Messer, Scheren und Co. – Scharfe Küchenhilfen im Test

Messer, Scheren und Co. – Scharfe Küchenhilfen im Test Der Haushaltscheck 23.01.2021 44:15 Min. UT Verfügbar bis 23.01.2022 WDR

Der Haushalts-Check mit Yvonne Willicks

Messer, Scheren und Co. – Scharfe Küchenhilfen im Test

Scharfe Klingen finden sich in beinahe jeder Küche: Brotmesser, Käsemesser, Gemüsemesser, Filetiermesser, Knochenmesser und viele mehr. Doch das beste Messer nützt nichts, wenn man nicht weiß, wie es richtig eingesetzt wird. Darum lädt die Hauswirtschaftsmeisterin Yvonne Willicks zum großen Schneidekurs ein.

Um die Schneidwerkzeuge in unserer Küche machen wir uns meist wenig Gedanken – funktionieren müssen sie, Punkt! Wie Messer aber auch nach mehreren Jahrzehnten noch scharf schneiden und welche Schnippel-Hilfen ihr Geld wirklich wert sind, das will Verbraucherjournalistin Yvonne Willicks herausfinden. Im Schneideduell mit Moderator Daniel Aßmann und Redakteurin Caroline Link verrät Yvonne Willicks außerdem, worauf es beim Schneiden ankommt.

Diese Messer braucht jeder Haushalt

Das Bild zeigt ein Küchenbrett mit verschiedenen Messern darauf.

Wer kennt es nicht? Man investiert einmal in einen vollbestückten Messerblock und hat seinen Soll für die nächsten Jahre erfüllt. Dass die Hälfte der Messer unbenutzt bleibt und auch gute Messer Pflege brauchen, erkennt man meist erst im Nachhinein. Messerverkäufer empfehlen, das Geld gezielt zu investieren und einen Messerblock nach Bedarf mit guten Messern zu bestücken. Nach dem Motto: Qualität statt Quantität. Im Grunde kommt jeder Haushalt mit diesen drei Messerarten aus:

  • Gemüsemesser ca. 15 -30 : Auch bekannt als Pittermesser, Hümmelken, Knippchen oder Zöppken, es ist in vielen Küchen eines der wichtigsten Messer. Für das Schälen und Schneiden von Gemüse oder Obst oder allerlei schnelle Handgriffe ist das kleine Messer optimal.
  • Brotmesser ca. 50 : Eine Klinge mit doppeltem Wellenschliff schneidet die Brotkruste besser durch als eine glatte Klinge. Ein scharfes Brotmesser schneidet auch dünne Scheiben und zerquetscht den fluffigen Teig dabei nicht.
  • Kochmesser ca. 80 -100 : Für sämtliche Schnittarbeiten kommt das Kochmesser zum Einsatz. Durch die abgerundete Klinge lassen sich mit dem Wiegeschnitt ebenmäßige Scheiben oder Würfel schneiden.

Eine fachmännische Beratung im Messerladen ist wichtig. Auch ein teures Messer muss auf die eigenen Bedürfnisse abgestimmt sein und sollte vor dem Kauf ausprobiert werden.

Auch Messer brauchen Liebe – Tipps zur richtigen Pflege

Damit die Messer lange unbeschadet und scharf bleiben, sollten folgende Punkte beachtet werden:

Aufbewahrung: Die Messer nicht einfach in die Schublade legen. Die Klingen schlagen aneinander und werden beschädigt, außerdem besteht hier Verletzungsgefahr. Messer sollten in einem Messerblock, Schubladeneinsatz oder an einem Magnetbrett platziert werden.

Pflege: Messer gehören nicht in die Spülmaschine. Darin sind sie langanhaltender Nässe und Flugrost ausgesetzt. Die Messer nach Gebrauch immer trocknen. Außerdem sollte die Schneideunterlage nicht zu hart sein – Glas oder Granit machen die Klinge stumpf.

