Unser tägliches Wasser – gesund und gut geprüft?

Unser tägliches Wasser – gesund und gut geprüft? Der Haushaltscheck 27.05.2020 44:15 Min. UT Verfügbar bis 27.05.2021 WDR

Unser tägliches Wasser – gesund und gut geprüft?

  • Aus dem Wasserhahn: Woher kommt unser Leitungswasser?
  • Wasserfilter: Gesünder durch Technik?
  • Öko-Check: Nitrat im Grundwasser
  • Tipps für reines Wasser

Damit das Wasser so schön klar aus der Leitung plätschert, muss das Wasser allerdings gut kontrolliert werden. Unser Leitungswasser ist das bestüberwachte Lebensmittel in Deutschland und das für einen unschlagbaren Preis von nur ca. 0,2 Cent pro Liter.

Aus dem Wasserhahn: Woher kommt unser Leitungswasser?

Das Bild zeigt einen Wasserhahn.

Leitungswasser ist oftmals Grundwasser oder Uferfiltrat, zum Beispiel Wasser aus dem Rhein. Im Wasserwerk wird es so aufbereitet, dass es klar, rein und frei von Krankheitserregern und anderen Rückständen aus dem Hahn kommt.

  • Das Regen- und Rheinwasser wird in der Mitte des Rheinbeckens infiltriert, bevor es zum Grundwasser gelangt.
  • Über eine Brunnenanlange wird das auf natürliche Weise gereinigte Grundwasser aus 20 Metern Tiefe aus der Erde gepumpt und zu einem Wasserwerk geleitet.
  • Im Wasserwerk wird dem Wasser in der ersten Stufe Sauerstoff zugegeben, damit Metalle wie Eisen und Mangan mit Sauerstoff reagieren und aufflocken.
  • Dieses sauerstoffhaltige Wasser fließt dann zwei Stunden lang durch einen Filter mit Hydroanthrazit-Kohle, Quarzsand und Aktivkohle. Hier werden die entstandenen Eisen- und Manganflocken, Gerüche etc. rausgefiltert.
  • Dem gefilterten Wasser wird nochmals Sauerstoff zugesetzt, um Korrosionen in Rohrleitungen zu vermeiden.
  • Im letzten Schritt wird das Wasser in einer Desinfektionsanlage mit UV-Licht bestrahlt, damit die eventuell enthaltenen Keime betäubt werden.

Wasserfilter: Gesünder durch Technik?

Meldungen rund um Keime, Medikamentenreste, Hormone und Kalk in unserem Leitungswasser machen immer öfter und lauter die Runde. Gerade Hersteller von Wasserfilteranlagen machen sich diese Meldungen zu Nutze und bieten verschiedene Filtersysteme an. Was sollte man beim Kauf und Gebrauch von Wasserfiltern beachten? 

Drei Tipps vom Experten Dr. Ulrich Borchers vom Rheinisch-Westfälischen Institut für Wasserforschung in Mühlheim an der Ruhr:

  1. Nur nötig bei kalkhaltigem Wasser (lässt sich beim örtlichen Wasserversorger erfragen)
  2. Kartuschen alle drei Wochen austauschen
  3. Karaffen regelmäßig reinigen

Test der Filtersysteme:

Für unsere Redaktion haben zwei Familien drei verschiedenen Filtersysteme getestet:

1. BRITA Fill & Enjoy Style (29,99

Das Bild zeigt den Wasserfilter BRITA Fill & Enjoy Style.

Ein kleiner Tischwasserfilter, der laut Werbeversprechen unerwünschte Stoffe aus dem Leitungswasser herausfiltert und Kalk und Stoffe, die Geschmack und Aroma stören, reduziert.

2. SODASTREAM Crystal 2.0 (159.--)

Das Bild zeigt den Wasserfilter SODASTREAM Crystal 2.0.

Ein Filter, der per Kartusche Leitungswasser in Sprudelwasser verwandelt.

3. GROHE Blue home (ca. 1600.-- )

Das Bild zeigt den Wasserfilter GROHE Blue Pure.

Auch ein Filtersystem, welches verspricht, Leitungswasser von „allen Stoffen zu befreien, die den Geschmack trüben können“. Außerdem kann stilles Wasser und kohlensäurehaltiges Wasser gezapft werden. Das Gerät wird unter die Spüle an die Armatur verbaut und arbeitet ähnlich wie ein Wassersprudler mit Kartuschen, die gewechselt werden müssen.

Öko-Check: Nitrat im Grundwasser

Das Bild zeigt eine Klärgrube.

Laut Trinkwasserverordnung dürfen höchstens 50 Milligramm Nitrat pro Liter Trinkwasser enthalten sein. Doch was sind Nitrate eigentlich?

Nitrat ist eine Verbindung aus Sauerstoff und Stickstoff. Pflanzen brauchen unter anderem Nitrat, um zu wachsen. Es kommt in Ausscheidungen von Kühen und Schweinen vor und kann so als natürlicher Dünger in der Landwirtschaft eingesetzt werden. In Deutschland gibt es aber sehr viele Nutztiere und damit auch sehr viel Gülle. Die Folge: Überdurchschnittlich viel Nitrat gelangt auf die Felder. Durch die Luft oder aufgrund von Regen dringt es tief in die Bodenschichten und damit ins Grundwasser ein. Das ist ein langer Prozess, der sich über 10 Jahre ziehen kann.

Das soll nun anders werden und die Politik hat erkannt, dass heute etwas getan werden muss.

Der Gemüseanbaubetrieb von Mark Bonus am Niederrhein ist einer von aktuell 31 Modell-Betrieben in NRW. Auf seinem Feld wird ausprobiert, wie Nitrat kontrolliert in die Erde gebracht werden kann, ohne das Grundwasser zu verseuchen. Das hier angepflanzte Ölrettich-Sandhafer-Gemisch arbeitet wie Gründünger. Die Pflanzen haben lange Wurzeln, nehmen unter anderem nitrathaltige Nährstoffe bis zu 90 Zentimeter Tiefe aus dem Boden auf und speichern die Stoffe in sich. Nach seiner Lebensdauer wird das Gemisch abgeerntet und gehäckselt. Im Anschluss wird es als pflanzlicher Dünger in die Erde eingearbeitet.

Dies ist eine nachhaltige und chemiefreie Variante die zukünftig die Nitratwerte im Grundwasser sinken lassen soll.

Tipps für reines Wasser

Das Bild zeigt verschieden große Glasflaschen mit Wasser.

Wasserversorger garantieren die Unbedenklichkeit des Leitungswassers nur bis zu den Hausleitungen. Danach ist der Hausbesitzer zuständig. Hier ein paar Tipps, was jeder tun kann, um die gute Wasserqualität zu halten.

  • Medikamentenreste niemals in die Toilette geben oder im Abfluss herunterspülen. Sie können die Reste in der Apotheke abgeben oder in den Restmüll geben.
  • Nach Aufnahme vom Kontrastmittel Urinbeutel (im Krankenhaus oder beim Arzt nachfragen) verwenden und im Restmüll entsorgen.
  • Scharfe Reinigungsmittel können zwar in den Wasserwerken gefiltert werden, sind jedoch auf Dauer nicht gut für die Umwelt.
  • Den Perlator von Zeit zu Zeit in Zitronensäure oder Essigessenz reinigen.

Stand: 14.04.2020, 18:00

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