Türkei ohne Touristen – Terrorangst und Flüchtlingskrise im Ferienparadies

Türkei ohne Touristen – Terrorangst und Flüchtlingskrise im Ferienparadies

Ein Film von Johannes Höflich und Jo Angerer

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Wieder einmal hat der Terror die Türkei getroffen. Seit Beginn des Jahres kamen mehr als 100 Menschen bei Anschlägen um. Allein der verheerende Anschlag auf den Flughafen hat mindestens 36 Todesopfer gefordert.

Aus aktuellem Anlass sendet die story daher heute im WDR Fernsehen die Doku “Türkei ohne Touristen – Terrorangst und Flüchtlingskrise im Ferienparadies“, die ursprünglich für den 20.7. geplant war.

Der große Bazar in Istanbul

Der große Bazar in Istanbul. Aus Angst vor Anschlägen, gibt es strenge Sicherheitskontrollen bei den Besuchern.

Mit aktualisierten Bildern geht die story der Frage nach, welche Auswirkungen der Terror und auch die Flüchtlingskrise auf die Türkei haben. Der Tourismus ist zusammengebrochen. Neben den Russen bleiben vor allem die Deutschen weg. Wie trifft das die Menschen in der Türkei, die vom Tourismus leben?

Die Skyline von Istanbul

Die Skyline von Istanbul. Wie viele Menschen hier leben, weiß Niemand genau. Hunderttausende Flüchtlinge verstecken sich in der Stadt.

Wir besuchen Antalya. Normalerweise drängen sich hier die Touristen durch die enge Altstadt. In diesem Jahr bleiben viele Hotels geschlossen. Auch an der Küste sind die All-inklusive Hotels nur wenig gebucht. Es gibt immer weniger Arbeit und dass, wo sich im Hinterland von Antalya viele Flüchtlinge angesiedelt haben, die hier Tag für Tag an der Straße stehen und auf illegale Gelegenheitsjobs hoffen. Niemand interessiert sich für sie oder hilft und ständig droht die Gefahr, dass sie verhaftet werden. Und nun ein weiterer Anschlag in Istanbul. Selbst Touristen, die sich bereits für einen Türkeiurlaub entschieden hatten, stornieren ihre Reise.

Der Obelisk an der blauen Moschee

Der Obelisk an der blauen Moschee - hier war der Terroranschlag auf deutsche Touristen am 12. Januar 2016.

Die Buchungen sind im Vergleich zum Vorjahr um 40 Prozent eingebrochen. Länder wie Italien und Spanien sind die Gewinner. Dabei hat der Tourismus einen enormen Stellenwert in der türkischen Wirtschaft: Ein Großteil der Türken lebt davon. Das Land, das für Europa die Flüchtlingsproblematik lösen soll, steckt in einer großen wirtschaftlichen und in einer sozialen Krise.

Autoren: Johannes Höflich und Jo Angerer
Redaktion: Barbara Schmitz

Stand: 29.06.2016, 10:56

Kommentare zum Thema

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9 Kommentare

  • 9 Sylvia-Maria 20.08.2016, 12:15 Uhr

    Ich habe den Bericht gestern das erste Mal in 3SAT gesehen und wunderte mich ein wenig, dass die Regionen um Dalaman, Marmaris, Datca, Fethiye, Kas kurz die gesamte lykische Küste vollkommen außer Acht gelassen wurde. Denn dort gibt es noch Touristen, nur eben wenig Deutsche. Ich und mein türkischer Ehemann fahren schon seit 15 Jahren dorthin, immer ins gleiche Hotel. Das ist m.E. überhaupt die schönste Ecke der südlichen Ägäis - Kiefernwälder - Gebirge -Wanderwege - einsame Strände - ein fast unberührtes Naturparadies ohne Gleichen mit einer sehr guten Infrastruktur und tollen Sehenswürdigkeiten. Hinzu kommt noch ein sehr angenehmes Klima, nicht so heiß wie in Antalya, Alanya. Keine Hotelburgen, keine Russen, sondern alles sehr beschaulich und versteckt. Bin froh, dass dort so wenig Deutsche sind - die würden mir mit ihrem Pessimismus noch fehlen. Gemessen an den Flugzeugen, die täglich in Dalaman aus GB einfliegen, stört die Engländer die aktuellsten Vorkommnisse in der Türkei of ...

  • 8 Günter 27.07.2016, 22:49 Uhr

    Dieser Bericht ging voll daneben. Wir waren schon über zehn mal in der Türkei, fast immer im gleichen Hotel,und haben uns mit etlichen Hotelmitarbeitern, die wirklich ausgebeutet werden, angefreundet. Wir haben sogar schon Pakete mit schwarzen Schuhen aus dem Secondhandladen zu einer vertrauten Person geschickt, damit das Nachwuchspersonal im Hotel gesundes Schuhwerk hatte. Wir sind den Türken schon alleine wegen der Gastfreundschaft sehr verbunden. In diesem Jahr fliegen wir ausschließ wegen Erdogan nicht dorthin, obwohl es uns schwer fällt, auf unser Stammhotel Turquoise in Side zu verzichten. Wir denken auch da an die vielen lieben Angestellten, die man z. T. seit über 10 Jahren kennt; die einen bei der Wiederkehr so herzlich begrüßen..., und vielleicht bald arbeitslos sind. Erdgas wird das Land ruinieren und isolieren. Die Hotelangestellten werden das (neben unzähligen anderen) ausbaden. Wir bleiben jedenfalls der Türkei nicht wegen des Terrors fern. Deshalb war der Bericht ab ...

