Buchtipp: "Kleine Feuer überalll"

Buchtipps vom 19.07.2018

Buchtipp: "Kleine Feuer überalll"

Von Christine Westermann

Titel: Kleine Feuer überall
Autorin: Celeste Ng
Verlag: dtv
ISBN-10: 3-423-28156-1
ISBN-13: 978-3-423-28156-0

Die Autorin

Celeste Ng ist 38 Jahre alt, Amerikanerin, Harvardstudentin. Es ist ihr zweites Buch, wurde in mehr als 20 Sprachen übersetzt. Der Roman soll verfilmt werden, eine Fernsehserie mit Reese Witherspoon ist geplant.

Die Handlung

Der Titel des Buches ist Programm. Es wird gezündelt, intrigiert, Familienkonflikte brechen auf, Heimlichkeiten, die Stück für Stück ans Licht kommen. Liebe ist auch dabei, enttäuschte natürlich. Im Mittelpunkt die Richardsons, eine Familie wie aus dem Bilderbuch. Sie leben in Shaker Heights, einem Vorwort von Cleveland, dort hat alles seine perfekte Ordnung. Nichts wird dem Zufall überlassen, und das Leben schon gar nicht. Nur die jüngste Tochter Izzy will da nicht reinpassen, sich anpassen. Genauso wenig wie Mia, eine Künstlerin, die mit ihrer Tochter Pearl in den Vorort zieht und Haushälterin bei den Richardsons wird. Niemand weiß etwas über die beiden, sie tauchen aus dem Nichts auf. Izzy fühlt sich zu ihnen hingezogen, spaltet die Familie, nach und nach gerät alles in Schieflage. Am Ende des Romans ist man fassungslos, wie aus vermeintlichen Kleinigkeiten, aus dem guten Glauben heraus, alles richtig und es allen recht zu machen, ein alles vernichtender Flächenbrand entstehen kann.

Die Bewertung

Die Autorin Celeste Ng weiß genau, worüber sie schreibt. Sie ist in Shaker Heighst, jenem mustergütigen Vorort von Cleveland, aufgewachsen. Vielleicht kann sie deshalb die makellose Fassade des amerikanischen Traums so perfekt zum Einsturz bringen. Die amerikanischen Kritiker haben sich überschlagen vor Begeisterung über dieses Buch: Eine absolut fesselnde, zutiefst mitreißende Erfahrung, ein Juwel von einem Roman. Okay, da geht es mit der Begeisterung ein bisschen durch. Da kann ich nicht 100 Prozent mitjubeln. Aber zu 80 Prozent ganz sicher. Ich bin nicht unbedingt begeistert, wenn man Bücher nach Jahreszeiten einteilt: Das ist eines für die hellen, jenes eines für die dunklen Tage. So einfach funktioniert es nicht. Aber manchmal gibt es Romane, in die man sich verkriechen kann. Die man bis tief in die Nacht lesen will. Sich morgens beim Aufstehen schon auf die Fortsetzung freut. Das geht, glaube ich, wirklich nur in den Ferien so intensiv, oder? Wenn es sie tatsächlich gibt, die idealen Sommerbücher: „Kleine Feuer überall“ ist so eines.

Stand: 20.07.2018, 00:19

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