Buchtipp: "Wo wir zu Hause sind"

Buchtipps vom 28.03.2019

Buchtipp: "Wo wir zu Hause sind"

Titel: Wo wir zu Hause sind
Autor: Maxim Leo
Verlag: Kiepenheuer & Witsch
ISBN-10: 3462050818
ISBN-13: 978-3-462-05081-3

Der Autor

Der Autor: ist 49 Jahre alt, wurde in Ostberlin geboren. Studierte Politikwissenschaften und wurde Journalist. Gemeinsam mit Jochen Gutsch hat er mehrere Bestseller geschrieben - sehr witzige Bücher, über Männer, die sprechen und solche, die im Alter nochmal in die Pubertät kommen. Er wurde mit dem Theodor-Wolff-Preis ausgezeichnet und bekam für seinen ersten autobiografischen Roman den Europäischen Buchpreis.

Die Handlung

Der Journalist und preisgekrönte Autor Maxim Leo hat ein Buch über seine Familie geschrieben, nicht über seine kleine, die vier am Familientisch in Berlin, sondern über die anderen, die er nur wenig kennt, von deren Leben und deren Herkunft er nur wenig wusste. Es erzählt von seiner weit verzweigten jüdischen Familie, die auf der Flucht vor den Nazis in alle Winde verstreut wurde. Er zeichnet ihr Leben nach, die Stationen ihres Exils. Beschreibt, wie das Trauma der Vertreibung, der drohenden Vernichtung durch die Nationalsozialisten an die nächste Generation weitergeben wurde. Erst die dritte, vierte Generation der Leos schafft es, angstfrei und neugierig nach Deutschland zu kommen. Über 364 Seiten verteilt tauchen immer mal wieder Fotos auf, ich glaube, bewusst so sparsam eingesetzt, denn der Kopf macht sich beim Lesen ein eigenes Bild von den Leos. Aber die Fotos sind bewegender Beweis, dass es diese Menschen tatsächlich gab und gibt.

Die Bewertung

Die Bewertung: Hinten im Buch ist ein Stammbaum gezeichnet, damit man sich in den vielen familiären Verästelungen nicht verliert. Die Menge der Namen mag zu Beginn leicht verwirrend sein. Aber die vielen magischen Momente, die vielen Zeichen von Mut und Angst, Verzweiflung und Aufbruch, Lebenswille und stiller Lebensfreude tragen einen mühelos durch dieses Buch. Die Geschichte der Leos ist ein großer Lebensroman, sie macht staunen, sie berührt, ohne ein einziges Mal emotional zu dick aufzutragen. Der Autor Maxim Leo hat für sein Buch Verwandte getroffen, die er vorher nicht kannte und die doch auch Familie sind. Die große, die er sich immer gewünscht hat. Er habe dabei, sagte er in einem Interview, gespürt, dass die Leos irgendwie sehr eigen sind, ihren eigenen Kopf haben. Langweilige Leos gibt es nicht. Und er hat gemerkt, man gehört zusammen, auf eine ganz leichte Art. Genau das, dieses eher unbestimmte Familiengefühl, vermittelt er auf jeder Seite, am Ende, auf der letzten, zieht er ein sehr klares und gerade dadurch ein ungemein emotionales Resümee. Es hat mich - völlig unerwartet - zu Tränen gerührt.

Stand: 28.03.2019, 17:51

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