Doc Esser – Der Gesundheits-Check: Jetzt wird geschlafen!

Doc Esser – Der Gesundheits-Check: Jetzt wird geschlafen!

Von Clara Spengler

Im Durchschnitt verbringen wir 24 Jahre in unserem Leben mit Schlafen. Jeder Dritte in Deutschland schläft jedoch schlecht und jeder Vierte nicht genug - regelmäßig weniger als sechs Stunden pro Nacht. Dabei macht schlafen gesund.

Wir haben immer weniger Zeit zum Schlafen - rund 1,5 Stunden weniger als noch in den 60er Jahren. Viele sind im Dauer-Jetlag und sogar noch stolz darauf, dass sie mit wenig Schlaf auskommen. Doc Esser macht den Selbstversuch und bleibt 24 Stunden wach - spannend, wen er alles zu nachtschlafender Zeit trifft: u.a. Radio-Moderatorin Sabine Heinrich in der Frühschicht.

Andere würden gerne schlafen, können aber nicht. Jeder Dritte schläft schlecht - mit gravierenden Folgen. Schlafstörungen erhöhen das Risiko für Herzkreislauferkrankungen, Übergewicht und Diabetes.

Doc Esser geht deshalb mit NRW ins Bett: Er will wissen, was die größten Schlafkiller sind, was im Schlaf in unserem Körper passiert und wie wir lernen, wieder gesund zu schlafen. Dabei stellt er Anti-Schnarch-Produkte aus dem Internet auf die Probe und begleitet einen jungen Mann mit Schlafapnoe ins Schlaflabor.

Schluss mit Schnarchen

Schnarchen kennen nicht nur Schlafapnoe Patienten. Etwa jeder zweite Mann und jede vierte Frau im mittleren bis höheren Alter schnarcht. Die Geräusche entstehen bei Verengungen der oberen Luftwege. Liegt eine anatomische Fehlstellung vor, wird eine OP, beispielweise an der Nasenscheidenwand oder am Gaumen, vollzogen. Manchen Betroffenen hilft eine Zahnschiene, die speziell angefertigt werden kann. Dadurch wird der Unterkiefer vorne gehalten, damit die Zunge nicht absinkt und so die Luftwege verschließt.

Wer auf dem Rücken liegend schnarcht, kann sich Tennisbälle in die Schlafanzüge nähen. Die sorgen dafür, dass die Rückenlage zu unbequem ist und trainiert so den Körper auf eine seitliche Schlafposition.

Auch vorbeugend kann jeder aktiv werden:

  • Bei Übergewicht ist Gewichtsreduktion empfohlen, denn Fetteinlagerungen im Halsbereich fördern das Schnarchen.
  • Zwei Stunden vor dem Schlafen keinen Alkohol mehr trinken.
  • Rauchen abgewöhnen.
  • Keine Beruhigungs- und Schlafmittel verwenden.
  • Nicht auf dem Rücken liegen, am besten auf der Seite schlafen.
  • Musizieren trainiert Rachen- und Gaumenmuskulatur (vor allem Blasinstrumente wie Posaune oder Trompete).

Tipps für erholsamen Schlaf

Gelegentlich unruhigen Schlaf hatte schon fast jeder. Ob Stress, Aufregung, störende Umgebung oder eine juckende Körperstelle – es gibt viele Gründe. Dafür gibt es aber auch mindestens genauso viele Lösungsvorschläge:

  • Regelmäßig Sport und Auspowern (aber nicht zu kurz vor dem Schlafen)
  • Gleichmäßigen Schlaf- und Aufsteh-Rhythmus, auch an Wochenenden
  • Entspannung durch Aromatherapie, heißem Bad oder Atemübungen
  • Gedanken aufschreiben vor dem Schlafen
  • Kein Verwenden von Schlummerfunktionen
  • Perfekte Umgebung schaffen. Nicht nur die richtige Matratze oder das passende Kissen ist wichtig, sondern auch Dunkelheit, Ruhe und Temperaturen zwischen 15 und 19 Grad.

Wenn beim Schlafen die Atmung aussetzt

Gelegentlich ein paar Sekunden Atempause sind nicht problematisch. Wenn der Körper aber öfters und länger keinen Sauerstoff bekommt, ist die Gesundheit gefährdet. Treten im Schlaf pro Stunde mehr als 10 Atempausen auf, spricht man von einer Schlafapnoe. Wer davon betroffen ist, merkt nicht, dass er nachts auf einmal aufhört zu atmen. In der Regel sind die Aussetzer 20 bis 30 Sekunden, dann reagiert der Körper mit einer Weckreaktion, die allerdings unbemerkt bleibt. Der Betroffene wird kurz wach und holt unter lautem Schnarchen Luft. Das Gehirn und die Organe werden während der Atempausen nicht mit genug Sauerstoff versorgt, deshalb ist eine Behandlung der Krankheit sehr wichtig.

Behandlungsmethoden können Apparate zur nächtlichen Atmungsunterstützung oder chirurgische Eingriffe sein. In der Regel wird die sogenannte CPAP-Behandlung (continuous positive airway pressure) verwendet. Dabei sorgt eine Maske während des gesamten Schlafs für einen Überdruck auf die Atemwege.

Stand: 03.04.2019, 21:00

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