Buchtipp: "Das Leuchten in mir"

Buchtipps vom 13.12.2018

Buchtipp: "Das Leuchten in mir"

Von Christine Westermann

Titel: Das Leuchten in mir
Autor: Gregoire Delacourt
Verlag: Atlantik - Belletristik
ISBN-10: 3-455-00273-0
ISBN-13: 978-3-455-00273-7

Der Autor

Der Autor: lebt mit seiner Familie in Paris. Hat mit „ Alle meine Wünsche“ und „Die vier Jahreszeiten des Sommers“ zwei Bestseller geschrieben. Beide Bücher haben wir hier empfohlen.

Die Handlung

Die Handlung: spielt in Frankreich, in Lille. Emma ist vierzig Jahre alt. Schon lange mit Olivier verheiratet. Lange und glücklich, sie haben drei Kinder, genug Geld, sie leben auf der Sonnenseite. Als Emma eines Tages in der Mittagspause in einem Bistro sitzt, sieht sie einen Mann. Er sitzt irgendwo am Nebentisch, wischt sich mit seiner Serviette vorsichtig den Mund ab. Hebt den Blick, ihre Augen treffen sich. Drei Wochen lang wird Emma jeden Mittag in dieses Bistro gehen, genau wie er, wie Alexandre. Sie werden nur wenige Sätze wechseln, sich nur einmal kurz mit den Fingerspitzen berühren. Und das genügt für den Entschluss, alles aufzugeben, was sie haben. Sie ihre Kinder, ihren Mann, genau wie er seine Ehe. Sie werden sich am Bahnhof treffen, wegfahren und gemeinsam etwas Neues beginnen. Emma ist die erste am Bahnhof. Sie wartet.

Die Bewertung

Die Bewertung: ein Buch, das ich allen ans Herz lege, die Sehnsucht haben. Traurig sind. Die die kleine oder große Wende im Leben herbeisehen. Die warten, aber nicht wissen worauf. Vielleicht auf so einen Moment, wenn sich jemand mit einer Serviette den Mund abwischt und hochguckt. Und man sich sofort und bedingungslos verliebt. Verliebt auch in das Verlangen, begehrt zu werden. Diese Geschichte von Emma und Alexandre, von den verlassenen Kindern, dem Ehemann entwickelt von der ersten Seite an einen schier unglaublichen Sog. Man spürt all die Emotionen fast körperlich. Ja, man darf, wenn man dieses Buch empfiehlt, wirklich nur von den ersten Seiten erzählen. Bis zu jener Stelle, an der Emma auf Alexandre wartet. Was dann kommt, ist eine unglaublich intensive Geschichte, die allerdings am Ende – und das ist ein bisschen schade - haarscharf am Kitsch vorbeischrammt. Es gibt ganz hinten im Buch eine Danksagung des Autors an seine Kinder. Wenn man sie liest, wird man den Eindruck nicht los, dass er diese Geschichte nicht einfach nur erfunden hat. Dass sie womöglich mitten in seinem Leben spielte.

Stand: 12.12.2018, 22:20

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