eigenen Auto zurück gelegt werden, der Zug bringt einen dann in die nächste Stadt, wo man auf ein Leihfahrrad steigt, um die letzte Meile zurückzulegen.

Damit diese Kombination reibungslos funktioniert, fordern Verkehrsverbände wie der VDE eine Ausweitung des ÖPNV-Angebots, bessere Radwege und einen Ausweg aus dem Tarifdschungel.

Stand: 23.04.2020, 17:00

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