  • 7 Türkei ohne Touristen 01.07.2016, 10:45 Uhr

    Sehr geehrte Damen und Herren, habe den Film gesehen. Kann man irgendwie den Flüchtlingen (Vater, Mutter und zwei Söhne) die in dem kleinen Haus am Rande der Ortschaft leben Geld zukommen lassen? Sicher dürfen Sie die Adresse nicht bekannt geben. Gibt es eine andere Möglichkeit? Meine beiden Töchter fahren in 3 Wochen in die Türkei. Freundliche Grüße Angelika Maiß

  • 6 Carmen 01.07.2016, 00:50 Uhr

    Auch ich hadere mit dem Gedanken, ob ich meine gebuchte Reise nach Alanya absagen sollte. Auf der einen Seite steht der Gedanke, dass Alanya von Istanbul fast 10 Autostunden entfernt ist, auf der anderen jedoch, die Tatsache, dass Alanya ein Touristenort ist, der für mögliche Anschläge in Frage käme, sollte man wirklich Touristen treffen wollen. Ärgerlich ist auch, dass die Reiseveranstalter einfach nicht kulant sind und die Möglichkeit geben kostenlos Reisen zu stornieren bzw. maximal bereit sind Reisen für einen gewissen Zeitraum zu stornieren. Ich musste im Januar nach dem Anschlag in Istanbul meine für März geplante Reise nach Istanbul gebührenpflichtig stornieren.

  • 5 Ein mündiger Bürger aus der Mitte 30.06.2016, 10:41 Uhr

    Wieder das beste Beispiel für unsere staatlich manipulierte Medienberichterstattung. Keine Frage... der Terroranschlag in Istanbul und die Flüchtlingskriese sind schon tragisch genug aber das jetzt zum Hauptgrund für das Ausbleiben der Touristen in der Türkei zu machen ist verlogen. Sicher mit ein Grund, aber... der hauptsächliche Grund das keine Russen und Deutsche und andere Europäer kommen wird wohl eher Diktator Erdogan sein. Wer möchte denn in einem Polizeistaat ohne Meinungsfreiheit Urlaub machen. Niemand weiß ob der Urlaub nicht zwangsweise länger dauert, weil man sich evtl. irgendwo mal falsch geäußert hat. Die Vorstellung, alleine mit Erdogans Knüppelgarde in irgendeinem dreckigen, dunklen Kellerverlies ausgeliefert zu sein lässt mich Erschaudern und an Nordkorea denken. Dort gibt es bestimmt auch schöne Gegenden aber auch keine Touristen. Macht endlich mal wieder anständig eure Arbeit als unabhängige Berichterstatter. Das deutsche Volk ist nicht dumm und merkt sich derar ...

  • 4 Rainer 30.06.2016, 09:21 Uhr

    Ist das euer Ernst??? Geht die verlogene Presseberichterstattung weiter??? WDR-MERKEL STAATSFERNSEHEN AUFGEWACHT!!! Jeder weiß das dass ausbleiben der Touristen in der Türkei mit dem Erdogan Polizeistaat zutun hat und der Terror nur ein sekundärer Grund ist. Wer möchte den in einem Polizeistaat Urlaub machen. Keiner weiß ob man zwangsweise wegen falscher Äußerung z.B. im Internet, länger bleiben muss und in irgendeinem türkischen Verlies verschwindet. Das traut ihr euch nicht zu schreiben. Verstehe ich ja wenn man um seinen Arbeitsplatz beim WDR fürchten muss. Aber... dann schreibt doch über die Sonnwende oder sonst was anstatt wieder die Lügenberichterstattung zu fossieren.

  • 3 Peter 30.06.2016, 07:16 Uhr

    Warum kann man den Beitrag nicht anschauen ? @Antwort der Redaktion: Jetzt ist der Film online!

  • 2 Tom 29.06.2016, 22:55 Uhr

    Ich liebe die Türkei und ihre Menschen, besonders ihre Gastfreundschaft. Das wir Deutschen das Land boykottiere, finde ich sehr gut! Auch wenn Millionen Arbeitsplätze und damit viele Schicksale von unschuldigen Menschen betroffen sind. Solange Abdullah Öcalan das Land regiert und den IS mit Waffen beliefert, die Kurden bombadiert, die freie Meinung unterdrückt ist das nur die richtige Konsequenz. Die Bombenanschläge wiederum können überall passieren, das ist bestimmt nicht der Grund, das niemand mehr Urlaub in der Türkei macht! Der Typ muss weg!!!

  • 1 Miller 29.06.2016, 22:42 Uhr

    Ich hätte nicht mal Terrorangst,aber der Gewerkschafter spricht mir aus dem Mund: ein von Erdogan geführtes Land will ich nicht mehr besuchen. Da kommt die Angst vor Anschlägen noch obendrauf. Leid tun mir all die Leute, die jetzt ihren Job verlieren.

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