Fahrrad oder Pedelec: Welches Rad passt zu wem?

Fahrrad oder Pedelec: Welches Rad passt zu wem? Der Haushaltscheck 06.05.2020 43:29 Min. UT Verfügbar bis 06.05.2021 WDR

Fahrrad oder Pedelec: Welches Rad passt zu wem?

Von Maurice Kaufmann

Fast 76 Millionen Fahrräder besitzen die Deutschen. In den aktuellen Verkaufszahlen lässt sich erkennen, dass vor allem Pedelecs immer beliebter werden.

In der neuen Folge „Der Haushalts-Check mit Yvonne Willicks: Fahrrad oder Pedelec – Welches Rad passt zu wem?“ widmet sich Yvonne Willicks aber nicht nur der Frage, welches Fahrrad bevorzugt gekauft wird. Es geht auch um die verschiedenen Händler: Bieten Fachhandel und Baumarkt gleichermaßen gute Pedelecs an? Und gibt es Unterschiede im Service? Das und mehr findet Yvonne heraus!

Was ist ein Pedelec?

Das Bild zeigt die Anzeige am Lenker eines Pedelecs.

Anzeige für Reichweite und Unterstützungsgrad

Der Begriff Pedelec steht für „Pedal Electric Cycle“: Nur wenn der Fahrer in die Pedale tritt, wird er von einem Elektromotor bis maximal 25 km/h unterstützt. Die Stärke der Unterstützung kann der Radler dabei selbst wählen, von Eco (stromsparend) bis hin zu Turbo, dem stärksten Unterstützungsgrad.

Das ist jedoch nicht die einzige Wahl, die man als Fahrradkäufer zu treffen hat. Denn: der Preisunterschied ist nicht nur zwischen klassischen Fahrrädern und Pedelecs groß, auch unter den Pedelecs selbst gibt es immense Unterschiede, was den Geldbeutel betrifft. Pedelecs machen 90% des Marktanteils an Elektrofahrrädern aus.

Die meisten Verbraucher*innen verwenden den Begriff „E-Bikes“ – sei es für Pedelec oder E-Bike. Der wichtigste Unterschied besteht in der Funktion der elektrischen Unterstützung. Beim Pedelec tritt man weiterhin in die Pedale. Das E-Bike ist eher mit einem Mofa zu vergleichen und braucht nicht zwingend die Unterstützung durch das Treten.

Tipps zum Kauf eines Pedelecs

Das Bild zeigt einen Pedelec Antrieb.

Pedelec Antrieb

In den letzten Jahren hat sich die Anzahl der Pedelecs mehr als verdoppelt. Die Reichweite der Pedelecs beträgt im Schnitt bis zu 120-130 Kilometern pro Akkuladung. Im Schnitt werden zwei Stunden benötigt, um den Akku wieder zu 80% aufzuladen. Laut Experten gibt es große Qualitätsunterschiede bei den Herstellern, vor allem in der Gesamthaltbarkeit zwischen No-Name-Produkten und Marken-Akkus.

Tipp vom Profi: Namhafte Anbieter geben an, dass die Laufzeit nach 1.000 Ladezyklen immer noch mindestens 60% der ursprünglichen Laufzeit beträgt.

Fazit: Achten Sie auf bewährte Batterie-Hersteller, um langfristig eine gute Akkuleistung zu erzielen. Auf jeden Fall sollte das Rad außerdem Probe gefahren werden.

Der Praxis-Test: Baumarkt-Pedelec gegen Fachhändler-Pedelec

Im Praxistest werden u.a. die Technik allgemein, das Handling und der Preis der verschiedenen Pedelecs miteinander verglichen. Folgende Punkte sind aufgefallen: Die Technik des Baumarkt-Rads funktioniert nicht einwandfrei. Weder die zurückgelegten Kilometer, noch der Grad der Unterstützung wurden angezeigt. Grund dafür ist der zu große Abstand eines Sensors zu dem Magneten am Hinterrad.

Das Bild zeigt ein Pedelec vom Baumarkt und ein Pedelec vom Fachhändler.

