Buchtipp: "Liebe ist die beste Therapie"

Buchtipps vom 22.11.2018

Buchtipp: "Liebe ist die beste Therapie"

Von Christine Westermann

Titel: Liebe ist die beste Therapie
Autor: John Jay
Verlag: Diogenes
ISBN-10: 3-257-07043-8
ISBN-13: 978-3-257-07043-9 

Der Autor

Der Autor: John Jay Osborn ist Anwalt, Jura-Professor und Autor . Eines seiner Bücher „ Zeit der Prüfungen“ wurde verfilmt und mit einem Oskar ausgezeichnet. Wäre nicht wirklich eine Überraschung, würde man seinen neuen Roman auch verfilmen. Den Schluss seiner Buches hat John Jay Osborn jedenfalls schon mal so geschrieben, dass er absolut Hollywood-geeignet ist.

Die Handlung

Die Handlung: spielt in San Francisco und ist beinahe schon der Klassiker. Charlotte und Steve, ein Ehepaar, beide Mitte 30 , erfolgreich im Beruf, zwei kleine Kinder. Nach ein paar Ehejahren wird alles zu viel, man ist genervt voneinander, es gibt nur noch Ärger, er schläft mit einer anderen, sie versuchen es mit einer Trennung auf Zeit, auf den letzten Metern der Beziehung soll es eine Paartherapie retten. Sandy ist eine erfahrene Paartherapeutin. Über viele Monate hört sie den beiden zu, bringt sie mit ihren ungewöhnlichen Fragen dazu, allmählich offen und ehrlich miteinander zu reden. Alles auszusprechen, ohne Rücksicht auf Verluste. Denn dass nicht mehr viel fehlt, um diese Ehe endgültig an die Wand zu fahren, daran besteht kein Zweifel. Alles spielt sich in einem Raum mit vier Stühlen ab. Das Ehepaar, die Therapeutin - der vierte Stuhl bleibt leer. Er steht für die Ehe, die Charlotte und Steve miteinander aufgebaut haben. Und von der die Therapeutin zu Anfang sagt, die Chance, sie zu retten, liege bei eins zu tausend.

Die Bewertung

Die Bewertung: Was für eine großartige Geschichte, trotz dieses Trash-Titels . Spannend, aufgeladen mit Emotionen, positiven wie negativen, voller Ungereimtheiten, bei denen man mehr als einmal das deutliche Gefühl hat : das kenn ich irgendwoher. Geradezu glasklar erkennt man, wie oft das Missverständnis im (Liebes) Leben der Menschen die Regel ist. Wie jemand etwas sagt, aber etwas anderes meint. Wie sich eigene Gedanken selbstständig machen und man die dann für die Wirklichkeit hält und danach handelt. Wie fatal das sein kann, welch unendliche Kette von Missverständnissen es produziert, das macht dieser Roman aufs Feinste klar. Fast dreihundert Seiten Paargespräche, Anschuldigungen, Vorwürfe, das soll man lesen ? Das WILL man lesen, die Geschichte von Charlotte und Steve entwickelt einen unglaublichen Sog, man macht jede Wendung in dieser Beziehung mit, als wäre es die eigene. Dass ich am Ende mal kurz Tränen gespürt habe, kein Wunder. Ein großartiges Buch über die Kunst zusammen zu sein und zusammenzubleiben.

Stand: 23.11.2018, 00:15

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