Schärfen und Wetzen: Zur Pflege gehört auch das regelmäßige Schärfen. Bei täglichem Gebrauch sollte das Messer zweimal die Woche geschärft und gewetzt werden. Dazu erst Material mit einem Schärfstab abtragen, dann den entstandenen Grat mit dem Wetzstahl aufrichten. Alternativ kann dazu auch ein Schleifstein genutzt werden. Das erfordert Übung und Zeit. So funktioniert‘s:

  • Stein einweichen, abtropfen lassen und in den Schleifsteinhalter legen. Die Oberfläche mit einem kleineren Stein anrauen.
  • Das Messer im 15° bis 20° Winkel auf den Stein auflegen. Vorsichtig aber mit Druck entweder vor und zurück oder im Bogen schleifen, bis ein deutlicher Grat an der Schneide entsteht.
  • Wichtig: Die ganze Klinge schärfen. Bei Bedarf den Stein etwas mit Wasser beträufeln.
  • Die andere Messerseite so lange schärfen bis auch hier ein deutlicher Grat zu spüren ist.
  • Dann den Stein wenden und das Messer ein paar Mal über die feinere Körnung ziehen, um den Grat abzuschleifen.
  • Übrigens: Das richtige Schleifen kann in Workshops gelernt werden, viele Schmieden oder Messerfachgeschäfte bieten Kurse an.

So wird richtig geschnitten: Die Tipps der Hauswirtschaftsmeisterin

Das Bild zeigt Yvonne Willicks mit 2 Gästen in der Küche.

Sicherheit geht vor: Keine offenen Schuhe in der Küche tragen und im Stehen schneiden. Wenn das Messer runterfällt, nicht danach greifen. Das Messer beim Gehen mit dem Klingenblatt an den Oberschenkel und mit der Spitze nach unten halten, damit niemand ins Messer läuft.

Der Krallengriff:

Um nicht in die Fingerkuppen zu schneiden, das Schneidgut festkrallen – so streift das Messer nur an den Knöcheln entlang.

Der Tunnelgriff:

Das Schneidgut kann hiermit einfach halbiert werden. Die Finger sind aus der Gefahrenzone.

Der Wiegeschnitt:

Die schonendste Bewegung, um auch lange entspannt zu schneiden. Wichtig ist, das Messer nach vorne und hinten zu bewegen und nicht durch das Schnittgut zu drücken. Die Messerspitze verlässt dabei nicht das Schnittbrett und die Schneide wird in wiegenden Auf- und Ab-Bewegungen durch das Schneidgut gezogen. Mit einem scharfen Messer ist dafür kein Kraftaufwand nötig.

Köchin Zora Klipp macht den Gadget-Test – Welche Küchenhilfe lohnt sich?

Das Bild zeigt Köchin Zora Klipp.

Genius Nicer Dicer Smart UVP 34,95 : Passt das Schnittgut nicht genau auf die Fläche des Küchenhelfers, wird es mit der einfachen Handhabung schwer. Für die Profi-Köchin ist der Nicer Dicer zu unpraktisch und nicht ganz ungefährlich, wenn das Gemüse zwischen den Schneiden stecken bleibt und mit dem Finger durchgedrückt werden muss. Keine Kaufempfehlung.

Tupper Turbo Chef UVP 45,90 : Das Gefäß ist klein und bietet nur Platz für kleinere Zwiebelstücke. Die Zwiebel wird nicht ebenmäßig kleingeschnitten: Manche Stücke sind noch zu groß, während andere schon matschig geschnitten sind. Eine wässrige Zwiebel verschlechtert das Kochergebnis.

Börner Gemüsehobel UVP 41,62 : Unterschiedlich dicke und breite Scheiben lassen sich schnell und einfach herstellen. Die Sicherheit wird mit einer Griffhilfe gewährleistet. Der Preis für den Gemüsehobel ist für Zora zwar sehr hoch, er erfüllt aber durchaus seinen Zweck und ist ein praktischer Küchenhelfer in jedem Haushalt.

Stand: 13.01.2021, 12:00

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