Kopfschmerzen – was hilft?

Kopfschmerzen – was hilft?

54 Millionen Menschen in Deutschland sind von Kopfschmerzen betroffen. Dr. Heinz-Wilhelm Esser trifft Patienten, die auch darunter leiden, dass ihre Krankheit nicht ernst genommen wird.

Spannungskopfschmerzen kennt jeder

Der häufigste Typ von Kopfschmerz ist der Spannungskopfschmerz. Meist handelt es sich um dumpfe, beidseitige Kopfschmerzen mit Druck an der Stirn bis hin zum Nacken. Andauern kann der Schmerz von 30 Minuten bis hin zu einer Woche. Die Schmerzen sind meist nicht schwer und der Tagesablauf wird nicht verhindert, aber kann erheblich gestört werden.

Oft werden Kopfschmerzen mit einfachen Schmerzmitteln unterdrückt. Wer das häufiger macht, tut sich damit keinen Gefallen. Schmerzmittel haben Nebenwirkungen und können auf lange Sicht selbst Kopfschmerzen verursachen.

Bei chronischen Spannungskopfschmerzen (15 Tage pro Monat und mehr) unbedingt zum Arzt gehen. Wichtig ist es, die Auslöser zu identifizieren. 

Wieso dröhnt der Kopf und was hilft dagegen?

Typische Auslöser sind psychosoziale Stresssituationen im Alltag, falsche Körperhaltung, zu hoher Nikotinverbrauch, Arbeiten bei schlechtem Licht, zu wenig Schlaf oder zu wenig Trinken.

Als einfache Maßnahmen helfen Entspannung, Ruhe, Bewegung und natürliche Hilfsmittel:

  • Druckpunkte massieren
  • Pfefferminzöl: Das gibt es für ein paar Euro in der Apotheke zu kaufen und wird auf die Schläfen aufgetragen. Das ätherische Öl kann den Schmerz lindern, die Durchblutung verbessern und die Muskulatur entkrampfen.
  • Selber Massageöl herstellen: Hierfür 50 ml Mandelöl mit 5 Tropfen ätherischem Zimtöl und jeweils 2 Tropfen Kampfer- und Nelkenöl vermischen.
  • Quark oder Kartoffelwickel: Ungeschälte gekochte Kartoffeln in einem Leinensack zerquetschen und auf den Nacken (so warm, wie man es verträgt) legen. Gekühlten Quark im Leinentuch auf die Stirn legen.

Grundsätzlich hilfreich ist ein Kopfschmerz-Tagebuch. Hier führt man ganz genau auf, wann der Kopfschmerz aufgetreten ist, wie intensiv er war, wie lange er angedauert hat, was Begleiterscheinungen waren und mögliche Auslöser.  So bekommen Sie ein Gefühl für Ihren Kopfschmerz, können Ursachen herausfiltern und Behandlungsmethoden überprüfen.

Migräne mit und ohne Aura

Als Migräne bezeichnet man anfallsartige Kopfschmerzen, die in unregelmäßigen Abständen auftreten. Der Schmerz ist pulsierend, pochend oder stechend und wird durch Bewegung verstärkt. Es gibt Patienten, die fast täglich eine Migräneattacke haben, aber auch welche, die nur ein- oder zweimal im Jahr damit zu kämpfen haben. Anfälle dauern in der Regel zwischen 4 und 72 Stunden und der Kopfschmerz äußert sich dabei einseitig. Begleiterscheinungen sind Übelkeit und Erbrechen sowie Lärm- und Lichtempfindlichkeit. Oftmals wird durch den starken Schmerz der normale Tagesablauf unmöglich.

Man unterscheidet zwischen Migräne mit und ohne Aura. Eine Aura geht dem Migräneanfall voraus und bringt vor allem Sehstörungen mit sich. Es kann aber auch zu Sprach- und Empfindungsstörungen kommen. Circa 10 Prozent der Migränepatienten leiden an einer solchen Aura.

Was tun gegen Migräne?

Die Behandlung eines Migränepatienten sollte unbedingt mit einem Arzt abgesprochen werden. Das Mittel der Wahl sind in der Regel Triptane.

