Windkraft – Fluch oder Segen?

Windkraft: Fluch oder Segen?

die story 09.09.2020 43:55 Min. UT Verfügbar bis 09.09.2021 WDR Von Herbert Ostwald

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Windkraft – Fluch oder Segen?

Kaum ein Thema ist in Nordrhein-Westfalen so umstritten wie der Ausbau der Windenergie. Wo Windräder errichtet werden, fürchten Anwohner oftmals um ihre Gesundheit oder beklagen Nachteile für die Umwelt. Sie fühlen sich verraten und betrogen, argwöhnen, dass Politiker mit Investoren und Landbesitzern gemeinsame Sache machen. Die Folge: Genehmigungsverfahren für neue Windräder verschleppen sich jahrelang und neue Bauflächen zu finden wird immer schwieriger. Die Energiewende gerät in Gefahr. Und der Streit um die Windkraft erhitzt im Vorfeld der NRW-Kommunalwahlen im September die Gemüter von Bürgern und Politikern.

Windräder in einem Windpark

Windpark in der Eifel.

Nur 27 neue Windräder wurden in Nordrhein-Westfalen im ersten Halbjahr 2020 errichtet, weniger als in früheren Jahren. Wenn dieser Trend anhält, könnte der Traum von einer Energieversorgung ohne Kohle und Atom bald ausgeträumt sein. Doch was ist dran an den Vorwürfen der Windkraftgegner, die die Gesundheit der Anwohner durch Infraschall und Schattenwurf bedroht sehen? Und wie stichhaltig sind die Klagen von Naturschützern, die Windkraftanlagen als „Vogelschredder“ bezeichnen und von mutwilligen Zerstörungen der Nester seltener Vogelarten an geplanten neuen Windradstandorten berichten?

Windkraft - Fluch oder Segen?

Der Ort Lichtenau ist umgeben von Windparks.

Entlang der Brennpunkte des Konflikts geht die Story auf Spurensuche: Das Paderborner Land ist unbemerkt vom Rest des Landes zu einem Zentrum der nordrhein-westfälischen Windindustrie geworden. Über 550 Windräder drehen sich hier bereits, viele weitere sollen dazu kommen. Die Stimmung im Landkreis ist gespalten. In der Gemeinde Borchen fühlt man sich ausgeliefert, Anwohner und Bürgermeister versuchen sich gegen die große Zahl der Windräder zu wehren. Ganz anders die zehn Kilometer entfernte Nachbar-Gemeinde Lichtenau. Dort sind die Proteste abgeflaut, seitdem die Bürger mitbestimmen dürfen und an der Windenergie sogar mitverdienen. Weil es zunehmend schwieriger geworden ist neue Standorte auf Acker- und Wiesenflächen zu finden, werden neue Windräder zunehmend auch in Wäldern errichtet. Zum Beispiel in der Gemeinde Dahlem in der Eifel. Sie profitiert von den Pachteinnahmen des Betreibers - trotzdem regt sich auch dort Protest gegen die Windräder mitten im Wald.

Die Story geht den Sorgen der Anwohner von Windparks und den Antworten der Befürworter auf den Grund. Welche Behauptungen stimmen? Welche Ursache haben die Befürchtungen? Aber vor allem: Gibt es mögliche Lösungen, die die Sorgen der Bürger und den Naturschutz ebenso ernst nehmen wie die Notwendigkeit einer klimafreundlichen Energieversorgung?

Windkraft - Fluch oder Segen?

Windräder unter Beobachtung durch Naturschützer.

Eine Produktion von Längengrad im Auftrag des WDR.

Ein Film von Herbert Ostwald
Redaktion: Gudrun Wolter

Stand: 24.07.2020, 14:59