Wir sind 18 Millionen - Und so wohnen wir

Titel-Collage: Wir sind achtzehn Millionen und so wohnen wir

Wir sind 18 Millionen - Und so wohnen wir

Wohnen in NRW - das heißt vor allem: Es kann eng werden. 524 Menschen wohnen im Schnitt auf einem Quadratkilometer; das ist mehr als in jedem anderen Bundesland - die Stadtstaaten mal ausgenommen. "Wir sind 18 Millionen – und so wohnen wir" widmet sich der Frage: Wie kommen wir aus mit unserem Platz - ohne immer mehr fürs Wohnen bezahlen zu müssen?

So wohnen wir - die Zahlen

Unsere Grafiken veranschaulichen die Entwicklung der Immobilienpreise und Wohnungsgrößen - und die Wohnwünsche der Menschen in NRW.

Grafik Imobilienpreise

Ein Einfamilienhaus von rund 120 Quadratmetern kostet in NRW im Schnitt 247.000 Euro. Doch das hängt natürlich wesentlich von der Lage ab. Am günstigsten ist es in Höxter: Dort liegt der Durchschnittspreis bei ca. 119.000 Euro. Drei bis fünfmal soviel zahlt man im Rheinland: in Düsseldorf durchschnittlich 550.000 Euro, in Köln und Bonn immerhin noch 400.000 Euro.

Ein Einfamilienhaus von rund 120 Quadratmetern kostet in NRW im Schnitt 247.000 Euro. Doch das hängt natürlich wesentlich von der Lage ab. Am günstigsten ist es in Höxter: Dort liegt der Durchschnittspreis bei ca. 119.000 Euro. Drei bis fünfmal soviel zahlt man im Rheinland: in Düsseldorf durchschnittlich 550.000 Euro, in Köln und Bonn immerhin noch 400.000 Euro.

Vor 70 teilten sich vier Menschen knapp 40 Quadratmeter. Das waren 10qm für jeden. Die Wohnungen sahen damals noch ganz anders aus als heute: Es gab ein kleines Schlafzimmer und eine Wohnküche. Ein Badezimmer hatte längst  nicht jeder.

Heute leben im Durchschnitt nur noch zwei Menschen auf neunzig Quadratmetern. Das sind 45 Quadratmeter für jeden. Damit hat heute jeder gut viermal so viel Platz wie unsere Großeltern noch vor siebzig Jahren.

Fragt man danach, was den meisten in ihrer Wohnung am wichtigsten ist – so kommt an erster Stelle die Einbauküche. Interessanterweise ist ein Gäste-WC für viele genauso wichtig wie der eigene Garten. An dritter Stelle dann ein Balkon.

2015 Jahr zogen 12.000 Menschen aus Köln hinaus ins Umland. Und nur 9000 zogen aus dem Umland nach Köln. Damit war Köln 2015 die Stadt in NRW, die am meisten Einwohner an den Speckgürtel verlor.

Die meisten Menschen in NRW, über 16 Millionen, wohnen in einer Stadt. Und sie wissen: Hier die Traumwohnung zu finden ist ungefähr so wahrscheinlich wie ein Lotto-Gewinn.

Raus auf's Land

Die Alternative: Raus auf's Land. Je weiter man sich von der Stadt entfernt umso günstiger wird es – aber umso länger auch der morgendliche Pendlerstau. NRW ist das Stauland Nummer eins in Deutschland. Von hier kommt jede dritte Staumeldung. Von den 4,5 Millionen Pendlern in NRW benutzen etwa 3 Millionen den PKW.

Fachwerkhaus mit Familie

Ein Häuschen auf dem Lande: Für viele Familien im Westen die Alternative zur teuren und engen Stadtwohnung. Die Kehrseite: pendeln durch den Stau.

Düsseldorf ist dabei Pendlerhauptstadt. Jeden Tag fahren 95.000 Düsseldorfer zum Arbeiten aus der Stadt hinaus - und 296.000 Menschen nach Düsseldorf rein. Damit ist die Stadt tagsüber 33% voller als nachts.

Teures Wohnen

Die Kranhäuser mit Glasfassaden in Köln

Eine der teuersten Adressen im Land: die "Kranhäuser" in Köln am Rhein. 130 Quadratmeter kosten hier 2.400 Euro im Monat.

Im Schnitt geben wir hier im Westen jeden Monat 860 Euro für's Wohnen aus – das ist rund ein Drittel unseres Budgets. 1993 waren es umgerechnet nur 471 Euro – ein Viertel.  Am teuersten ist es für die, die alleine wohnen: Hier gehen 39 % für Miete oder Raten und Nebenkosten drauf.

Günstiges Wohnen

Nach dem Krieg lagen viele Städte in Nordrhein-Westfahlen in Trümmern. Schnellstmöglich mussten Wohnungen her – bezahlbare Wohnungen. Jede zweite deutsche Sozialwohnung wurde in dieser Zeit an Rhein und Ruhr gebaut. Die meisten entstanden bis in die 70er Jahre. Allein 240.000 in den sogenannten Trabantenstädten. Köln-Chorweiler ist mit 14.000 Einwohnern die größte im Land.

Hochhäuser im Stadtteil Chorweiler

Die Hochhäuser im Kölner Stadtteil Chorweiler: Wohnrealität in der größten Trabantenstadt in NRW.

Insgesamt wurden in NRW etwa 3,5 Millionen Sozialwohnungen gebaut. Doch immer mehr von ihnen werden in normale Mietwohnungen umgewandelt, weil die Förderung längst ausgelaufen ist. 1990 gab es in NRW noch über 1,2 Millionen geförderte Wohnungen. 25 Jahre später sind davon nur noch knapp 500.000 übrig.

Neue Blickwinkel

Für das aufwändige Doku-Projekt haben die Filmemacher zusammen mit Datenjournalisten unzählige Statistiken und eigene Studien ausgewertet. Sie haben Immobilienportale durchforstet, Preise verglichen, Branchenbücher gewälzt. Die Zahlen zeigen Nordrhein-Westfalen, seine Regionen und die Menschen, die hier leben, aus einem ganz neuen Blickwinkel.

Ein Film von Lutz Hofmann
Redaktion: Monika Pohl

Stand: 04.09.2019, 13:26

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