Unnötig und schädlich – Was tun gegen Plastikmüll?

Unnötig und schädlich: Was tun gegen Plastikmüll? Der Haushaltscheck 21.11.2018 43:52 Min. Verfügbar bis 21.11.2019 WDR

Unnötig und schädlich – Was tun gegen Plastikmüll?

Deutschland ist Europameister - im Produzieren von Plastikmüll! Kein anderes Land auf unserem Kontinent „vermüllt“ mit so vielen Verpackungen wie wir.  Das ist nicht nur aus Umweltgründen ein Problem – sondern auch gesundheitsgefährdend. Mikroplastik findet sich in den Meeren, aber auch auf unseren Äckern und landet in der Nahrungskette – mit bisher unerforschten Folgen für unser aller Gesundheit.

Yvonne Willicks sagt dem Verpackungsmüll den Kampf an und fragt nach: Wie gut ist unser Recyclingsystem wirklich und was genau passiert mit alten Joghurtbechern oder Zahnpastatuben, wenn sie im gelben Sack gelandet sind?

Mikroplastik in der Nahrungskette?

Plastikpartikel, die kleiner als 5 Millimeter groß sind, werden als Mikroplastik bezeichnet. Für das bloße Auge meist nicht sichtbar, ist Mikroplastik mittlerweile nicht nur in den Weltmeeren, sondern in der gesamten Umwelt allgegenwärtig. Den weitaus größten Anteil daran haben Autos, durch deren Reifenabrieb Mikroplastik verteilt wird. Aber auch weggeschmissenes Plastik, beispielsweise Tüten, die sich in der Umwelt langsam zersetzen oder Mikroplastik als Peeling in Duschgels – alles landet schließlich durch Abwasser oder Kompost in der Natur. Und das bleibt nicht folgenlos.

Die Plastikteilchen werden von Tieren gefressen oder können, wenn sie zu Nanoplastik werden, die Zellwände von Pflanzen durchdringen. Wird es auf den Feldern und Äckern untergepflügt, gelangt es also in unsere Nahrungskette. Welche Auswirkungen das Plastik auf dem Teller auf unseren Körper hat, ist noch nicht erforscht worden. Nanoplastik kann durch die Zellwände in den menschlichen Blutkreislauf gelangen; schwer vorstellbar, dass das gesund ist.

Das Fraunhofer- Institut hat im Juni 2018 eine neue Studie mit dem Titel „Kunststoffe in der Umwelt: Mikro- und Makroplastik“ herausgegeben. Hier wird sehr anschaulich beschrieben, dass das Plastik in den Meeren ein großes Problem ist. Aber auch in Flüssen und auch auf landwirtschaftlich genutzten Flächen finden sich große Konzentrationen an Mikroplastik. Die Studie geht davon aus, dass Mikroplastik in allen Umweltbereichen (Wasser, Erde) vorhanden ist (auch in Lebensmitteln). Das Fazit der Studie: Kunststoffemissionen haben Wirkungen auf Organismen, den Menschen und Ökosysteme, deren Ausmaß sich bisher nicht abschätzen lässt.

Stand: 20.11.2018, 17:00

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