Trumps Amerika - Die fremd gewordene Supermacht

Trumps Amerika: Die fremd gewordene Supermacht

die story 28.10.2020 42:27 Min. UT Verfügbar bis 28.10.2021 WDR Von Claudia Buckenmaier, Marion Schmickler


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Trumps Amerika - Die fremd gewordene Supermacht

Die USA im Wahljahr 2020: Über 2 Millionen Corona-Infizierte, das Land zerrissen durch eine Rassismus-Debatte. Ein Präsident, der über Twitter Zweifel an den Wahlen schürt. Ein letztes Aufbäumen eines demnächst Abgewählten? Oder installiert sich hier ein Alleinherrscher? 

Es sah so gut aus für Donald Trump zu Beginn des Jahres: Die Wirtschaft lief, die Arbeitslosenzahlen auf einem 50-Jahres-Tief, seine Umfragewerte im Höhenflug, die Demokraten mit sich selbst beschäftigt. Doch dann kam Corona. Eine Gefahr, die der Präsident zuerst öffentlich herunterspielt: Wie durch ein Wunder werde das Virus verschwinden, beschwichtigte er. 

Statt des Wunders kam eine Krise, die die USA so hart trifft wie kein anderes Land. Die Wirtschaft am Boden. Und Corona macht die Mängel im Gesundheitssystem so sichtbar wie selten zuvor.

Trumps Amerika

Der Tod von George Floyd war eine Zäsur für Amerika. Seitdem kämpfen Schwarze wie Weiße gegen Rassismus und für eine neue Gesellschaft in Amerika.

Überdurchschnittlich stark von Corona getroffen sind schwarze Amerikaner. Sie arbeiten in den Billigjobs, die wenig Schutz vor dem Virus bieten, sind seltener krankenversichert. Die Wut, die sich auf den Demos gegen Rassismus Bahn bricht, speist sich auch durch Corona. Und durch die Massenarbeitslosigkeit, die über die USA durch Corona hereingebrochen ist. 

Trumps Amerika

Aktivistin Angela wird oft auf der Straße angesprochen. Mit ihrer Organisation will sie politikfrustrierte schwarze Wähler an die Urnen bringen. Corona macht ihr den Job fast unmöglich.

Kaum vorstellbar, dass die Wirtschaft sich schnell erholen wird - trotz der Billionen Dollar, die Trump den Unternehmen schenkt. Kaum vorstellbar auch, dass die Millionen von Arbeitslosen bis zur Wahl wieder einen Job haben. 

Die Story-Autoren Claudia Buckenmaier und Marion Schmickler haben Menschen getroffen, die die Krise überstehen müssen. Und in den mit wahlentscheidenden Swing-States Arizona, Wisconsin und Michigan leben. Was bedeutet Trumps Politik in diesen Zeiten für sie? Was hält der Farmer, der seine Milch nicht mehr los wird, von Trumps Wirtschaftspolitik? Wie reagiert die schwarze Aktivistin, die zusehen muss, wie die Afroamerikaner ihres Viertels leiden und sterben, auf Trumps aggressive Tweets? Wie kämpft der Umweltschützer in Corona-Zeiten gegen den Bau einer Grenzmauer, die mitten im Naturschutzgebiet hochgezogen wird? Warum stehen republikanische Mittelstands-Unternehmer noch immer hinter Trump, obwohl ihre Existenz auf dem Spiel steht? Wie fühlt sich die Krankenschwester, die versucht, mit Galgenhumor die Corona-Krise zu überstehen? Was erhoffen sich all diese Bürger von der Wahl im November?

Trumps Amerika

Milchfarmer Dave aus Wisconsin ist manchmal deprimiert. Er wünscht sich weniger Extreme in der Politik, mehr Zusammenarbeit, statt Hetze.

Trumps Amerika

Maxie und Laiken kämpfen in Arizona als Umweltschützer gegen Trumps Mauer an der Grenze zu Mexiko. Sie werfen ihm Wildwest-Demokratie und eine Zerstörung ihrer Zukunft vor.

Trumps Amerika

Steve und Dodie, tief gläubige Unternehmer in Arizona. Sie sind überzeugte Trump-Fans und fürchten seine Tweets, weil er sich dadurch aus dem Rennen hebeln könnte.

Die älteste Demokratie der Welt scheint in der Krise. Der erbitterte Streit der Republikaner und Demokraten, der spaltende Regierungsstil Donald Trumps hat die Demokratie in den USA an den Abgrund gebracht. Es ist noch nicht einmal sicher, ob Donald Trump überhaupt eine mögliche Abwahl anerkennen würde. Unvorstellbar? Die Demokraten beschäftigen sich offenbar genau mit diesem Szenario. 

Ein Film von Claudia Buckenmaier und Marion Schmickler
Redaktion: Christine Hasper (NDR), Tibet Sinha (WDR)

Stand: 22.10.2020, 12:03

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