Schmutzige Reifen: Ein Milliardengeschäft

Schmutzige Reifen: Ein Milliardengeschäft

die story 23.10.2019 43:28 Min. UT Verfügbar bis 22.10.2020 WDR Von Michael Höft

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Schmutzige Reifen: Ein Milliardengeschäft

Am liebsten fahren die Deutschen immer noch mit ihrem Auto in den Urlaub. Ohne gute Reifen läuft da nichts. Ein boomender Markt, ein Milliardengeschäft. Allein in Deutschland werden jährlich mehr als 50 Millionen Reifen verkauft. Wo kommt deren wichtigster Bestandteil, der Gummi eigentlich her? Der größte Produzent von Gummi, dem Naturkautschuk, ist Thailand. Auf den Plantagen des Landes werden über vier Millionen Tonnen Kautschuk jährlich geerntet. Allein in den vergangenen 30 Jahren ist die Produktion hier um 300 Prozent gestiegen. Einem Team von Exclusiv im Ersten  ist es gelungen, auf Plantagen in Südostasien zu drehen. Die Arbeitsbedingungen sind hart. Bis zu 12 Stunden am Tag schuften die Arbeiter, zu sehr niedrigen Löhnen. Außerdem werden auf den Plantagen giftige Herbizide gegen Unkraut versprüht, die z.B. in Europa verboten sind. Für die Arbeiter auf den Feldern ein hohes Gesundheitsrisiko.

Ein Plantagenarbeiter mit Mundschutz.

Der Einsatz von Herbiziden auf den Plantagen ist enorm.

Nach der Kautschuk-Ernte landet das ,,weiße Gold'' bei Zwischenhändlern, die den Gummi weiter verkaufen, auch an deutsche Reifenkonzerne.Während beim größten Kautschukproduzenten Thailand die Anbauflächen leicht sinken, steigen sie im Nachbarland Kambodscha.  Auch hier sind die Arbeitsbedingungen auf den Feldern extrem.

Das geerntete Kautschuk. Im Hintergrund sind Menschen und Fahrzeuge zu sehen.

Lokale sogenannte „Kautschukfürsten" sind die ersten Zwischenhändler.

Der Markt für Autoreifen wächst stetig, weltweit. Deutsche Konzerne wie z.B. Continental betonen, sie würden ,,natürliche Rohstoffe gewissenhaft''  verwenden.

Viele Autofahrer machen sich wohl kaum Gedanken, woher der Gummi stammt, der in ihren Reifen steckt.

Ein Film von Michael Höft
Redaktion: Heribert Roth und Petra Schmitt-Wilting

Stand: 14.10.2019, 10:59