Hausmittel, die sich als bewährt rausgestellt haben:

  • Apfelessig: Geben Sie bei bereits bestehenden Schmerzen ein bis zwei Esslöffel in ein Glas Wasser (bei Bedarf mit Honig süßen). Eine Kur, bei der Sie täglich einen Esslöffel Apfelessig auf ein Glas Wasser geben, kann vorbeugend wirken und sich positiv auf die Gesundheit auswirken.
  • Aromatherapie: Ätherische Öle können den Kopf entspannen, die Migräneschmerzen und Übelkeit lindern (z.B. Lavendel, Rosmarin, Kamille, Pfefferminze). Geben Sie das jeweilige Öl allein oder mehrere Öle miteinander vermischt auf ein feuchtes Tuch und legen Sie dieses in die Nähe Ihres Kopfes. Alternativ können Sie es verdünnt als hautfreundliches Öl zur Massage der Schläfen.
  • Generell hilft viel Ruhe, Dunkelheit, kleine Mengen verdaulicher Speisen und viel trinken.
  • Wer unter Verspannungen leidet, sollte einen Physiotherapeuten besuchen.

Durchbruch in der Migräne-Forschung?

Voraussichtlich Mitte 2018 soll ein Medikament zugelassen werden, das Migräne in einigen Fällen heilen kann. Künstlich hergestellte Antikörper wirken gegen den Botenstoff CGRP, der für die Attacken verantwortlich ist.

Anfänglich wird es jedoch lediglich Schwerbetroffenen zur Verfügung gestellt. 

Eingeschränktes Leben durch Clusterkopfschmerzen

Wer unter Clusterkopfschmerzen leidet, hat oft mehrmals am Tag Attacken, die 15-180 Minuten andauern. Sie können aber auch mehrere Monate gar nicht vorkommen. Der starke Schmerz tritt streng einseitig auf und sein Zentrum liegt hinter dem Auge. Typisch sind begleitende Symptome wie tränende Augen, geschwollene Augenlieder oder eine laufende Nase. Die extremen Schmerzen verursachen starkes Leiden, was bei vielen Betroffenen zusätzlich Depressionen verursacht.

Ursachen sind noch nicht valide nachgewiesen. Man geht allerdings davon aus, dass Gene eine Rolle spielen.

Nur der Arzt kann helfen

Die üblichen Schmerzmittel und Tipps zur Behandlung von Kopfschmerzen sind bei einem Cluster-Kopfschmerz meist absolut wirkungslos.

Den meisten Patienten werden Medikamente verschrieben, durch die der Schmerz zwar unterdrückt wird, aber zu keiner Heilung führt. Dafür lassen sich aber medikamentös Stärke und Häufigkeit der Schmerzen verringern. Wenn der Körper nicht auf die Medikamente anspringt, gibt es auch operative Lösungen. Einige neue Verfahren sind noch in der Experimentierphase, wie zum Beispiel Neuromodulationsgeräte, die die Nerven elektronisch stimulieren.

Was hilft gegen Kopfschmerzen?

Der schnelle Griff zur Tablette gehört für die Hälfte der Deutschen zum bevorzugten Mittel im Kampf gegen den Kopfschmerz - es gibt aber auch Alternativen zur Pille.

Frau an der frischen Luft

Erste Alternative zur Pille ist in jedem Fall ein Gang an die frische Luft. Ein kurzer Spaziergang oder auch nur tiefes Durchatmen vor der Tür können den Kopfschmerz in vielen Fällen wirkungsvoll lindern.

Erste Alternative zur Pille ist in jedem Fall ein Gang an die frische Luft. Ein kurzer Spaziergang oder auch nur tiefes Durchatmen vor der Tür können den Kopfschmerz in vielen Fällen wirkungsvoll lindern.

Ein weiteres Rezept gegen leichten Spannungskopfschmerz: Pfefferminzöl. Das Öl einfach auf die Schläfen einmassieren. Auch eine Tasse Pfefferminztee kann dabei helfen, die Spannung zu lösen.

Vor allem bei Kopfschmerzen, der durch Verspannungen hervorgerufen wird, hilft auch Sport oder generell Bewegung. Das fördert die Durchblutung und der Kopf wird ausreichend mit Sauerstoff versorgt. Auch Dehnübungen für den Rücken und Nacken können helfen.

Die Suche nach den Gründen für die Kopfschmerzen kann sehr langwierig sein. Einfach ist es, wenn der vorige Abend von Alkohol und Zigaretten bestimmt wurde. Ziemlich sicher ist der Kater nach ein paar Stunden weg - und mit ihm die Kopfschmerzen.

Eine andere Ursache für Kopfschmerzen können die Zähne sein. So können etwa Spannungskopfschmerzen entstehen, wenn die Zähne zu fest aufeinandergebissen werden. Helfen kann hier der Besuch beim Zahnarzt.

Stand: 09.04.2018, 10:07

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