Wir und die Belgier - Grenzgeschichten

Wir und die Belgier - Grenzgeschichten

Die Grenze nach Belgien ist Landes- und Staatsgrenze zugleich. Von 1945 bis 1953 lebten viele Menschen links und rechts von ihr – von Kaffeeschmuggel. Jedes Grenzdorf war ein bisschen kriminell. Und heute? Geschichten aus dem Grenzgebiet - von Aachen bis weit in die Eifel hinein.

Leeren Zollgebäude von Innen

Aachen Lichtenbusch: Innenaufnahmen des verlassenen Autobahn-Zollamtes.

Zöllner jagten Schmuggler mit scharfen Hunden, es fielen tödliche Schüsse, und ganze Banden besorgten sich gepanzerte Spähwagen aus Militärbeständen, luden sie voll Kaffee und durchbrachen damit die Grenze: Kleinkrieg an der belgischen Grenze.

Die sündige Grenze

Zeitzeugen aus den einstigen Schmugglerdörfern in der Eifel erinnern sich in dieser Dokumentation an die heimlichen Transaktionen, die dennoch so bekannt waren, dass damals vor Ort sogar ein Spielfilm mit dem Titel "Die sündige Grenze" darüber entstand. Ein Film, in dem professionelle Schauspieler und wirkliche Schmuggler gemeinsam vor die Kamera traten. Erst 1953 wurde die Sondersteuer auf Kaffee abgeschafft, der Schmuggel lohnte sich ab dann nicht mehr.

Innenrau einer verlassenen Kirche

Spurensuche: der Innenraum der verlassenen Kirche im belgischen Limbourg.

Klosterbier und Piratensender

Doch die Grenze hat noch mehr zu bieten, teils Beeindruckendes, teils Schrulliges: Fotosessions in einer verlassenen Kirche, Piratensender im Moor oder Bier im Kloster. Das belgische Bier hat übrigens „mehr Umdrehungen“ als Deutsches, weil lange Zeit Schnapsausschank in belgischen Kneipen verboten war.

Holzsteg in einer Naturlandschaft

Naturpark Hohes Venn: der Holzpfad durchs Brackvenn bei Mützenich.

Und ausgerechnet einem belgischen Kommandanten, dessen Familie im 2. Weltkrieg besonders gelitten hatte, ist es zu verdanken, dass aus den Feinden von einst wieder echte Freunde wurden.

Entlang der Grenze erleben wir die wechselhafte Geschichte, die hier besonders von Überraschendem bis Kuriosem geprägt ist. Aktuelle Aufnahmen und Eindrücke wechseln sich ab mit seltenem Archivmaterial.

Autoren: Viktor Apfelbacher und Markus Augé
Redaktion: Thomas Kamp

Mehr Grenzgeschichten im WDR

Stand: 17.05.2018, 12:03

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