Bluthochdruck – das können wir selbst tun!

Bluthochdruck – das können wir selbst tun! Doc Esser - Der Gesundheitscheck 18.01.2021 44:12 Min. UT Verfügbar bis 18.01.2022 WDR

Doc Esser – Der Gesundheits-Check

Bluthochdruck – das können wir selbst tun!

Teil 3/3 - Entspannung  gegen Bluthochdruck

Ob Ärger, Hektik, Ängste oder auch positive Emotionen wie Leistungswille – all das bedeutet Stress. Auch wenn wir ihn nicht immer als solchen wahrnehmen: unser Körper muss bei Stress Höchstleistung erbringen. Das heißt, unser Gehirn und unsere Muskeln benötigen mehr Energie. Der Körper schüttet daher die Stresshormone Adrenalin und Cortisol aus, damit das Herz schneller pumpt und der Körper so mit mehr Blut versorgt wird. Die Folge: der Blutdruck steigt.

Das Bild zeigt einen gestressten Mann im Büro.

Sind die auslösenden Emotionen und damit der Stress vorbei, sinkt bei gesunden Menschen der Blutdruck wieder. Ist die Regulation des Blutdrucks jedoch grundsätzlich nicht im Gleichgewicht, kann Stress dauerhaft zu einem chronischen Bluthochdruck führen.

Hilfreich kann es sein, regelmäßig Momente der Entspannung in den Tagesablauf einzuplanen und sich vor allem diese Zeit auch aktiv zu nehmen.

Ein Weg zur Ruhe zu kommen, ist das bewusste Atmen. So kann man z.B. im Liegen eine Hand auf den Bauch legen, dabei tief und regelmäßig ein- und ausatmen. So banal es klingt: es hilft zu entspannen.

Auch das Hören bestimmter Musik kann einen positiven Einfluss auf Stresslevel und Blutdruck haben. Bei einer Studie der Universitätsklinik Marienhospital Herne mit 60 Probanden senkte sich bei Bachs Orchestersuite Nr. 3 der Blutdruck um durchschnittlich 7,5 zu 4,9 mmHg, die Herzfrequenz ging um etwa 7 Schläge pro Minute zurück. Da nicht jedem Menschen jede Musik gefällt, sind immer auch die individuellen Vorlieben zu berücksichtigen. Blutdrucksenkungen konnten auch beim Hören von Heavy-Metal-Musik nachgewiesen werden.

Das Bild zeigt eine Frau bei Atemübungen.

Zahlreiche Studien belegen auch den positiven Einfluss von Meditation und Yoga auf den Stresslevel. Bei MBSR (Mindfulness Based Stress Reduction; zu Deutsch: Stressreduktion durch Achtsamkeit) ließen sich die positiven Einflüsse zudem durch Messungen der Hirnaktivität nachweisen.

Das Programm wurde 1979 von dem Mikrobiologen Prof. Dr. med. Jon Kabat-Zinn entwickelt. Als ganzheitlicher Ansatz verbindet MBSR u.a. Elemente aus Meditation und Yoga. Durch gezielte Lenkung von Aufmerksamkeit lernt man, das oft gewohnheitsbedingte Muster in Stresssituationen zu erkennen, Abstand zu gewinnen und sich einen Raum zu schaffen zwischen Stressreiz und Reaktion. Mit anderen Worten: Statt im Stress direkt zu explodieren oder in eine Verteidigungsposition zu gehen, betrachtet man das Ganze mit Abstand, ohne Wertung und kann so im Idealfall dauerhaft gelassener reagieren. Die Wirksamkeit dieser Methode wurde in klinischen Studien belegt. Das Programm ist in der Regel auf einen achtwöchigen Kurs angelegt. Handelt es sich um einen zertifizierten Kurs, erstatten viele Krankenkassen die Kosten bis zu 80 Prozent.

Stand: 18.01.2021, 17:00

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