Nie mehr Essen für die Tonne – Lebensmittel retten leicht gemacht!

Lebensmittel retten leicht gemacht! Der Haushaltscheck 10.07.2019 43:37 Min. UT Verfügbar bis 10.07.2020 WDR

Der Haushalts-Check mit Yvonne Willicks

Nie mehr Essen für die Tonne – Lebensmittel retten leicht gemacht!

Verschrumpelte Möhren, abgelaufener Joghurt: Meist wandern solche Lebensmittel gleich aus dem Kühlschrank in den Müll. Eine Verschwendung! Wie es anders geht, erfahren Sie hier.

ARCHIV - In einer braunen Biomülltonne liegen Lebensmittel.

Vom Kühlschrank in die Tonne

Neben Obst und Gemüse machen Back- und Teigwaren die Hälfte aller Lebensmittelabfälle aus. Das darf und sollte nicht sein! Außerdem verschwenden wir somit zusätzlich wichtige Ressourcen wie Wasser, Strom und Boden – und vom Geld mal ganz abgesehen! Jedes Jahr landen allein bei uns in Deutschland unglaubliche 18 Millionen Tonnen Nahrungsmittel im Müll. Experten schätzen, dass mindestens die Hälfte davon vermeidbar ist. Wie geht es besser? Wir zeigen Tipps und Trends rund um das Retten von Lebensmitteln.

Biomüll als Ressource

Biomüll lässt sich zur Energieerzeugung in Biogasanlagen verwenden, aus der Kompostierung können Kompost- und Erdenprodukte hergestellt werden. Darum fordert der NABU schon lange, dass wir mehr Biomüll sammeln. Denn: "Getrenntsammlung von Bio- und Restmüll leistet einen wichtigen Beitrag zum Natur- und Klimaschutz."

Es hapert in der Praxis

Seit dem 1. Januar 2015 sind Städte und Gemeinden in Deutschland per Kreislaufwirtschaftsgesetz (KrWG)dazu verpflichtet, eine Biotonne zur Verfügung zu stellen. Das klappt aber nicht immer. In vielen Gemeinden wird immer noch keine Biotonne angeboten. So bleibt Deutschland weit hinter seinen Möglichkeiten zurück, die eigentlich beeindruckend sind. Die Deutsche Umwelthilfe schreibt: "Aus einer Tonne Bioabfall entsteht in zehn bis zwölf Wochen 350-450 Kilogramm Kompost, der aufwendig hergestellten Kunstdünger ersetzt. Zudem können durchschnittlich 110 Kubikmeter Biogas aus einer Tonne Bioabfall gewonnen werden, dies ersetzt 66 Liter Heizöl."

Was ist das MHD und was hat es damit auf sich?

Das Mindesthaltbarkeitsdatum (MHD) ist eine Angabe auf dem Etikett von Lebensmitteln, die den Zeitpunkt angibt, bis zu dem Lebensmittel ihre Eigenschaften wie Geruch, Aussehen, Konsistenz und Geschmack beibehalten.

Falls das MHD abgelaufen ist, heißt das aber nicht, dass das Produkt in den Müll gehört. Der Verzehr der Lebensmittel ist in den meisten Fällen Tage und Wochen, manchmal sogar Monate später noch unbedenklich. Dabei sollte man sich vor allem auf seinen eigenen Geschmacks- und Geruchssinn verlassen. Sieht der Käse noch gut aus, riecht und schmeckt er einwandfrei, so ist er auch noch genießbar.

Nicht verwechseln: Mindesthaltbarkeit und Verbrauchsdatum

Nicht verwechseln sollte man das Mindesthaltbarkeitsdatum mit dem Verbrauchsdatum. Dieses steht oft auf dem Etikett von leicht verderblichen Lebensmitteln wie Fleisch und Fisch vom Markt. Diese Produkte sollte man nach Ablauf des angegebenen Datums nicht mehr verzehren. Andere tierische Produkte wie Eier, Joghurt und Käse zum Beispiel sind mit einem Mindesthaltbarkeitsdatum versehen und auch noch Tage nach der Überschreitung vom Datum genießbar.

Was kann jeder Verbraucher tun?

  • Gezielt einkaufen: einen Speiseplan für die nächsten Tage machen, Einkaufszettel schreiben
  • Lebensmittel richtig lagern
  • Reste einfrieren oder Gerichte am nächsten Tag mit weiteren Zutaten auffrischen
  • Lebensmittel mit abgelaufenem MHD nicht direkt in die Tonne werfen! Geruchs- und Geschmackstest helfen, hier zu entscheiden!
  • Aber: Verbrauchsdatum (z.B. bei Fleisch und Fisch) einhalten
  • Obst und Gemüse im Supermarkt nicht drücken oder "abtasten" (Avocado, Erdbeeren, etc.), es wird dann von niemandem mehr gekauft!
  • Bananen sind keine Rudeltiere
  • auch einzelne Obstsorten können gekauft werden

Stand: 06.08.2019, 10:00

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