Gesunde Fette – fit statt fett

Gesunde Fette – fit statt fett Doc Esser - Der Gesundheitscheck 02.09.2020 44:13 Min. UT Verfügbar bis 02.09.2021 WDR

Doc Esser – Der Gesundheitscheck

Gesunde Fette – fit statt fett

Von Eva Erhard, Silke Stops

Wenn es ein Nahrungsmittel gibt, das gleichzeitig für Genuss steht und dabei einen schlechten Ruf hat, dann ist es: Fett. Doc Esser verspricht: mit Fett können wir fitter und gesünder werden. Er zeigt, welche Nahrungsfette wirklich gut sind und warum Bewegung der Schlüssel zum Erfolg ist.

Die Wissenschaft ist sich inzwischen größtenteils einig: Die in den 80er Jahren gestartete Low-Fat Welle hat uns Übergewicht und Zivilisationskrankheiten wie koronare Herzkrankheit und Diabetes mellitus beschert. In vielen Köpfen steckt noch immer die Botschaft: Fett ist böse, Fett macht fett, wenig Fett ist besser.

Inzwischen weiß man: Fett ist ein Geschmacksträger. Wird der weggelassen, muss ausgeglichen werden und das passiert häufig mittels Beigabe von Kohlenhydraten wie Zucker. Die Wirkung ist allerdings unterschiedlich: während Fett sättigt, treibt Zucker vor allem den Insulinspiegel in die Höhe und die eigene Fettverbrennung wird damit vorübergehend runtergefahren. Das heißt: Zucker wird beim Kampf gegen das Körperfett im wahrsten Sinne zum Hüft-Boomerang. Ein klarer Negativpunkt für die beliebten fettreduzierten Produkte.

Allerdings tut sich derzeit etwas auf diesem Markt. Einige Hersteller bemühen sich, den Zuckergehalt auch bei der fettarmen Variante nun wenig zu erhöhen oder sogar auf gleichem Level zu halten. Auf dem gesunden, fettreichen Speiseplan stehen u.a. fettreiche Fischsorten wie z. B. Makrele, Eier, fettreicher Käse, Olivenöl und Walnüsse. Dazu gute pflanzliche Eiweißquellen wie Linsen, Bohnen, Kichererbsen beispielsweise. Geflügel oder Fleisch sind ebenfalls gute Eiweißquellen, aber nicht für jeden Tag. Eine gute Kombination sind dazu auch kohlenhydratarme Gemüse wie Blattsalat, Blumenkohl oder Paprika.

Fett nicht mit Kohlenhydraten kombinieren

Das Bild zeigt ein Steak auf Salat.

Nahrungsfett ist günstiger für den Körper,  wenn es nicht mit Kohlenhydraten kombiniert wird. Wenn wir uns also angewöhnen, das Steak nicht mit Pommes Frites, sondern mit Salat zu essen, und beim Bratwürstchen einfach mal das Brötchen weglassen, darf der Anteil an Fett in der Nahrung gerne hoch sein.

Verzichtet man auf Kohlenhydrate, kann es zu Entzugserscheinungen wie Müdigkeit oder Kopfschmerzen kommen. In der Regel verschwinden sie nach wenigen Tagen, können aber auch mehrere Wochen anhalten. Dann bitte zum Arzt oder Ernährungsberater.

Ideal ist eine fettreiche Ernährung mit wenig Kohlenhydraten, wenn man sein eigenes Körperfett reduzieren möchte. Dazu gehört allerdings auch die Kombination mit regelmäßigem Ausdauersport. Der sollte, gerade, wenn man viel Übergewicht vorzuweisen hat, sehr moderat beginnen, z. B. mit drei Mal Walken pro Woche für 30 Minuten und gesteigert werden, am besten in Absprache mit seinem Arzt oder einem qualifizierten Trainer.

Den Körperfettanteil kann man z. B. ganz genau über die sogenannte Bioimpedanz-Analyse messen lassen. Das machen Ärzte, qualifizierte Ernährungsberater und Kardio-Trainer.

Normbereich für Frauen:

20-39 Jahre: 21-33 Prozent Körperfett
40-59 Jahre: 23-34 Prozent Körperfett
60+ Jahre:    24-36 Prozent Körperfett

Normbereich für Männer:

20-39 Jahre: 8-20 Prozent Körperfett
40-59 Jahre: 11-22 Prozent Körperfett
60+ Jahre:    13-25 Prozent Körperfett

Das Bild zeigt, wie sich ein Mann in den Hüftspeck kneift.

Bei einem erhöhten Körperfettanteil kommt es darauf an, wo das überschüssige Fett sitzt. Das sogenannte Viszeralfett sitzt in der Bauchhöhle, sammelt sich um die inneren Organe an. Das Fett hingegen, das man am Bauch gut mit den Fingern zwicken kann, ist das Unterhautfett. Warum manche Menschen eher viszerales Bauchfett ansetzen und andere subkutanes Bauchfett, ist wissenschaftlich bislang noch nicht abschließend geklärt.

Das Viszeralfett ist besonders stoffwechselaktiv. Es bildet Botenstoffe, die verschiedene Prozesse im Körper beeinflussen. Diese setzen unter anderem Entzündungsprozesse in Gang, fördern Bluthochdruck und begünstigen eine Insulinresistenz. Je mehr Bauchfett, desto größter ist das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Artherosklerose, Herzinfarkt und Schlaganfall sowie für Stoffwechselerkrankungen wie Diabetes mellitus.

Stand: 12.08.2020, 11:56