Buchtipp: "Drei"

Buchtipp mit Christine Westermann: Drei Frau tv 12.09.2019 03:00 Min. UT Verfügbar bis 12.09.2020 WDR

Buchtipps vom 12.09.2019

Buchtipp: "Drei"

Von Christine Westermann

Titel: Drei
Autor: Dror Mishani
Verlag: Diogenes
ISBN-10: 3-257-07084-5
ISBN-13:  978-3257070842

Der Autor

Dror Mishani ist Literaturprofessor, Spezialgebiet Kriminalliteratur, an der Universität von Cholon, in der Nähe von Tel Aviv. Der Roman wurde in Israel zu einem Megaseller, eine TV-Serie wird folgen.

Die Handlung

Ich hüte mich vor Klappentexten. Meine Erfahrung: sie versprechen viel, halten wenig. Bei diesem Buch ist das anders. Fast schon genial anders. Der Klappentext hat mich auf eine völlig falsche Spur gelockt. Und das war genau richtig. Zitat aus dem Klappentext: Eine Frau sucht ein wenig Trost nach der Scheidung. Eine zweite Frau sucht nach einem neuen Zuhause und einem Zeichen von Gott, dass sie auf dem richtigen Weg ist. Ein dritte Frau sucht etwas ganz anderes. Sie alle finden denselben Mann. Es gibt vieles, was sie nicht über ihn wissen, denn er sagt ihnen nicht die Wahrheit. Aber er weiß auch nicht alles über sie. Das Geniale an dieser Zusammenfassung geht einem leider erst auf, sobald man die letzte Seite des Buches gelesen hat. Aber mehr darf man auf keinen Fall erzählen. Und falls jemand das versucht, kündigen Sie ihm sofort die Freundschaft.

Die Bewertung

Der Roman entstand auf einer Flugreise, hat der Autor erzählt. Plötzlich hatte er diese Idee im Kopf, ein Roman, in drei Teilen, mit drei weiblichen Hauptfiguren, Frauen, die aus unterschiedlichen Welten und Beziehungen kommen. Wie er diesen Roman bauen musste, das war Dror Mishani dann spätestens bei der Landung klar. Auch, dass er nur aus einer, nur aus der weiblichen Perspektive erzählen würde. Man erwartet eine Liebes-Trennungs-Beziehungsgeschichte und die bekommt man in Teilen auch. Und doch ist es ein Kriminalroman, unglaublich raffiniert erzählt, bei dem man auf halber Strecke fast eine Herzattacke bekommt, weil man nicht glauben kann, was man liest. Der letzte Teil war für mich der spannendste, weil ich da schon eine leise, vage Ahnung hatte, die sich dann auch bestätigt hat. Nein, das lag nicht daran, dass ich so clever bin. Das lag daran, dass der Autor, während ich ahnungslos gelesen habe, diesen Verdacht sehr geschickt in meinem Kopf und meinen Gedanken platziert hatte.

Stand: 11.09.2019, 23:04

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