Baumarkt-Pedelec gegen Fachhändler-Pedelec

Bei dem Fachhändler-Pedelec gibt es keine technischen Probleme. Eine Vielzahl an Sensoren im Inneren misst z.B. auch die Kraft, mit der in die Pedalen getreten wird. Der Grad der Unterstützung wird daran angepasst. So wird auch das Handling deutlich verbessert.

Das Baumarkt-Pedelec unterstützt beim Fahren teilweise etwas ruckartig, weil solche Sensoren fehlen. Unsere Redaktion kaufte die Räder für ca. 1600 Euro (Baumarkt), das E-Bike aus dem Fachhandel kostete dort ca. 3600. Je nach Plattform lassen sich unterschiedliche Preise finden. Mit viel Glück lässt sich auch ein Schnäppchen machen.

Die UVPs der Hersteller

Stevens E-Triton Forma, UVP 3.299.--

Fischer E-Bike City-Fahrrad Cita 4.0i-S1, UVP 1.799.--

Sicherheit gegen Fahrraddiebstahl: Die Tipps der Polizei

Fahrraddiebstahl ist ein leidiges Thema – nicht nur in NRW. Mehr als 71.000 Fahrräder sind im Jahr 2018 in Nordrhein Westfalen gestohlen worden. Die Polizei rät dazu, das Fahrrad zu codieren und zu fotografieren. Anhand des Codes kann die Polizei das Fahrrad erkennen und im Falle eines Diebstahls an den Besitzer zurückführen. Auch eine Versicherung gegen Diebstahl kann bei teuren Fahrrädern durchaus Sinn machen.

Das Bild zeigt verschiedene Arten von Fahrradschlössern.

Man sollte in ein stabiles, sicheres Schloss investieren.

10% des Kaufpreises eines regulären Fahrrads sollten in ein stabiles, sicheres Schloss investiert werden. Kein Schloss hat eine hundertprozentige Sicherheit gegen Diebstahl. Drahtschlösser sind jedoch am einfachsten zu knacken. Etwas sicherer sind Kettenschlösser. Sie liegen preislich bei ca. 30 Euro. Die dritte Möglichkeit ist eine Kombination aus Ketten- und Rahmenschloss, das im Bereich von 50 Euro liegt.

Faltschlösser gehören zu einer der sichersten Schloss-Arten, ebenso wie hochklassige Bügelschlösser, die teilweise auch mit Alarmsicherung ausgestattet sind. Der Alarm geht los, sobald das Schloss bewegt wird und sorgt somit für ungewollte Aufmerksamkeit für die Fahrraddiebe.

Frühjahrscheck: Ist mein Rad fit für den Straßenverkehr?

Folgende Schritte sind wichtig für ein verkehrstaugliches Fahrrad auf der Straße:

  • Kurbelgarnitur überprüfen und alle Schrauben mit einer Knarre auf beiden Seiten festziehen (Die Kurbelgarnitur überträgt die Energie von der Kette auf die Laufräder)
  • Kette überprüfen: Gut gespannt, nicht verrostet und ausreichend geölt
  • Laufräder überprüfen: Läuft es gerade (Störgeräusche?), Luftdruck testen, auf Speichenbrüche überprüfen
  • Schleift die Bremse? Oder bremst sie einwandfrei?
  • Korrekte Beleuchtung! Sonst kann es teuer werden (Bußgeld von 20-35 Euro möglich) Auch Akku und Batterie-Leuchten sind mittlerweile erlaubt
  • Lenker und Sattel festschrauben
  • Reinigung: Oberflächlicher Rost kann mit Cola entfernt werden. Tiefsitzender Rost benötigt einen speziellen Rostentferner Die Überprüfung und ggf. Reparatur kostet in einer Fahrradwerkstatt ca. 50-100 Euro, je nach Leistung.
Das Bild zeigt Yvonne Willicks und Daniel Aßmann beim Fahrsicherheitstraining.

Fahrsicherheitstraining

Wichtig für die Sicherheit im Straßenverkehr ist natürlich auch der Helm! Bei einem Fahrsicherheitstraining, zum Beispiel angeboten vom ADFC in Münster, kann man zusätzlich seine Fahrtüchtigkeit testen und Gefahrensituationen simulieren, um die Reaktionszeit zu verbessern.

Stand: 30.06.2020, 18:15

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